29.01.2018, 10:44 Uhr

Gewerkschaftsjugend setzt sich für Berufsschulrettung ein

ÖGB-Jugendsekretärin Michaela Kramesch, ÖGJ-Vorsitzender Josef Rehberger und seine StellvertreterInnen Christian Hofmanninger, Nicki Mayr und Raffael Schöberl kämpfen gegen die Schließung von Berufsschulen. (Foto: ÖGJ OÖ)

Mittels einer Unterschriftensammlung will die ÖGJ Druck aufbauen.

BRAUNAU (penz). Die Berufsschulschließungspläne sind fix. Am Donnerstag, 18. Jänner, informierte die Landesrätin Christine Haberlander alle Landtagsfraktionen: "Es fand im Landtag eine Sitzung des Bildungsausschusses statt. Dort wurde der aktuelle Stand des Projekts "Berufsschulen 2020" präsentiert. Das Projekt wurde im Sommer vor dem Hintergrund der sinkenden Schülerzahlen in den Berufsschulen gestartet. 2008 waren es noch 30.000 Schüler, jetzt sind es nur mehr 24.000. Aber es gibt noch immer gleich viele Berufsschul-Standorte, nämlich 26. Das Berufsschul-Projekt, besetzt mit Vertretern des Landeschulrats und des Landes OÖ, soll erarbeiten, wie wir die bestmögliche pädagogische Qualität und die bestmögliche Ausbildung für die Lehrlinge erreichen. Und über den aktuellen Projektstatus haben wir im Ausschuss berichtet." Auf die Frage, ob die Schließung also bereits zu 100 Prozent fix sei, antwortet Haberlander: "In den nächsten Wochen soll das Projekt "Berufsschulen 2020" abgeschlossen werden. Und wenn das Projektteam diese Maßnahmen vorschlägt, werden wir uns an die Umsetzung machen. Nachdem diese Maßnahmen bereits so intensiv diskutiert wurden, ist es natürlich davon auszugehen, dass diese vom Projektteam angeregt werden."

Die oberösterreichische Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) will sich gegen dieses Vorhaben wehren. Die jungen Aktivisten starten eine Unterschriftenaktion, um die gefährdeten Berufsschulen in Steyr, Braunau, Wels und Vöcklabruck oder Gmunden zu retten. „Gerade in Zeiten, in denen händeringend nach Fachkräften gerufen wird, müssen wir alles tun, um die Lehrausbildung attraktiver zu machen. Was die schwarz-blaue Landeskoalition vorhat, ist leider das genaue Gegenteil“, kritisiert Josef Rehberger, Vorsitzender der ÖGJ und Jugendvertrauensrat in der voestalpine.

Für viele Jugendliche wird der Weg zur Berufsschule verdoppelt, was gerade für jüngere Lehrlinge, die noch keinen Führerschein haben, und ihre Eltern, eine zusätzliche Belastung darstellt, zumal die öffentlichen Verkehrsmittel in vielen Regionen nicht gut ausgebaut ist. Mittels Unterschriftensammlung will die ÖGJ Druck aufbauen. „Wir werden die Schließung der Berufsschulen und die damit verbundenen Verschlechterungen für Lehrlinge auf keinen Fall hinnehmen“, stellt Rehberger klar. Die Petition kann unter diesem Link unterstützt werden.
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