21.07.2016, 15:30 Uhr

Jeder "Einkauf daheim" schafft neue Arbeitsplätze

Rechnen zahlt sich aus: Wer steirisch baut, sorgt für heimische Arbeitsplätze. (Foto: ÖNK)

Ein Rechenbeispiel der Arbeiterkammer: Was bringt es wirklich, bei steirischen Produzenten zu kaufen?

"Wer steirisch kauft, schafft Arbeitsplätze in der Region." Ein oft gehörter Satz, der wohl manchmal als hohle Phrase abgetan wird. Stimmt das eigentlich wirklich? Die WOCHE wollte es genau wissen – und hat sich einen unabhängigen Experten an die Seite geholt: Karl Snieder, seines Zeichens Leiter der Wirtschaftsabteilung in der steirischen Arbeiterkammer.


Hausbau auf steirisch

Als Paradebeispiel haben wir uns gemeinsam den steirischen Fensterhersteller Gaulhofer (Firmensitz: Übelbach) angesehen. "Gehen wir von der Annahme aus, dass im Jahr 100 Einfamilienhäuser zusätzlich mit Fenstern aus dieser Produktion ausgestattet werden. Das wären dann rund 1.000 Fenster im Jahr mehr", so Snieder. Der Effekt: Gaulhofer könnte zusätzlich 3,25 Mitarbeiter beschäftigen. Das wäre aber nur der Effekt vor Ort. Beschläge aus Rottenmann und das lokal verarbeitete Holz sichern weitere heimische Arbeitsplätze, so dass in Summe 8 bis 9 Arbeitsplätze direkt in der heimischen Industrie entstehen würden. Und dabei sind Zusatznutzen wie Lehrlingsausbildung, erhöhte Kommunalsteuer und Sozialbeiträge sowie stärkere Kaufkraft noch gar nicht berücksichtigt.
Rechnet man also noch mit einem einfachen Wertschöpfungsmultiplikator für den privaten Konsum, so kommen weitere 7 Beschäftigte indirekten hinzu. Zwischenbilanz: 15 bis 16 neue Arbeitsplätze in der Steiermark.

50 neue Jobs

Weitet man das Beispiel auf steirische Einfamilienhäuser aus, die – anders als bisher – mit heimischen statt mit ausländischen Fenstern ausgestattet werden, so könnten knapp 50 zusätzliche Arbeitsplätze in der Produktion und im indirekten Sektor entstehen. Resümee: Steirisch gedacht, steirisches Produkt gekauft, 50 neue Jobs in der Steiermark geschaffen. Zahlt sich aus, oder? Und bis jetzt reden wir nur von Fenstern, noch gar nicht von heimischer Baufirmen (mit heimischen Beschäftigten), Transporteuren, Aushubunternehmen, Gartenbaufirmen, Möbelhändlern und Tischlereien, Fliesenfirmen und Fliesenlegern, Installateuren für Gas, Wasser und Elektro ...
AK-Präsident Josef Pesserl bringt es abschließend auf den Punkt: „Produktion und Konsum vor Ort sind ein Beitrag zur Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Beschäftigung und Wertschöpfung bleiben in der Region.“
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