Fairkabeln
Protest gegen Freileitung auf Spur gebracht

Franz Fuchsberger organisiert den Protest gegen die 380-kV-Freileitung in Salzburg.
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  • Franz Fuchsberger organisiert den Protest gegen die 380-kV-Freileitung in Salzburg.
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Der Verein Fairkabeln setzt sich nicht nur für eine Teilverkabelung im Flachgau ein, sondern will auf Dauer alle Freileitungen – als "Stand der Technik" – unter der Erde sehen.

KOPPL, EUGENDORF (kle). "Wir sind nicht gegen die 380-kV-Leitung, wir wollen sie nur unter die Erde bringen", erklärt Franz Fuchsberger, Obmann des vier Monate jungen Vereines "Fairkabeln". Und das nicht in Eugendorf und Koppl, sondern im ganzen Land. Der im Flachgau gegründete Verein hat mittlerweile über 10.000 Unterstützer. "Wir fordern einen Baustopp für Hochspannungsleitungen, solange noch Verfahren beim Höchstgericht anhängig sind und zwei EU-Vertragsverletzungsverfahren laufen. Zudem soll das veraltete Bundesstarkstromwege-Gesetz novelliert werden. Heute sind Erdkabel für alle Hochspannungsleitungen Stand der Technik", so Fuchsberger.

Die Fairkabler marschierten am 1. August zur Festspieleröffnung und am 14. August in Wien auf.
  • Die Fairkabler marschierten am 1. August zur Festspieleröffnung und am 14. August in Wien auf.
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Baustopp erhofft

Der Baubescheid für die 380-kV-Leitung ist seit März 2019 rechtskräftig. Das Bundesverwaltungsgericht hat allerdings eine Berufung vor dem Verwaltungsgerichtshof ermöglicht. Diese Entscheidung ist noch ausständig, die Anträge auf aufschiebende Wirkung gegen die Salzburgleitung wurden aber abgewiesen. Der Baustart erfolgte im Oktober 2019. Bereits im Dezember 2015 genehmigte das Land Salzburg die umstrittene Salzburgleitung. Politisch erteilte die Landesregierung damals der 380-kV-Erdverkabelung eine Absage und entschied sich für die Freileitung. Nun hofft der Verein auf ein ausstehendes Urteil des Europäischen Gerichtshofes, weil die Sonderumweltprüfung (SUP) für die 380-kV-Leitung fehlt. "Wir rechnen schon bald mit einem Baustopp", so Fuchsberger.

Miteinander vorgehen

Schon vor zehn Jahren verfolgte der gebürtige Koppler Franz Fuchsberger von New York aus die Gegner der drei möglichen Trassen. "Anstatt sich gemeinsam für ein Erdkabel stark zu machen, wollten sie die Freileitung nur vor der eigenen Haustüre weghaben", so der erfolgreiche Unternehmer, der sich mit 50 Jahren aus dem Berufsleben herausnahm und nun mit voller Kraft für "Fairkabeln" einsetzt. Und er meint es ernst: Der Verein setzt sich nicht nur für eine Teilverkabelung im Flachgau ein, sondern will auf Dauer alle Freileitungen – als "Stand der Technik" – unter der Erde sehen. Dazu braucht es aber eine breite Unterstützung in der Bevölkerung.

Erdkabel-Bürgerbewegung

Deshalb setzt der Verein auf eine österreichweite Pro-Erdkabel-Bürgerbewegung. Zu diesem Zweck beginnen bestehende Vereine, Bürgerinitiativen und Interessensgemeinschaften den Namen, die Marke, Formate und bewährten Vorgangweisen von "Fairkabeln" zu übernehmen.

Aufmarsch

Um die Bevölkerung auf sich aufmerksam zu machen, marschierte der Verein mit einer fulminanten Inszenierung am 1. August bei der Festspieleröffnung auf. Letzten Freitag fanden sich eintausend Kabelbefürworter in Wien vor dem Bundeskanzleramt ein. Die Gemeinden Eugendorf und Koppl riefen ihre Bürger auf, mitzufahren.

Trassenführung anders

"Würde man die 380-kV-Leitung verkabeln, könnte man den viel einfacher machbaren Weg durch das Salzachtal gehen – entlang der Autobahn oder der Bahn, wo man auch die Tunnel nützen könnte", so Fuchsberger. Damit würden sich auch die Kosten enorm verringern.
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