Imker ziehen Bilanz
Überdurchschnittliche Honigernte im Nordburgenland heuer
- Herbert Grafl freut sich über eine überdurchschnittliche Honigernte im Nordburgenland.
- Foto: Dorottya Fejes/MeinBezirk
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Bis zu 30 Kilogramm Honig pro Bienenvolk: Das ist zwar noch keine Rekordernte, aber überdurchschnittlich für das Nordburgenland. Obwohl die Honigernte derzeit noch läuft, ziehen die heimischen Imkerinnen und Imker jetzt schon eine positive Bilanz. Dazu habe vor allem der milde Winter beigetragen.
NORDBURGENLAND. Herbert Grafl, Obmann des Burgenländischen Imkereiverbandes, betreibt in Schattendorf (Bezirk Mattersburg) eine kleine Bio-Imkerei. Er freut sich heuer über eine besonders gute Honigernte. Durchschnittlich liefern Bienenvölker 10 bis 15 Kilogramm Honig. Dieses Jahr könnten es laut Grafl bis zu 30 Kilogramm werden. Der burgenländische Honig punktet heuer nicht nur mit einer guten Ernte, sondern auch mit seiner bewährten hohen Qualität.
Durch den milden Winter konnten die Bienenvölker heuer sehr früh brüten und die Imkereien konnten mit starken Bienenvölkern in den Frühling starten. "Dadurch gab es schon in der Frühlingsernte hohe Erträge, die sich dann durch diese positive Witterung, also kein Frost, kein Starkregen etc., übers ganze Jahr hingezogen haben", erklärte Grafl.
Positive Bilanz bei der Honigernte
Im Burgenland betreiben rund 15 Prozent der Imkerinnen und Imker eine Bio-Imkerei. Dazu gehören auch Carmen und Sebastian Gartner in Neusiedl am See. Obwohl die Honigernte noch nicht abgeschlossen ist, rechnet Sebastian Gartner mit einem Ertrag von 30 bis 35 Kilogramm pro Bienenvolk. Den Hauptertrag konnte der Familienbetrieb vor allem im Frühjahr ernten, das sei der milden Witterung zu verdanken.
- Julia Mainx absolvierte 2010 den Grundkurs zur Facharbeiterin Bienenwirtschaft und arbeitet seit dem mit fünf bis zehn Bienenvölkern.
- Foto: Julia Mainx
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Auch Julia Mainx aus St. Margarethen (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) bestätigte, dass heuer die Honigerträge im Nordburgenland überdurchschnittlich seien. Ein Rekordjahr sei es jedoch nicht, betonte sie. Mainx ist Obfrau des Bienenzuchtvereins St. Margarethen. Sie selbst ist seit 2010 als Hobbyimkerin tätig und arbeitet jährlich mit fünf bis zehn Bienenvölkern. Der Bienenzuchtverein St. Margarethen hat derzeit rund 40 Mitglieder, wovon fast ein Viertel Frauen sind. Darüber zeigt sich auch die Obfrau erfreut, denn als sie die Position vor sieben Jahren übernahm, war noch keine Frau im Verein.
Honigverkauf wird schwieriger
Die Mitglieder des Bienenzuchtvereins St. Margarethen sind fast ausschließlich Hobbyimkerinnen und -imker, das heißt sie führen ihre Imkereien nebenberuflich, so wie der Großteil der burgenländischen Imkereien. Die Erträge seien zwar dieses Jahr überdurchschnittlich, doch die Absatzmöglichkeiten werden laut Grafl zunehmend schwieriger. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Honig liegt derzeit in Österreich bei rund einem Kilogramm. Als möglichen Grund nennt Grafl den Preis. Während ein Kilogramm Zucker rund 1,20 Euro koste, liege der Preis für ein Kilogramm Honig bei etwa 15 Euro.
Neue EU-Regeln sollen heimischen Honig stärken
Um die heimischen Imkereien zu unterstützen, appelliert der Burgenländische Imkereiverband an die Bevölkerung, beim Einkauf auf den regionalen oder österreichischen Honig zurückzugreifen. Dazu soll auch eine neue EU-Regelung beitragen. Seit 14. Juni gelten die sogenannten "Frühstücksrichtlinien". Bei Honigmischungen müssen nun alle Ursprungsländer und ihre jeweiligen Anteile angegeben werden. Die Kennzeichnung soll für mehr Transparenz sorgen und die heimische Produktion stärken.
Varroamilbe bleibt große Herausforderung
Die größte Herausforderung sei derzeit die Varroamilbe. Diese pflanzt sich in der Brut innerhalb des Volkes fort und überträgt verschiedene Krankheiten. Durch den milden Winter begann auch die Brut der Varroamilbe heuer sehr früh. "Da muss natürlich ein jeder Imker oder Imkerin schauen, dass er das Varroa-Konzept durchzieht. Das heißt Varroa-Kontrolle, Varroa-Kontrolle, Varroa-Kontrolle. Ganz wichtig, sonst gibt es heuer im Herbst beziehungsweise nächstes Jahr im Frühjahr sehr viele tote Bienenvölker", so Grafl.
- Die Imkerinnen und Imker im Nordburgenland erwarten bis zu 30 Kilogramm Honig pro Bienenvolk. In einem durchschnittlichen Jahr sind es zwischen 10 und 15 Kilogramm.
- Foto: Bio-Imkerei Gartner
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Burgenländische Imker suchen Nachwuchs
Neben der Varroamilbe und den wirtschaftlichen Herausforderungen beschäftigt den Burgenländischen Imkereiverband auch die Frage des Nachwuchses. Während heute rund 700 Imkerinnen und Imker im Burgenland arbeiten, waren es noch vor 60 Jahren rund 1.200. Um die heimische Imkerei langfristig zu sichern, brauche es laut Grafl mehr Menschen, die sich für die Bienenhaltung interessieren.
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