21.09.2016, 10:13 Uhr

1.400 Wildunfälle im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld

Vorsicht ist geboten: Im Herbst steigt das Risiko zu Wildunfällen in den Abendstunden auf den heimischen Straßen wieder an.

Im Herbst steigt die Zahl der Wildunfälle auf den Straßen. Neue optische Wildwarngeräte sollen für mehr Sicherheit sorgen.

Schlechte Sicht, glitschige Straßen, verstärkter Wildwechsel: Im Herbst steigt das Risiko eines Unfalls mit Reh und Co. stark an. Die WOCHE hat sich bei Bezirksjägermeister Franz Gruber über Gefahren und mögliche Tipps zur Unfallvermeidung informiert.
"Gefährlich wird es vor allem in der Dämmerung, denn da sind Wildtiere besonders aktiv. Mit dem Abernten der Maisfelder verlieren die Wildtiere ihren sicheren, gewohnten Einstand und sind auf der Suche nach neuen Lebensräumen. Dabei überquert das Wild jetzt öfter und unerwartet die Fahrbahnen“, informiert Bezirksjägermeister Franz Gruber. Extreme Zeiten wären aber auch Anfang Sommer, wenn es grün wird sowie die Brunftzeit Ende Juli, Anfang August.

1.400 Wildunfälle
Alle 38 Minuten ereignet sich in der Steiermark ein Unfall mit einem Wildtier. Im Vorjahr fielen im Bezirk Hartberg Fürstenfeld über 1.400 Wildtiere dem Verkehr zum Opfer - 75 Prozent, also 1.050 Unfälle wurden behördlich bei der Polizei gemeldet. Gruber ersucht darum eindringlich, jeden Unfall mit einem Wildtier zu melden.
"Besonders wichtig ist es, den genauen Unfallort anzugeben. Dazu rät Gruber, sich an der Straßenkilometerkennzeichnung, die an Bundes- und Landstraßen alle 200 Meter zu finden ist, zu orientieren.
Denn selbst wenn ein Tier nur angefahren wurde, muss auf jeden Fall die Polizei oder die Jägerschaft informiert werden. Wer das nicht tut, macht sich strafbar.

Ursachen für Unfälle
Nicht angepasste Geschwindigkeit ist die häufigste Ursache für Kollisionen mit Wildtieren. Die gewaltigen Kräfte, die bei einer Kollision mit Wild auf das Fahrzeug einwirken, werden oft unterschätzt.

Neue Warngeräte geplant
Bewährt haben sich optische und akustische Wildwarngeräte. Bisher haben rote und weiße Rückstrahler an den Straßenrändern des Bezirks für eine erhöhte Sicherheit vor Wildwechsel gesorgt.
"Wildtiere erkennen nur bestimmte Farben", erklärt Gruber. "Am besten sehen sie grün und blau." Ab Herbst sollen darum die bestehenden Rückstrahler gegen blaue ausgetauscht werden, um die Unfallrate um 30 bis 40 Prozent zu senken. Akustische Warngeräte mit einem Hochfrequenz-Signal, das für Menschen nicht wahrnehmbar ist, unterstützen die optischen.

Kollisionen vermeiden:
– Warnzeichen „Achtung Wildwechsel!“ beachten;
– Tempo reduzieren, vorausschauend fahren;
– ausreichend Abstand zum Vorderfahrzeug einhalten;

Springt Wild auf die Straße:
– Gas wegnehmen;
– abblenden, hupen
– abbremsen, wenn es die Verkehrssituation zulässt

Kommt es zur Kollision:
– Unfallstelle absichern
– unbedingt Polizei verständigen und die genaue Unfallstelle - auf Bundes- oder Landesstraßen auch Straßenkilometer - nennen.
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