08.04.2016, 13:15 Uhr

WKO gegen flächendeckende Maut

Die Wirtschaftskammer positioniert sich klar gegen die flächedeckende Maut. (Foto: Cescutti)

Als "Anschlag auf die regionale Wirtschaft" sieht der Voitsberger Wirtschaftskammer-Regionalstellenobmann Peter Sükar eine flächendeckende Maut, die in vielen Bundesländern derzeit diskutiert wird.

Alle Fahrzeuge über 3,5 Tonnen sollen pro gefahrenem Kilometern auf Landes- und Gemeindestraßen 30 Cent zahlen - eine Mehrbelastung von jährlich etwa 650 Millionen Euro. Und eine Existenzbedrohung für Unternehmen in der Peripherie, also abseits der Autobahnen.
"Greisler in ländlichen Gebieten haben durch diese Verteuerung keine Chance", so Sükar, der zudem die Aufhebung der Zweckbindung der Mineralölsteuer für den Straßenbau kritisiert. "Jetzt sucht man neue Wege den Straßenbau zu finanzieren. Der Staat muss endlich lernen mit seinem Geld auszukommen anstatt ständig neue Steuern zu erfinden.

Transporte werden teurer
Die Steiermark, speziell auch die Unternehmen im Bezirk Voitsberg, sind von Exporten abhängig. Müsste man die Fahrten bemauten, würden die Produkte teurer werden und die Wettbewerbsfähigkeit sinken. "Diese Maut würde klar entgegen dem Motto 'Peripherie stärken' wirken", heißt es von Seiten der Wirtschaftskammer.

Teures Mautsystem
Für die Einhebung der Maut wäre ein Sattelitentechnologie-System eine wahrscheinliche Möglichkeit. Dieses wäre ein zweites, von Autobahnen und Schnellstraßen unabhängiges System, dessen Errichtungskosten von der Wirtschaftskammer auf etwa 350 Millionen Euro geschätzt werden. Zusätzlich würden 20 Prozent der jährlichen Einnahmen aus der Maut demnach in den Betrieb des Systems fließen.

Kommt die Maut?
In der Steiermark wird noch über die Einführung diskutiert. Kärnten und Salzburg haben bereits signalisiert, sie einführen zu wollen. Ist diese Megamaut, wie sie von der WKO bezeichnet wird, erst einmal in einem Bundesland eingeführt, wird sie früher oder später in ganz Österreich kommen, sind sich Sükar und Regionalstellenleiter Gerhard Streit einig.
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Wolfgang Altrichter aus Steyr | 14.04.2016 | 00:49   Melden
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