28.02.2018, 16:33 Uhr

Der Vorarlberger Selfmade-Millionär Martin Schranz im Interview

Richard Branson und Martin Schranz - Quelle: © Martin Schranz
Redaktion: Danke, dass Sie sich Zeit für ein Interview genommen haben, Herr Schranz. Bitte stellen Sie sich kurz vor.

Martin Schranz: Ich bin Martin Schranz, Baujahr 1979, und habe die GSD Master AG gegründet, die ihren Sitz in der Schweiz hat. Doch eigentlich bin ich Vorarlberger. Mein Geld verdiene ich mit Affiliate-Marketing-Projekten.

Was genau ist Affiliate-Marketing?

Affiliate-Marketing ist die Schnittstelle zwischen Werbetreibenden und Publishern. Hat ein Publisher eine Webseite, deren Besucher für ein Unternehmen interessant sind, kann das Unternehmen auf dieser Webseite Werbung schalten. So werden Produkte oder Dienstleistungen im Internet kunden- und zielorientiert vermarktet. Dafür erhält der Publisher dann eine Provision, beispielsweise für Klicks oder Verkäufe.

Affiliate-Marketing ist nichts Neues und dennoch konnten Sie damit jetzt einen Deal über 26,5 Millionen einfädeln. Wie haben Sie das geschafft?

Ja, das ist richtig. Die GSD Master AG hat eine Software entwickelt, die mehrere Affiliate-Netzwerke miteinander verbindet. Die integrierten Funktionen wurden über einen längeren Zeitraum getestet und stetig verbessert. Das ermöglichte uns die Entwicklung dynamischer Produkte. Nicht zuletzt haben Experten aus Frankreich, Polen, USA und Singapur zum Erfolg beigetragen. Diese habe ich unter anderem auf der WebSummit 2015 in Dublin kennengelernt. Dort war ich Business Angel und Investor und habe Start-Ups im Bereich Big Data unterstützt. Davon profitierten am Ende beide Seiten. Wir nutzen Big Data bei unseren Projekten, um den Unternehmen wichtige Kundendaten zur Verfügung zu stellen. Mit dem Salesfunnel werden Verkaufsprozesse optimiert, was die Conversion Rate steigert und damit den Umsatz. Letztendlich analysiert und beeinflusst unsere Software die Kaufentscheidung positiv.

Können Sie uns verraten, an wen Sie verkauft haben?

Dabei handelt es sich um ein japanisches Unternehmen. Es hat bereits nach der Affiliate Summit West in Las Vegas Anfang 2017 in unser Software-Projekt investiert und es einige Monate später gekauft. Das war nicht nur wegen der unglaublichen Kaufsumme von 26,5 Millionen Euro erfreulich, sondern auch deswegen, weil unsere Exit-Strategie damit voll und ganz aufgegangen ist – ein Verkauf war von Anfang an unser Ziel. Es war uns auch schnell klar, dass der asiatische Markt für uns der interessanteste ist und so hat es uns nicht überrascht, dass die Japaner zugeschlagen haben.

Waren Sie schon immer so erfolgreich mit Ihren Projekten?

Leider nicht. Im Gegenteil, meine ersten Gehversuche im Affiliate-Marketing waren von Misserfolgen geprägt. Das war schmerzhaft, aber unheimlich wichtig. So habe ich viel über das Business und mich selbst gelernt. Ich weiß nun, dass Fehler dazugehören – glücklicherweise mache ich sie aber mittlerweile nicht mehr so häufig.

Das klingt wie die Legende vom „Tellerwäscher zum Millionär“.

Das könnte man so sagen und es scheint auch außerhalb der USA möglich zu sein. Früher habe ich als ganz klassisch als Kunde Affiliate-Angebote genutzt. Irgendwann hat mich die Systematik dahinter interessiert und ich habe die Dinge unter die Lupe genommen. Viele Plattformen hatten eine miserable Usability und das wollte ich besser machen. Wenn man dazu bereit ist, neue Dinge zu lernen, auch mal zu scheitern und wieder aufzustehen und sich mit den richtigen Leuten umgibt, dann kann das fruchten. Ich habe mich nie auf meinen Erfolgen ausgeruht und werde es auch jetzt nicht tun.

Haben Sie schon neue Pläne?

Ich habe ständig Ideen im Kopf, die ich lieber heute als morgen umsetzen möchte. So wird es auch dieses Mal sein. Allerdings möchte ich nach den intensiven dreieinhalb Jahren, die ich in das letzte Projekt investiert habe, jetzt erst mal ausspannen und die schönen Dinge des Lebens genießen.

Wie entspannt jemand wie Sie?

Ich fahre gerne schnelle Autos und bekomme dabei den Kopf so richtig frei. Manchmal brauche ich noch mehr Nervenkitzel und fliege auch schon mal mit einem Kampfjet. Die schönsten Momente sind aber die mit meiner Familie, zum Beispiel bei einem Luxusurlaub auf Bora Bora.

Das klingt nach einem angenehmen Leben, aber das haben Sie natürlich auch verdient. Wir wünschen weiterhin viel Erfolg und bedanken uns für das Interview.

Bild:© Martin Schranz
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