31.08.2016, 11:16 Uhr

Das Maramba Projekt: Eisenerz und seine Vergangenheit in Sierra Leone

Ivo Gölz_Marampa/Lunsar 1983 (Foto: eisenerZ*ART)
EISENERZ. Europa/Afrika, Österreich/Sierra Leone, Eisenerz/Marampa. Das sind die Koordinaten für ein künstlerisches Projekt der Wiener Künstlerin Juma Hauser.
Anfang der 1980er-Jahre baute eine Tochtergesellschaft der Voest in Marampa, Sierra Leone, Erz ab. Etwa 40 österreichische Mitarbeiter und ihre Familien, darunter auch viele Eisenerzer, ließen sich zwischen 1980 und 1985 in Marampa auf einer ehemals britisch kolonialen Bergbau-Infrastruktur nieder. Angelegt war das Projekt in Marampa auf lange Sicht, es scheiterte aber nach wenigen Jahren.


Das Marampa Pub

An diese historische Verbindung nach Marampa erinnert in Eisenerz heute noch das Marampa Pub, das von einem ehemaligen Mitarbeiter nach seiner Rückkehr eröffnet wurde. Auch Juma Hauser hat eine biographische Verbindung zu Marampa: Ihr Vater unterrichtete dort die Kinder der Voest-Mitarbeiter, ein Jahr lang lebte sie mit ihrer Familie dort.
Eine gewisse Innensicht begleitet somit dieses Projekt, das durch einen Zufall im Marampa Pub begann. Seither führte Hauser Interviews mit ehemaligen Mitarbeitern, sammelte Spuren und recherchierte in Österreich, Sierra Leone und Großbritannien.

Wandgestaltung und Buch

Als Reminiszenz an dieses afrikanische Bergbau-Kapitel entsteht nun eine künstlerische Wandgestaltung beim Eisenerzer Busbahnhof, direkt neben dem Marampa Pub, das heuer seinen 30. Geburtstag feiert. Und dazu wird eine umfassende Publikation präsentiert:

Das Marampa Projekt von Juma Hauser
Buchpräsentation, Installation im öffentlichen Raum
Samstag, 3. September 2016, 19 Uhr
Marampa Pub, Busbahnhof Eisenerz


In ihrem Buch Das Marampa Projekt – Als es im kolonialen Clubhouse Schnitzel gab, ein Ministerialbeamter unter einem Baum in Afrika telefonierte, zwei Erzzüge aufeinander zufuhren und der Trafokoarl im Swimmingpool einen Frosch verschluckte… (Mandelbaum Verlag, 2016) verknüpft Hauser Interviews, Zitate, Anekdoten und Archivmaterial zu einer etwas anderen Industriegeschichte – über individuelle Erfahrungen in einem größeren historischen Kontext.


Altstadtführung

Gleichzeitig nutzt eisenerZ*ART die Gelegenheit, um noch einmal jene Kunst im öffentlichen Raum zu präsentieren, die diesen Sommer, initiiert von eisenerZ*ART und ausgeführt vom Daily Rhythms Collective, im Rahmen des Zeitlupen-Schwerpunkts entstand:
Eine Stunde vor der Präsentation des Marampa Projekts wird ein letzter „Chain Reaction“ Rundgang geboten. Dabei werden Nayari Castillo, Sara Gonzalez Novi und Hanns Holger Rutz zu jenen Punkten in der Altstadt führen, die das fünfköpfige Kollektiv im Zuge seiner zehntägigen Künstlerresidenz durch subtile Interventionen verändert hat. Der Rundgang endet rechtzeitig vor dem Marampa Pub.
Treffpunkt: 18 Uhr, Freiraum_Kunstraum Eisenerz, Freiheitsplatz 1A (ebenfalls am Samstag, 3. September)
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