31.03.2017, 10:00 Uhr

Erfolgreich: Spurensuche endete mit persönlichem Treffen

Nach Monaten der Suche traf Jack Hersch schließlich auf Herbert Friedmann, Enkel der Retter seines Vaters. (Foto: privat)
ENNS. An diesem Wochenende kam es zu einer außergewöhnlichen Begegnung in Enns zwischen Jack Hersch und Herbert Friedmann. Jack, der Sohn des vom Todesmarsch von Mauthausen nach Gunskirchen in Kristein geretteten David Hersch begegnete dem Enkel seiner Retter.

Der Aufruf vor einigen Monaten, näheres über die Familie Friedmann zu erfahren, trug Früchte. Aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung und eigenen Recherchen konnte Kontakt mit dem Enkel Herbert Friedmann, der im Waldviertel lebt, aufgenommen werden. Es wurde ein Treffen der beiden arrangiert.

„Wie waren deine Großeltern, was waren das für Menschen?“ „Und es sei crazy, verrückt, was da passiert ist“, so der Amerikaner Jack Hersch. Herbert Friedmann führte durch das Haus, in dem sich Hersch' Vater damals versteckte, erzählte Geschichten von Ignaz und Barbara Friedmann.

Für Jack ist diese Spurensuche persönlich sehr wesentlich, denn ohne Errettung seines Vater David Hersch durch die Friedmanns säße er nicht da, eine Sichtweise, die er öfter erwähnt. Eine außergewöhnliche mutige Tat der Kristeiner Baumeisterfamilie mit weitreichenden Folgen: Drei Wochen von 16. April bis 5. Mai 1945 verbinden diese beiden Männer und ihre Geschichten.

Jack Hersch wurde erst nach dem Tod seines Vaters David so richtig auf dessen Geschichte aufmerksam. Einige Male zog es ihn nach Enns, um für sein Buch über die Rettung seines Vaters zu recherchieren. Dieses wird vermutlich 2018 vorerst in Englisch erscheinen.

Zeichen der Erinnerung

Ein Personenkomitee macht sich seit kurzem in Enns auf Spurensuche, auch mit dem Interesse, diese Geschichte von Mut und Zivilcourage und die Geschichte der Todesmärsche ins Ennser Geschichtsbewusstsein zu rücken. Nur sehr wenige bewiesen damals solchen Mut zur Menschlichkeit.

Geplant ist, an der Stelle der Rettung am Ende der Zuckerfabriksmauer ein Zeichen der Erinnerung und Ermutigung zu setzen. Nähere Informationen erhalten Interessierte bei Fritz und Gabriele Käferböck (gabriele.kaefer@aon.at, 0699/10190436).

0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.