Zum vierten Mal: Das Lippen-Kiefer-Gaumenspalten-Camp auf der Sonneninsel Seekirchen

Wo: Sonneninsel, Seekirchen am Wallersee auf Karte anzeigen

Eines von 500 Babys kommt mit einer Lippen-Kiefer-Gaumensegel-Fehlbildung zur Welt. Früher war diese Erkrankung als "Hasenscharte" bekannt. Die Therapie ist langwierig und vielschichtig, gute Erfolge sind aber erzielbar.  Mit den Lippen-Kiefer-Gaumenspalten-Camps gibt es eine im deutschsprachigen Raum einzigartige Form der intensiven Therapiewoche. Von Beginn an fanden diese Camps auf der Sonneninsel Seekirchen statt.

Intensive Therapie hilft Kindern 

Caroline König ist als Logopädin im Spezialzentrum für die Behandlung von Lippen-Kiefern-Gaumensegel-Fehlbildungen an der Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie des PMU Klinikums Salzburg tätig. Die Expertin, die auch als Lernpsychologin arbeitet, weiß, vor welchen Herausforderungen betroffene Kinder und ihre Eltern stehen: „In Österreich ist dies ein sehr spezielles Störungsfeld. Darum gibt es auch nur sehr wenige niedergelassene Therapeutinnen die auf die Behandlung spezialisiert sind.“ Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumensegel-Fehlbildungen leiden je nach Ausprägung unter diversen Einschränkungen. Neben Beschwerden beim Essen gehören Schwierigkeiten beim Sprechen zu den häufigsten Beeinträchtigungen. In der Logopädie lernen Kinder ihre eigenen Sprechmuster wahrzunehmen und sich korrekt zu artikulieren. Gerade im Vorschulalter und vor der Einschulung sollte therapeutisch intensiv gearbeitet werden. Caroline König erkannte den Bedarf an einem intensivtherapeutischen Angebot. Sie entwickelte das Konzept zum Sprach-Camp für Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten-Fehlbildungen. Mit Bianca Specht-Moser, Leiterin der Logopädie-Werkstatt, hatte Caroline König sogleich eine begeisterte Unterstützerin gefunden. „Das Üben ist anstrengend. In der Gruppe macht das Üben und Lernen mehr Spaß als in der Einzeltherapie. Zudem fällt das Lernen in Verbindung mit Emotionen auch viel leichter und das Erlernte wird besser gespeichert. Von den Kindern werden diese Gruppen nicht so sehr als Therapie wahrgenommen, sondern vielmehr als lustiges Miteinander.“

Idealer Ort für das Camp: Die Sonneninsel Seekirchen

Das erste Camp fand im Jahr 2015 statt. Beim letzten Camp im Jahr 2017 war die maximale Teilnehmerzahl von 12 Kindern zwischen fünf und zehn Jahren schnell erreicht. In der Woche von 29.01. bis 03.02. 2018 ist das Camp bereits zum vierten Mal auf der Sonneninsel Seekirchen.  Unter der Leitung von Caroline König und Bianca Specht-Moser arbeiten Studentinnen der FH für Logopädie im 5. Semester mit den Kindern. „So lernen die angehenden Kolleginnen dieses spezielle Feld kennen.“ In der Intensivwoche gibt es täglich 3 Stunden Logopädie in der Gruppe und zwei Mal je 30 Minuten Einzeltherapie. Am Nachmittag bleibt noch Zeit, um das Freizeitangebot der Sonneninsel in Anspruch zu nehmen. Die Sonneninsel war mit ihrer Nähe zu Salzburg und den einzigartigen räumlichen Möglichkeiten der ideale Ort für die LKGS-Camps. Wichtig war den Initiatorinnen ein Raum, wo Familien gute Therapiebedingungen vorfinden, übernachten können und versorgt werden. „Die hellen Räume, das freundliche Miteinander – diese Zusammenarbeit ist einfach ein Volltreffer!“, freut sich Caroline König. „Die enge Verbindung zur SALK erleichtert unsere Arbeit umso mehr.“ Betroffene zahlen lediglich Unterkunft und Verpflegung, die Therapien sind durch das Spendenkonto der MKG-Chirurgie finanziert.

Eltern und Kinder sind begeistert

Kindern und Eltern profitieren gleichermaßen von den Camps auf der Sonneninsel. Von den Eltern wird es als entlastend empfunden, zumindest für eine Woche lang nicht ständig von Termin zu Termin fahren zu müssen. „In einer Stunde kann man auch viel weniger bewirken als in einer intensiven Therapiewoche.“, ergänzt König. Außerdem ist der Austausch mit anderen Betroffenen sehr bereichernd. „Die sozialen Medien haben viele Selbsthilfegruppen abgelöst. Ein Gespräch von Mensch zu Mensch kann dies aber nicht ersetzten.“ Für die Kinder gibt es meist ein Aha-Erlebnis: „Sie merken, dass sie mit ihrer Erkrankung nicht alleine sind. Die Kinder lernen andere Kinder kennen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. Das macht Mut.“ Bei abwechslungsreichen Übungen und Lernspielen in der Gruppe stellt sich der Lerneffekt wie von alleine ein. Für die Kinder ist es außerdem wichtig zu lernen, sich in der Gruppe auszudrücken. Dadurch wird ihr Selbstbewusstsein gestärkt und sie gehen mit mehr Selbstsicherheit zurück in den Alltag.
Auch die Eltern sind begeistert: „Die Kinder nehmen das Camp nicht in erster Linie als Therapie wahr, vielmehr geht alles leicht und spielerisch, quasi nebenbei. Sie können vielmehr mit ihren Freunden spielen, im Haus toben und viel Spaß haben. Faszinierend ist, dass sie in den Therapiestunden ganz leicht ihre Übungen machen, eben weil das alles so spielerisch erfolgt!“ , erzählt eine Mutter im Gespräch

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