IV-Konjunkturumfrage
Burgenlands Industrie erholt sich langsam, doch nicht ohne Hindernisse
- Die burgenländische Industrie arbeitet sich langsam aus der Schwächephase heraus.
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Die burgenländische Industrie arbeitet sich langsam aus der Schwächephase heraus: Die aktuelle Konjunkturumfrage zeigt eine vorsichtige Aufhellung der Stimmung – getragen von stabiler Inlandsnachfrage, aber gebremst durch schwache Impulse aus dem Ausland.
BURGENLAND. Die wirtschaftliche Lage der Industrie im Burgenland entwickelt sich leicht nach oben. Laut aktueller Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung (IV) Burgenland und der Wirtschaftskammer (WK) Burgenland setzt sich der bereits im Vorquartal begonnene Aufwärtstrend fort. Trotz anhaltender geopolitischer Unsicherheiten drehen mehrere Indikatoren ins Positive.
Erstmals seit zwei Quartalen liegt die Einschätzung der Industriekonjunktur im Burgenland über dem österreichweiten Durchschnitt. Insgesamt erreicht die Stimmung etwa das Niveau von Mitte 2023. Die aktuelle Geschäftslage wird von den Unternehmen stabil mit leicht positiver Tendenz beurteilt und entspricht in etwa dem Vorjahreswert.
„Stabiler“ Blick in die Zukunft
Auch bei den Auftragsbeständen zeigt sich eine Verbesserung: Rund die Hälfte der befragten Betriebe stuft ihre Auftragslage als durchschnittlich ein, während rund 30 Prozent von guten Auftragsbeständen sprechen. Anders sieht es beim Auslandsgeschäft aus: Der Saldo der Aufträge stagniert laut Bericht. Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen bewertet die Lage als durchschnittlich, rund 26 Prozent beurteilen sie als gut.
Deutlich optimistischer fällt hingegen der Blick auf den Arbeitsmarkt aus. Der Anteil jener Unternehmen, die in den kommenden drei Monaten mit steigender Beschäftigung rechnen, ist deutlich gestiegen. Die Mehrheit erwartet allerdings einen gleichbleibenden Beschäftigtenstand. Parallel dazu gehen die Betriebe überwiegend von stabilen Verkaufspreisen aus; Erwartungen sinkender Preise sind praktisch verschwunden.
- IV-Burgenland Geschäftsführerin Aniko Benkö: : „Wir sehen eine langsame Erholung, die seit zwei Quartalen anhält und diesen Schwung hoffentlich weiter mitnehmen kann.“
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Besonders positiv zeigt sich die Einschätzung der Geschäftslage auf Sicht von sechs Monaten. 14 Prozent der befragten Unternehmen rechnet mit einer Verschlechterung, während die große Mehrheit von einer stabilen Entwicklung ausgeht.
IV-Chefin warnt vor Regulierungen
IV-Burgenland-Geschäftsführerin Aniko Benkö meint dazu: „Wir sehen eine langsame Erholung, die seit zwei Quartalen anhält und diesen Schwung hoffentlich weiter mitnehmen kann.“ Gleichzeitig warnt sie: „Erholung darf nicht mit ständig neuen Regulierungen erdrückt werden.“
Kritisch verweist sie auf steigende Anforderungen durch neue EU-Vorgaben, die Unternehmen Ressourcen binden würden. Diese würden jedoch gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten für Investitionen, Beschäftigung sowie Forschung und Entwicklung benötigt. Das Fazit: „Insgesamt steht der Aufschwung aufgrund der anhaltenden geopolitischen Krisen auf wackeligen Beinen. Wichtig ist daher, den Standort jetzt nachhaltig zu stärken“, so Benkö.
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