05.08.2016, 14:11 Uhr

AMS Leibnitz zieht an einem Strang

Ingrid Gürtl (Leiterin Servicezone), Martin Trummer (Leiter Beratungszone) und Anneliese Scheucher (Geschäftsstellenleiterin).

Das Arbeitsmarktservice Leibnitz greift im Falle von Missbräuchen konsequent durch.

Das Arbeitsmarktservice (AMS) schaffte es unlängst in die Schlagzeilen, weil es Streichungen des Arbeitslosengeldes vornahm. Wie sieht es damit im Bezirk Leibnitz aus? Die WOCHE fragte bei Geschäftsstellenleiterin Anneliese Scheucher nach.

Genaue Prüfung

"Die Möglichkeit, das Arbeitslosengeld zu streichen, gibt es schon lange. Und es gibt auch Gesetze, nach denen diese Streichung abläuft", informiert Scheucher. So müssen grobe Verfehlungen des Arbeitslosen vorliegen (Verweigerung einer zumutbaren Stelle, Terminversäumnisse etc.), damit dieser Fall eintritt. Überdies ist die Rückmeldung der Betriebe sehr wichtig, wenn ein Kunde z.B. ein Vorstellungsgespräch nicht wahrnimmt, oder nur vorspricht, um sich den "Stempel abzuholen". Viele tun dies leider nicht. Danach erfolgt sehr wohl eine genaue Prüfung und erst als letzte Konsequenz werden die Bezüge gestrichen. "Prinzipiell muss festgehalten werden, dass niemand gerne arbeitslos ist. Natürlich gibt es schwarze Schafe, die das System ausnutzen, aber wir sind sehr genau und können Missbräuche dadurch minimieren", so Scheucher.

Konsequente Handhabung

"Bei uns stehen die Menschen im Vordergrund und wir sind stets bemüht, ihnen zu helfen. Es braucht aber auch eine Eigeninitiative und Eigenverantwortung, damit die Zeit der Arbeitslosigkeit so kurz wie möglich gehalten wird", analysiert Ingrid Gürtl, Abteilungsleiterin der Servicezone. Zwei Mal im Monat findet für neue Kunden eine Informationsveranstaltung statt, bei der ihnen ihre Rechte und Pflichten erläutert werden.

Große Unterstützung

"Wir sehen uns als Unterstützung in Notsituationen, denn Arbeitslosigkeit kann jeden treffen", sind sich Scheucher und Gürtl einig und belegen das mit Zahlen. Von 33.562 Personen, die im Vorjahr im Bezirk Leibnitz unselbstständig beschäftigt waren, waren 10.137 Personen einmal arbeitslos – also rund ein Drittel. "Wir unterstützen arbeitssuchende Menschen mit Workshops und diversen Trainings bei ihren Bewerbungsaktivitäten, aber sie müssen die Initiative ergreifen. Bei den wenigen, die das nicht tun, greifen wir konsequent durch", so Scheucher.
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