Der Arbeit süßer Lohn

Die Imkerkleidung schütz Franz Lechner auch an "mondungünstigen" Tagen vor schmerzhaften Stichen.
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Franz Lechner sitzt im Hof des alten Pfarrhofs in Astätt. Neben ihm ein Stapel selbstgemachter Holzrahmen. Akribisch bringt er Drähte an die Gestelle an, legt eine exakt zugeschnitte Bienenwachsplatte in den Rahmen und setzt sie mit Hilfe eines Tachos unter Strom. Durch die Wärme schmilzt das Wachs ein wenig und wird exakt fixiert. Grundsteinlegung für ein neues Bienenheim. "Pro Jahr investiere ich gut 300 Stunden in die Tiere", verrät Lechner. 13 Bienenvölker wohnen derzeit in dem zweigeschossigen Holzhaus gegenüber. Ein Volk besteht aus je 500.000 bis 700.000 Bienen. "Ich bin erst vor neun Jahren zur Imkerei gekommen. Eigentlich hatte ich immer Angst vor den Insekten. Auf einer Obstausstellung in Obertrum haben wir einen Imker kennengelernt und meine älteste Tochter hat mich überredet, es auch einmal zu versuchen", erzählt der 61jährige.

Erfolgreicher Einstieg
"Gleich im ersten Jahr haben die fleissigen Bienchen meiner ersten vier Völker 284 Kilogramm Honig produziert. Das war ein toller Start in die Imkerei, der mich motiviert hat, weiterzumachen." Heute verkauft er seine Honig, Propolis, und andere Produkte ab Hof und auf den verschiedenen Märkten im Flachgau.

Naturfreund und Erfinder
"Bienen sind sehr sensibel und empfindlich. Will man von ihren Produkten profitieren, muss man sie behutsam behandeln und sie so wenig wie möglich in ihre natürliche Lebensweise eingreifen", weiß der pensionierte Hausmeister. So hat ihn seine Naturverbundenheit auch bereits erfinderisch gemacht. Um der aus Amerika eingeschleppte Varroa-Milbe Herr zu werden, erfand er ein eigenes System, um den Parasiten, der den Bienen das Blut aussaugt, zu separieren. "Die Plagegeister werden abgeschüttelt und wandern dann für 24 Stunden in die Tiefkühltruhe. Normalerweise setzen Imker bei der Bekämpfung Ammoniak ein, aber das schadet auch den Bienen und den anderen Kleinstlebewesen, mit denen die Insekten in einer Symbiose leben."

Mondsüchtig
Wie eng sich Drohnen, Arbeiterinnen und Königin mit den Gegebenheiten verbunden sind, lässt sich laut Lechner auch am Mond ablesen. "An den Wurzel, Blatt- und Wassertagen schleudere ich niemals Honig. Da sind die Bienen agressiv und angriffslustig. An Blüten- und Fruchtagen hingegen sind sie brav und stechen fast nie." Wie oft er schon gestochen wurde, kann er nicht mehr genau sagen. "Zu Beginn musste ich einmal neue Völker an einem ungünstigen Tag übernehmen. Die wütenden Bienen haben mich ca. 60 Mal erwischt. Da hilft dann nur noch ein Bad im kalten Wasser." Die neuen Drohnenwaben sind mittlerweile fertig. Lechner setzt sie in die Kiste ein. Für den Innenausbau sind jetzt sind die Bienen zuständig.

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Autor:

Martina Molih aus Flachgau

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