EU-Wahl 2019
Auch im Bezirk Braunau ist ÖVP Wahlsieger, kaum Stimmenverlust für FPÖ

BEZIRK (ebba). Das vorläufige Ergebnis, wie der Bezirk Braunau gewählt hat, ist da. „Vorläufig“ deshalb, da die Auswertung auf 83 Prozent der Stimmen basiert, denn 17 Prozent wurden in Form von Wahlkarten abgegeben, die erst noch ausgezählt werden müssen.


So hat der Bezirk Braunau gewählt:

Von 35.995 gültigen Stimmen entfallen 14.904 auf die ÖVP. Das macht 41,41% (plus 9,5%) für die Volkspartei. 6.648 Stimmen wurden für die SPÖ abgegeben – ergibt 18,47 Prozent (minus 1,91%). Im Gegensatz zum Bundesland-Ergebnis sind im Bezirk Braunau die Freiheitlichen – trotz Ibiza-Video-Skandals – immer noch stärker als die SPÖ. Für die FPÖ wurden 8.243 „Jetzt-erst-recht“-Stimmen abgegeben. Das sind 22,90% (minus 0,63%). Den Grünen schenkten 3.717 Wähler ihr Vertrauen – in Prozent: 10,33 (minus 1,05%). Die NEOS erhielten 1.997 Stimmen, also 5,55 Prozent (minus 1,08%). Die KPÖ wählten 189 Wahlberechtigte – macht 0,53%. Die Liste EUROPA-Jetzt bekam 297 Stimmen, also 0,83% vom Kuchen (Auszählungsstand: 26. Mai, 23.06 Uhr).

Fazit: Wahlgewinner ist auch im Bezirk Braunau die ÖVP. SPÖ, Grüne und NEOS verlieren ein paar Stimmen. Überraschenderweise bleibt die FPÖ zweitstärkste Partei im Bezirk, da auch die Freiheitlichen nur geringfügig Stimmen einbüßen.


Reaktionen der Parteien aus dem Bezirk Braunau:


ÖVP: VP-Bezirksgeschäftsführer Klaus Mühlbacher:
„Auch in den Gemeinden des Bezirkes hat sich der Trend auf Landes- und Bundesebene fortgesetzt. Wir bedanken uns bei unseren Wählerinnen und Wählern für das entgegengebrachte Vertrauen! Ein klares Votum für Stabilität und Staatsverantwortung, eine klare Absage an Parteitaktik und Provokation und ein Auftrag, kontinuierlich für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger weiter zu arbeiten. Wir konnten auf Bezirksebene fast flächendeckend zulegen (vorbehaltlich Auszählungsergebnis der Briefwahlstimmen und dem Vorliegen des endgültigen Wahlergebnisses). Die Wahlbeteiligung zeigt eine sehr erfreuliche Entwicklung. Die Menschen denken „pro-europäisch“ und wollen auch in Europa mitreden.“

FPÖ: FP-Bezirksparteiobmann LAbg. David Schießl:
„Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden. Nach dem Ibizagate wurde uns ja ein Totalabsturz prognostiziert. Dieser hat nicht stattgefunden, wir konnten im Vergleich zu 2014 sogar da und dort kräftig zulegen. Wie bei jeder Wahl gab es auch dieses Mal im Bezirk sehr überraschende Ergebnisse, vor allem das fast überall schlechte Abschneiden der SPÖ! Bezirksweit liegen wir 4,5% vor der SPÖ. Im Bezirk verliert die SPÖ zum Ergebnis 2014 sogar 2%. In Lengau sogar -5%. Überraschend waren die beiden FPÖ-Ergebnisse in Perwang mit 21,17% und Pfaffstätt 20,98% – da haben wir keine Ortsgruppen. Erfreulich waren die starken Zugewinne in Geretsberg +6,5%, Palting +5,5%, Lochen +4,4% und Moosdorf +4,4%. Das Ergebnis zeigt, dass wir mit unserer Politik den richtigen Weg eingeschlagen haben. Dieses trotz aller Widrigkeiten erfolgreiche Ergebnis zeigt, dass die FPÖ in den Jahren der erfolgreichen Arbeit, ein starkes Stammwählerpotential aufbauen konnte. Danke an alle, die von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben. Die Wahlbeteiligung freut mich, da es ein höheres Interesse der Bevölkerung an der EU und der Demokratie widerspiegelt.“

SPÖ: SP-Landtagsabgeordneter Bürgermeister Erich Rippl:
"Ich muss neidlos dem Sieger ÖVP gratulieren. Für uns positiv zu erwähnen ist, dass wir im Bezirk gut 2.000 Stimmen dazu gewonnen haben, im Vergleich zur letzten Wahl. Aufgrund der Berechnungsgrundlage haben wir nun aber leider ein Minus davor stehen und bei dieser Wahl eher verloren. Für uns heißt es jetzt weiterarbeiten und Vertrauen gewinnen beziehungsweise zurück gewinnen."

