27.07.2016, 13:53 Uhr

Voestalpine und Verbund arbeiten gemeinsam an grünem Wasserstoff

Eder und Anzengruber intensivieren die Zusammenarbeit, die über die bloße Stromlieferung hinausgeht. (Foto: Voestalpine/Verbund)

Der Stahlkonzern Voestalpine und der Stromriese Verbund haben heute, am Mittwoch, eine strategische Zusammenarbeit bekannt gegeben. Grund sind die europäischen Klima- und Energieziele, die bis 2030 eine Senkung der CO2-Emissionen um 40 Prozent vorsehen.

ÖSTERREICH. Die Klimaziele stellen die energieintensive Industrie vor nahezu unlösbare Probleme, heißt es aus dem Stahlkonzern. Eine Umstellung auf grünen Strom würde zu einem Mehrbedarf von jährlich 33 TWh aus dem externen Stromnetz führen, sagte Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der Voestalpine, bei einer Pressekonferenz in Wien. Als Lösung wird in der Branche die wasserstoffbasierte Stahlerzeugung gehandelt, die allerdings noch Zukunftsmusik ist. "Aus heutiger Sicht könnte dies erst in 20 Jahren Realität werden", so Eder.

Pilotanlage für grüne Wasserstofferzeugung

Die strategische Kooperation zwischen Voestalpine und Verbund umfasst vier Bereiche, unter anderem eine Forschungsinitiative zum Thema Wasserstoff in deren Rahmen bis Ende des Jahres eine Pilotanlage in Linz errichtet werden soll. Ziel ist es zu zeigen, dass die Herstellung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien machbar ist. Die Kosten für das Projekt bewegen sich laut Verbund-Vorstandschef Wolfgang Anzengruber im Bereich von 20 Millionen Euro.

Forderungen an die Politik

Die beiden Vorstandschefs appellierten auch an die Politik. "Es reicht nicht Verträge zu unterschreiben", sagte Eder im Hinblick auf das Pariser Klimaabkommen. Anzengruber wünscht sich eine Klima- und Energiestrategie für Österreich, die dann auch umgesetzt wird. Kritik übte Eder an der EU-Kommission, von der er Transparenz bei den CO2-Zertifikaten fordert. "Wird es hier Obergrenzen geben und wenn ja, bis in welcher Höhe? Denn steigt der Preis auf 40 oder 50 Euro pro Tonne CO2, dann können wir unsere Standorte in Europa schließen", so Eder.

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