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In Rothneusiedl wachsen bereits Obstbäume zum Selbstpflücken

v. l.: Planungsstadträtin Ulli Sima, Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál (alle SPÖ). | Foto: Stadt Wien/Martin Votava
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In Rothneusiedl entsteht ab 2030 ein Stadtentwicklungsgebiet mit 124 Hektar Fläche. Dafür wurden am Donnerstag erste Obstbäume gepflanzt, die den zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohnern zur Verfügung stehen sollen, wenn sie einziehen.

WIEN/FAVORITEN. Im Süden von Favoriten erstrecken sich auf etwa 124 Hektar Fläche mehrere Felder. Ab 2030 entsteht hier ein großes Stadtentwicklungsgebiet. Rothneusiedl ist eines der großen Projekte der Stadt Wien, bei dem in Zukunft rund 21.000 Menschen ihr neues Zuhause finden sollen.

Das Projekt soll zahlreiche nachhaltige Konzepte wie Kreislaufwirtschaft, eine autarke Energieversorgung und "Urban Farming" vereinen, heißt es. Für Letzteres ist unter anderem eine Streuobstwiese geplant, die in Rothneusiedl öffentlich betreten und benutzt werden soll, um die Nachbarschaft mit Früchten zu versorgen. Am Donnerstag, 3. April, versammelten sich Stadt- und Bezirkspolitik, um einige der ersten Bäume für Rothneusiedl zu pflanzen.

Ernten erwünscht

111 Obstbäume sollen auf 4.000 Quadratmeter für mehr Biodiversität sorgen. Gepflanzt wurden in der Rosiwalgasse unter anderem Felsenbirnen, Apfelbäume, Lotuspflaumen und Maulbeeren. Nach Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) sollen auch die örtlichen Vögel und Insekten von den neuen Pflanzen profitieren.

Die Bäume wurden in einem eingezäunten Gebiet in der Rosiwalgasse gepflanzt. Erste Früchte sollen diesen Sommer wachsen. | Foto: Michael Marbacher/ MeinBezirk
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Die Birnenbäume sollen voraussichtlich schon im heurigen Sommer Früchte tragen, die restlichen Obstbäume gedeihen in den kommenden Jahren. Da die Pflanzen besonders für Spätfrost anfällig sind, wurden nur zwei Drittel des Baumbestands gepflanzt. Der Rest folgt im Mai.

"Die Favoritnerinnen und Favoritner werden vom zusätzlichen Grünangebot maßgeblich profitieren. Besonders freut mich, dass die rote Maulbeere als Leitobst für den neuen Stadtteil gewählt wurde – weil der Maulbeerbaum sehr anpassungsfähig ist, aber auch weil Maulbeermarmelade meine Lieblingssorte ist", erzählt Bezirksvorsteher Marcus Franz (SPÖ).

Die Maulbeere verbindet eine reiche Geschichte mit Wien. Schon im 18. Jahrhundert legte Kaiserin Maria Theresia eine Maulbeerbaumschule in Margareten an, um von Seidenimporten aus China unabhängig zu werden. Der Baum wird zur Zucht von Seidenraupen verwendet.

Grün soll verbinden

Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál (SPÖ) möchte viel Wert darauf legen, in Rothneusiedl nachhaltig und hochwertig zu bauen. "Dafür ist es wichtig rechtzeitig und durchdacht die einzelnen Schritte zu setzen. Die frühe Begrünung durch die Baumpflanzungen und die Streuobstwiese im Bereich der Rosiwalgasse sind hier gute Beispiele."

Der Obstgarten soll öffentlich zugänglich sein.  | Foto: Michael Marbacher/MeinBezirk
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In Rothneusiedl sollen etwa 9.000 Wohnungen entstehen. Diese sollen zu zwei Dritteln gefördert werden. Ein großes Ziel der Stadt liegt darauf, den landwirtschaftlichen Charakter der Gegend zu bewahren. Das Gebiet entsteht auf ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen in der Nähe eines der ersten Biobetriebe Wiens, des Haschahofs. Dieser soll als "Zukunftshof" eine Anlaufstelle für Stadtlandwirtschaft und ein Nachbarschaftszentrum sein.

"Projekt aus dem letzten Jahrhundert"

Nicht alle sind von den Plänen begeistert. Erich Guzmits von der Initiative "Stop Megacity Rotheneusiedl" setzt sich für einen stärkeren Umweltschutz ein und bezeichnet die Pläne für Rothneusiedl als "Projekt aus dem letzten Jahrhundert". Die Initiative stellt sich seit bereits 18 Jahren gegen das Projekt in Rothneusiedl.

Erich Guzmits ist nicht überzeugt von den Stadtquartier-Plänen. | Foto: Michael Marbacher/MeinBezirk
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"In Zeiten der Entsiegelung und des Umweltschutzes ist diese Megacity einfach nicht zeitgemäß", meint Guzmits, der die landwirtschaftlichen Flächen und den dortigen Boden nicht verbaut sehen möchte. Die dortige Erde bezeichnet er als eine der besten in ganz Wien. Vor mehr als zehn Jahren demonstrierte die Initiative in Rothneusiedl bereits gegen die Stadion- und Einkaufszentrumspläne von Frank Stronach, die heute der Vergangenheit angehören.

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