Bürgerinitiative warnt: Forstheide wird zu "Disneyland"

Bürgerinitiative kritisiert Stadt: Manfred Ecker am "Umkehrplatz und auf der Waldautobahn" in der Forstheide.
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STADT AMSTETTEN. "Wer hätte je gedacht, dass wir um den Kokeschwald kämpfen müssen", erklärt Roland Dirnberger von der Bürgerinitiative "Rettet die Forstheide".
Der "Kokeschwald" in Hausmening ist ein knapp 40 ha großes Waldstück, den die Stadtgemeinde gekauft hat, dort soll ein Themenweg und ein Outdoor-Klassenzimmer entstehen.

Disneyland um Hochstand

"Aus dem ursprünglich vereinbarten Wald mit naturnaher Nutzung – ohne Gewinnabsicht, wird mehr und mehr ein Disneyland rund um drei Bäume und einen Hochstand", heißt es seitens der Bürgerinitiative.

Fragen an die Stadt

Diese richtet einige offene Fragen an die Stadtgemeinde: "Wozu wurde eine Forststraße vom Teichweg bis zu den sogenannten Hatschekteichen geschlagen? Bis jetzt wurde keine breitere Straße als die vorhandene für Forstarbeiten benötigt. Warum verputzt man Steuergelder für eine ,Waldautobahn‘ inklusive Wendeplatz, wenn es sich angeblich um keinen konventionellen Wirtschaftswald mehr handelt?" Zudem würde die Forststraße einen "wertvollen, seltenen Erlenbruch, der nach Natura-2000-Richtlinie zu erhalten ist", durchschneiden.

Der Weg macht Sinn

"Wir haben uns das Projekt im Detail angeschaut und Expertenmeinungen eingeholt", sagt Amstettens Umweltstadtrat Dominic Hörlezeder (Grüne), "der Weg macht Sinn".
"Das ist keine Waldautobahn, das ist ein Schotterstraßerl", sagt der Stadtrat. Die Breite ist rund drei Meter. "Damit der Wald ordentlich bewirtschaftet werden kann, ohne den Boden zu verdichten, braucht es diese Schotterstraße", betont er. "Ziel ist, dass das Zentrum des Waldes möglichst unberührt bleibt", so Hörlezeder.

Sicherheit für Heidebesucher

Auch auf die Sicherheit der Waldbesucher verweist der Stadtrat im Zusammenhang mit zahlreichen kleinen Wegen, die durch die Forstheide führen. Derzeit kommt es vermehrt zu Baumsterben. Borkenkäfer befallen Fichten, ein Pilz die Eschen. Ohne Maßnahmen müsste man die Bevölkerung aussperren. Man wolle aber dieser und im Speziellen den Schülern mit Themenweg und Outdoor-Klassenzimmer "die Natur näherbringen". "Niemand will der Natur schaden", sagt Hörlezeder.

"Irritierende" Äußerungen

"Es gibt ständigen Kontakt mit der Bürgerinitiative", meint Umweltstadtrat Dominic Hörlezeder. Zudem wäre die Bürgerinitiative in die Planung miteingebunden – auch für das weitere Vorgehen, hätte man bereits wieder einen Termin vereinbart. Für ihn sei daher der Versuch, über die Öffentlichkeit und die Medien Druck auszuüben, "irritierend".
Die Initiative sieht den Informationsfluss mit der Stadtgemeinde allerdings gestört: "Wir wurden ein Jahr lang stillgehalten, wir bekamen keine oder schlechte Infos."

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