Das ganz besondere Seminar im Gasthof Post in Seekirchen

Michael Vereno mit den Aulos
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Vergangenes Wochenende (18. bis 21. November 2010) fand unter den bewährten Händen von Helga Vereno (Leitung) und Erwin Eder (Organisation) ein großartiges und beispielloses Seminar im salzburgischen Seekirchen, Gasthof Post, statt! Das "8. Augustin – Bordun Seminar 2010"! Borduninstrumente oder auch sogenannte "Brummbaßinstrumente" sind Instrumente, bei denen immer ein gleichbleibender Baßton mitgespielt wird wie z.B. Sackpfeife (Dudelsack) und Drehleier. Dort wurden in einer verzaubernden herzlich fröhlichen Stimmung über 30 Teilnehmer (von 6 bis über 60 Jahren) von 8 Referenten (Michael Vereno, Rudolf Lughofer, Volker Derschmidt, Tomás Spurny, Manfred Hartl, Thomas Schallaböck, Sepp Pichler, Nupi Jenner) die zu den besten Ihres Faches in Österreich zählen, 3 Tage intensiv unterrichtet. Dabei war beeindruckend was dabei als Ergebnis heraus kam! Schon der Abend am Freitag an dem uns die Seminar-Referenten die Geschichte der Bordunmusik über die letzten 2000 Jahre ebenso anschaulich wie hörbar in einem bunten Bogen zeichneten! Da war vom Aulos (älteste Belege von 700 - 2500 vor Chr.), ein Rohrblatt-Röhreninstrument der Antike, welches Michael Vereno vorstellte der uns auch gekonnt einen Höreindruck vermittelte, bis hin zur aktuellsten Neuentwicklung der Jetztzeit, einem chromatischen Bock (die kräftigste der Sackpfeifen) und einem überblasbaren Hümmelchen (kleinste Sackpfeifenart) und den verschiedensten Drehleiern, alle wesentlichen Entwicklungsstadien zu hören und zu sehen! Übrigens waren die Schotten nicht die Erfinder dieses Instrumentes sondern die haben es vielmehr lediglich geschickt verstanden über dieses Instrument Identität für ihr Volk zu schaffen!
Dudelsack und Drehleier waren, da Sie ein "komplettes Klangbild boten" und kräftig im Klang waren sowie auch den Rhythmus mittrugen, in früheren Zeiten oft auch im Verein mit Schwegeln, die "Tanzmusikinstrumente", die Kultinstrumente, im Sinne von Kultur, bei uns. Leider ist das aber praktisch völlig in Vergessenheit geraten, weshalb manchen diese Instrumente und vor allem deren Klang fremdartig geworden sind! Die diatonische Ziach wäre tanzmusikalisch das Gegenstück der Jetztzeit, das Nachfolgeinstrument.

Einmal mehr war es Michael Vereno, der trotz seiner Jugend insbesondere zur geschichtlichen Entwicklung fundiertes Wissen zeigte ganz abgesehen von seiner musikalischen Genialität. Wer an diesen Tagen Teil dieser Gemeinschaft sein durfte in der ein Jeder zu seinem persönlichen Erfolgserlebnis förmlich getragen wurde und in der ausnahmslos jeder Höchstleistungen, insbesondere was konzentriertes Arbeiten anlangt, erbrachte, der kann nicht anders als beseelt glücklich und zufrieden davon zu berichten. Von Referenten, die in diesen Tagen gar ein neues Stück ersannen und mit einer Gruppe am letzten Tag zur Aufführung brachten bis hin zu solchen, die sich einfühlsam um Spieltechniken und Ensembleklang ebenso wie um persönliche Singstimmförderung und die Vermittlung des gekonnten Balladen Singens bemühten, wie auch zwei „Instrumenten-Kliniken“ (eine für Sackpfeifen und eine für Drehleiern) bei denen kleinere Reparaturen, Schwächen, die so übers Jahr auftraten behoben wurden, prägten dieses Seminar!
Man könnte getrost sagen hier wurden auch wieder Menschen zu aktivem Leben der Volkskultur motiviert und wieder viele kleine Zellen gefördert, die das Kulturland Österreich in der ganzen Welt so berühmt und unverwechselbar machen! Viele kleine kulturelle Zellen, die in unzähligen Veranstaltungen meist uneigennützig wieder viel Gutes in die Seelen ihrer Mitmenschen zaubern und das, denke ich, ist allemal diesen Bericht Wert!

Schaut doch auch mal vorbei unter http://www.salzburgerhanswurst.at

Wann: 18.11.2010 19:00:00 bis 21.11.2010, 13:30:00 Wo: Gasthof zur Post, Seekirchen am Wallersee auf Karte anzeigen

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