Windräder im Weilhartsforst?
Umwidmungsverfahren gestartet
- Da das Land OÖ den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben möchte, wurde der Weg eines beschleunigten Verfahrens gewählt. Das heißt: Das Land OÖ verfügt selbst über die Widmung.
- Foto: MeinBezirk (Symbolfoto)
- hochgeladen von Ingo Till
Im Weilhartsforst könnten künftig Windräder entstehen. Fest steht allerdings noch nichts. Darauf weist Hochburg-Achs Bürgermeister Martin Zimmer hin.
HOCHBURG-ACH. Umwelt- und Naturschutzinitiativen schlagen bereits Alarm: Im Raum steht die Errichtung von bis zu 41 Windkraftanlagen mit 289 Metern Höhe im Weilhartsforst. Andere Quellen sprechen wiederum von 19 „Riesen“. Betroffen wären mehrere Gemeinden: Geretsberg, Gilgenberg, Hochburg-Ach, Ostermiething, St. Radegund, Schwand, Tarsdorf und Überackern. Konkrete Pläne gibt es laut Zimmer jedoch noch nicht.
Bürgermeister-Beratungen
Die „Weilharts-Bürgermeister“ haben sich bereits ausgetauscht, in Hochburg-Ach wurde das Thema auch im Umweltausschuss behandelt. Zimmer betont, dass es derzeit ausschließlich um eine Widmung des Gebietes rund um den Weilhartsforst als Beschleunigungszone für Windkraftprojekte gehe.
Da das Land OÖ den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreibt, liegt die Entscheidung über die Widmung diesmal nicht bei den Gemeinden. Kommunen und Bürger können zum eingeleiteten Verfahren lediglich Stellungnahmen einbringen – die Frist endet am 11. Dezember. Die Gemeinde Hochburg-Ach hat dazu bereits eine vorbereitet, die auch kritische Aspekte enthält. Zimmer verweist besonders auf das Wasserschutzgebiet im Weilhartsforst, das für die Trinkwasserversorgung wichtig ist. „Das Grundelement Wasser darf nicht belastet werden“, so Zimmer. Daran, dass die Gemeinden vom Land nicht rechtzeitig informiert worden seien, übt er Kritik.
Ergebnis offen
Selbst eine Widmung bedeute noch keinen tatsächlichen Bau: Waldeigentümer und Forstverwaltung hätten signalisiert, nur Projekte umzusetzen, die der Bevölkerung nutzen. Zudem stehen noch Windmessungen aus. Angesichts der Lage in einem Tiefbecken sei unklar, ob der Standort wirtschaftlich geeignet sei. Dass Initiativen bereits Gegenmaßnahmen planen, hält Zimmer für überzogen.
Widerstand auch aus Bayern
Besonders aktiv ist die „Initiative Burgkirchen, Neukirchen und Braunau (BNB)“, die bereits gegen ein Windkraftprojekt im benachbarten Lachforst mobilisiert. Nun engagiert sie sich auch im Weilhartsforst, unterstützt von der bayerischen Gruppe „Gegenwind Altötting“.
Die Initiative nennt als Kritikpunkte unter anderem mögliche Lärmbelastungen, negative Auswirkungen auf die Tierwelt, unter anderem auf den Waldrapp, Gefahren für das Grund- und Trinkwasser durch auslaufende Betriebsstoffe und eine aus ihrer Sicht unzureichende Windleistung. Auch das Landschaftsbild werde beeinträchtigt.
Aktuelle Nachrichten aus Braunau auf
Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.