DIE GRÜNEN: Bezirkssprecher der Grünen Bundesrat David Stögmüller:
„Nach den Auswertungen sieht es tatsächlich so aus, als ob wir heute noch mit einem sensationellen Wahlerfolg rechnen können. Erst einmal möchte ich allen WählerInnen für ihr Vertrauen danken. Aber auch tausenden Freiwilligen, allen FunktionärInnen und AktivistInnen, die in den letzten Wochen mit sehr viel Herzblut und Einsatz für dieses Wahlergebnis gekämpft haben. Die Grünen sind wieder da und das mit einem starken Votum für Klimaschutz,Gerechtigkeit und sozialen Zusammenhalt sowie saubere Politik. Und es ist ebenso ein starkes Votum für die grüne Verteidigung europäischer Werte. Aktuell sieht es so aus, als ob wir mit zwei Mandaten im Europaparlament vertreten sein werden – mit starken Persönlichkeiten werden wir für die dringendsten Anliegen aller EuropäerInnen kämpfen. Nämlich Klimaschutz, eine nachhaltige Agrarwende und eine ökologisch soziale Friedensrepublik Europa. Die Grünen sind wieder da und das ist ein starkes Zeichen für die kommende Nationalratswahl. Wir werden gestärkt und mit Mut, Zuversicht und den richtigen Antworten für die Zukunft um den Wiedereinzug in den Nationalrat kämpfen. Denn es braucht mehr denn je korruptionsfreie Grüne im Parlament. Möglicherweise wäre noch mehr drin gewesen, wenn die beschämenden und schockierenden Ereignisse der letzten Woche und ihre Folgen nicht die wichtigen Zukunftsthemen zurückgedrängt hätten. Zeigen doch Ergebnisse in den anderen Ländern, etwa in den Niederlanden oder Irland, dass die Grünen mit ihren Themen Klimaschutz, Gerechtigkeit und sozialer Zusammenhalt hohen Zuspruch in Europa erhalten. Wenn die Auszählungen der Wahlkarten fertig ist, werden wir auch noch wissen, ob sich ein drittes Mandat für uns Grüne ausgegangen ist.“

NEOS: Hans Berger, NEOS-Gemeinderat in Mauerkirchen:
„Wir freuen uns über dieses Ergebnis. Im Vergleich zu der Nationalratswahl 2017 sind wir stark gewachsen. Es spricht dafür, dass viele Menschen unsere ehrliche Art von Politik haben wollen. Wir haben einen sehr starken Wahlkampf geführt und klar gesagt, wohin die Reise in Europa gehen soll: Zu den Vereinigten Staaten von Europa. Wir sind zu unseren Überzeugungen gestanden und freuen uns, dass wir auch die Unterstützung so vieler Menschen gewinnen konnten. Die NEOS-Spitzenkandidatin Claudia Gamon hat ihre Sache großartig gemacht. Mit dem Ergebnis 8,7% nach der Stimmenauszählung und Schätzung der Wahlkartenstimmen sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Es ist auch eine Garantie für einen Reformkurs, da in der Liberalen Fraktion alle den Willen zur Zusammenarbeit und Weiterentwicklung der Union haben. Die gestiegene Wahlbeteiligung ist ein sehr erfreuliches demokratiepolitisches Signal auf EU-Ebene. Liberale sind nach dieser Wahl die drittstärkste Fraktion im EU-Parlament, mit über 100 Parlamentariern. Überraschend ist, dass es keine gesicherten Mehrheiten mehr gibt für die zwei größten Fraktionen in der EU. Sowohl die EVP als auch die SPE haben jeweils weit über 40 Mandate verloren.“

Alle Ergebnisse von Gemeinde- bis Bundesebene und weitere Reaktionen politischer Vertreter finden Sie hier: meinbezirk.at/eu-wahl-ooe

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