22.11.2016, 00:00 Uhr

Sensationelle Entdeckung: Der vergessene Vater des Weihnachtsliedes "Stille Nacht"

Das Zustandekommen des Stille-Nacht-Liedes ist dem Coadjutor Johann Felix Perner zu verdanken. Er ist der Vater des Weihnachtsliedes.
OBERNDORF (schw). Im Zuge von Buch-Recherchen machte Friedrich Lepperdinger eine sensationelle Entdeckung. "Stille-Nacht-Komponist Franz Xaver Gruber hat noch gelebt, als die Suche nach dem Ursprung des Liedes begonnen hat", erzählt der Oberndorfer Historiker. Gruber hat deswegen 1854 die Schrift "Authentische Veranlassung zur Composition des Weihnachtsliedes" verfasst. Der Vater des Weihnachtsliedes wurde jedoch in keiner der vielen weiteren Publikationen berücksichtigt. "Es ist einem Coadjutor aus St. Georgen zu verdanken, dass die Uraufführung des Weihnachtsliedes 'Stille Nacht, Heilige Nacht' zustande gekommen ist", erzählt Lepperdinger. Zur damaligen Zeit wurden Pfarrprovisor und Hilfspriester oft in verschiedenen Orten eingesetzt. So auch der Textdichter des Liedes, Joseph Mohr, der im September 1817 von Mariapfarr nach Oberndorf versetzt wurde, um Pfarrprovisor Josef Kessler zu unterstützen. "Die gute Zusammenarbeit wurde bald durch den neuen Pfarrprovisor Georg Heinrich Joseph Nöstler beendet, den die Leutseligkeit von Mohr besonders störte", weiß Lepperdinger. Er warf ihm mangelhaften priesterlichen Wandel vor, beschwerte sich über ihn in einem Schreiben vom 2. Oktober 1818 beim erzbischöflichen Konsistorium und verlangte seine sofortige Versetzung. "Das Konsistorium hat vom damaligen St. Georgener Dechant Johann Felix Perner einen Bericht über Joseph Mohr erbeten. Perner hat die Beschuldigungen Nöstlers zurückgewiesen und Mohr ein gutes Zeugnis ausgestellt. Er hat damit die Versetzung verhindert und ist so ungewollt zum Vater des Stille-Nacht-Liedes geworden", betont der Oberndorfer. Nöstler ließ mit seiner Kritik an Mohr nicht locker. Bereits im September 1819 wurde er nach Kuchl versetzt. "Dass damit auch St. Georgen bemüht ist, in den Kreis der Stille-Nacht-Gemeinden aufgenommen zu werden, ist ein berechtigtes Verlangen", so der Historiker.
Lepperdinger ist Herausgeber zahlreicher Bücher, darunter "Die Echinger Dörfer im Wandel der Zeit", "Oberndorf und seine Bürger", "Die braune Trommel - Bürmoos von 1938 bis 1945", mehrerer Dokumentationen sowie soziologischer Studien über die Gemeinden Bürmoos und Lamprechtshausen.
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