"Das Auto hilft dir nicht" – Jakob Schober im Interview

Vom 19. bis 21. Mai geht der Altenmarkter Jakob Schober im Zuge des Histo-Cups erstmals am Salzburgring an den Start – und das als Führender der BMW-325-Challenge.
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  • Vom 19. bis 21. Mai geht der Altenmarkter Jakob Schober im Zuge des Histo-Cups erstmals am Salzburgring an den Start – und das als Führender der BMW-325-Challenge.
  • Foto: Histo Cup
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Du fährst heuer erstmals eine Saison in der BMW-325-Challenge. Wie läuft es?
Letztes Jahr bin ich einen Gaststart gefahren und gleich Zweiter geworden. Daraufhin ist Histo-Cup-Organisator Michael Steffny zu mir gekommen und hat mir eine große Unterstützung angeboten, damit das möglich wird. Ich war eine Zeit lang vom Motorsport weg und habe fast nichts mehr gemacht. Steffny schafft ein gutes Umfeld und ist sehr darauf bedacht, junge Talente zu fördern. Im Moment führe ich die Wertung an – und das in meinem Rookie-Jahr. Aus vier Rennen konnte ich drei zweite Plätze erobern und ein Rennen überhaupt gewinnen.

Die Autos sind alle älter als du. Was ist in dieser Serie die größte Herausforderung?
In der Serie haben die Autos Karosserien von 1988. Die Technik ist allerdings auf dem neuesten Stand – von den Achsen über die Querlenker bis zu Sitzen und Armaturen. Alles ist auf Leichtbau getrimmt, um eine größtmögliche Leistungsperformance zu bekommen. Das Schwierige: Es sind Fahrzeuge mit Heckantrieb, die keinerlei Fahrhilfen – weder ABS noch ESP oder eine Traktionskontrolle – haben. Es ist Tourenwagensport auf Einsteigerniveau mit geringen Kosten, aber man lernt extrem viel – und das auf die harte Tour. Danach kann man alles fahren. Ich bin im Privat-Pkw immer mit Fahrhilfen unterwegs gewesen und habe durch die Challenge erst jetzt gesehen, wie sicher aktuelle Automodelle dadurch sind, was sie können und wie viel leichter das Fahren geworden ist.

Wie bist du zum Motorsport gekommen?
Ich habe mit acht Jahren in der Karthalle in Salzburg angefangen, mit zehn bin ich professionell ins Rennkart umgestiegen und habe in Deutschland und Italien sogar einige größere Rennen gewonnen. Danach war die Frage: Wie geht es weiter? Richtung Tourenwagen oder Formel 1? Ich habe dann mehrere Tests gemacht – etwa in der Formel BMW oder dem Renault-Clio-Cup. Bei VW habe ich eine Sichtung im Scirocco-Cup gewonnen, allerdings war mir das Fahren wegen der Schule nicht möglich. Meine Eltern unterstützen mich sehr, haben aber immer gesagt, dass die Schule passen muss. Bei Robert und Walter Lechner habe ich auch ein Praktikum gemacht und 2014 die letzten drei Rennen in der Formel Renault fahren dürfen. Danach habe ich als Fahrer aufgehört und auf die Instruktor-Schiene gewechselt. 2016 hat mir dann Steffny einen Test angeboten und nach meinem zweiten Platz am Slovakiaring gesagt, dass wir daraus mehr machen müssen.

Du bist Rennfahrer, Renninstruktor und Student. Wie lässt sich das alles unter einen Hut bringen?
Ich studiere Betriebswirtschaft in Wien und im Moment ist es sehr stressig. Wir sind viel unterwegs, aber es lässt sich gut verbinden, weil meine Familie und meine Freundin dafür sehr offen sind. Sie unterstützen mich und nehmen mir viel Druck von den Schultern. Die Rennwochenenden sind fix gesetzt, meine Tätigkeit als Instruktor kann ich hingegen frei einteilen.

Was gefällt dir am Motorsport am meisten?
Ich bin stark im Überholen. Vor allem der Zweikampf Mann gegen Mann gefällt mir. Nachdem ich aus Altenmarkt in den Bergen komme, bin ich schon oft gefragt worden, warum ich nicht Rallye fahre. Aber ich bin ein Rundstreckenfahrer. Und sobald es regnet, bin ich noch viel glücklicher. Da kann ich noch einmal eins draufsetzen.

Was waren bisher deine größten Erfolge und was willst du noch erreichen?
Mein Top-Ten-Platz im Formel-Renault-Rennen, obwohl meine Gegner die ganze Saison schon gefahren sind, und mein Sieg in der BMW-Challenge am Red-Bull-Ring sind meine bisherigen Highlights. Obwohl mein Vorbild als Kind immer Michael Schumacher war, ist es fast unmöglich in die Formel 1 zu kommen. Mein Wunsch für die Zukunft ist ein Tourenwagen-Werkscockpit, aber wo ich wirklich hin will, weiß ich selbst noch nicht genau.

Mit welchen Erwartungen gehst du in das Salzburgring-Rennwochenende?
Auf meiner Heimstrecke bin ich noch nie ein Rennen gefahren. Aktuell gehe ich als Challenge-Führender in das Wochenende vom 19. bis 21. Mai. Vorherzusagen, welchen Platz ich schaffen kann, ist unmöglich. Es braucht nur beim Auto ein Problem geben. Mir taugt am Salzburgring vor allem, dass ich daheim schlafen kann. Außerdem kommen viele Fans und Freunde und ich lade alle ein, persönlich bei mir im offenen Fahrerlager vorbeizuschauen.

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Vom 19. bis 21. Mai geht der Altenmarkter Jakob Schober im Zuge des Histo-Cups erstmals am Salzburgring an den Start – und das als Führender der BMW-325-Challenge.
Jakob Schober führt die BMW-Challenge an.
Autor:

Manuel Bukovics aus Salzburg-Stadt

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