21.07.2017, 07:22 Uhr

Pläne für das Bahnhofsareal: Amstetten als "Drehscheibe" der Region

Stadtentwicklung: Rund um die Remise sollen künftig Visionen erdacht und umgesetzt werden.

STADT AMSTETTEN. Vor rund 150 Jahren konnten die Blindenmarkter nichts mit "diesem neumodernen Zeug anfangen", erzählt Günther Sterlike, ÖBB Immobilien Projektentwicklung und Verwertung. So entstand der neue Knotenpunkt an der damaligen Kaiserin-Elisabeth-Westbahn mit dem Anschluss an die Kronprinz-Rudolf-Bahn ein paar Kilometer weiter westlich – in Amstetten.

Ein bewusstes "Ja!"

Dieses bewusste "Ja!" der Amstettner hat aus dem 600-Einwohner-Dorf die heutige Stadt gemacht. Denn mit den Zügen kamen auch die Arbeitsplätze und mit den Jobs stieg die Nachfrage an Wohnungen und mit der steigenden Bevölkerungszahl stieg wiederum die Anzahl an Betrieben. Mit der Bahn begann ein Kreislauf, der heute mit dem Stadtentwicklungsgebiet auf dem Bahnhofsareal wiederholt werden soll.

Neues Viertel für Amstetten

Nach rund 150 Jahren müsse man wieder bewusst "Ja!" sagen, meint Sterlike zu dem Gebiet rund um den Bahnhof. Auf 100.000 Quadratmeter, das sind mehr als zehn Fußballfelder, soll auf für den Bahnbetrieb nicht mehr benötigten Flächen im nächsten Jahrzehnt nicht nur ein Stadtviertel aus dem Boden wachsen, hier sollen künftig auch "Visionen gedacht und umgesetzt" werden.

Die Welt im Wandel

Die Arbeitswelt und damit die Gesellschaft befindet sich in einem radikalen Wandel. Die Digitale Revolution oder besser "Disruption", also Innovationen, die Bestehendes gänzlich verdrängen, werden dazu führen, dass in den nächsten beiden Jahrzehnten jeder zweite Arbeitsplatz nicht mehr existieren oder ersetzt werden wird, so Sterlike. "Das macht Angst", sagt er, "und Angst macht krank". Daher müsse man sich die Frage stellen, wie werden wir künftig arbeiten und wohnen.

So soll rund um die "Keimzelle" Remise ein Platz für Bildung, für Arbeit und für Wohnen entstehen. Eine "Drehscheibe" für die ganze Region, so Sterlike. Die Lage entlang der Bahn zwischen Wien und Linz sei ideal.

Denkweisen "verrücken"

Es geht darum, Visionen zu formulieren, so Bürgermeisterin Ursula Puchebner, die sich hier künftig auch eine Fachhochschule vorstellen könnte. In den nächsten Jahrzehnten soll Amstetten auf 30.000 Einwohner wachsen, dazu brauche es ein "zukunftsfittes Entwicklungskonzept".

Dazu müsse man auch "Denkweisen verrücken", ist die Bürgermeisterin überzeugt und betont: "Es ist eine historische Chance." Eine Chance, die mit einer möglichen Landesausstellung 2023 in der Remise in ein besonderes Licht gerückt werden könnte.
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