Kaserne: 55 Jobs & Sicherheit

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Die Tilly-Kaserne ist die einzige Garnison im Mühlviertel. Die Sorge um den
Standort ist groß.

FREISTADT. „Ich wünsche mir eine ganz sachliche Information für die Bürger. Meines Erachtens ist die derzeitige Diskussion komplett falsch aufgezogen worden“, warnt Offizierstellvertreter Reinhard Atteneder (39). „Das Schließen von kleinen Kasernen und die Zusammenlegung in Großkasernen spart Kosten und das Bundesheer wird professioneller. Diese und ähnliche Meldungen hören wir durch die Diskussion über die Wehrpflicht vermehrt. Diese Aussagen sind falsch und bei genauer Betrachtung leicht zu wiederlegen.“
Der Offizierstellvertreter ist nicht nur Kommandant eines Lehrzuges in der Tilly-Kaserne Freistadt, sondern seit 2005 auch Vorsitzender des gewerkschaftlichen Betriebsausschusses in der Kaserne und SP-Stadtrat in Freistadt. Wenn es um die Kaserne geht, agiert Atteneder völlig frei von parteipolitischen Zwängen und steht einem Berufsheer, was die Kosten und die Rekrutierung von Soldaten anbelangt, eher skeptisch gegenüber. Atteneder: „Aber egal welchem Wehrsystem Österreich den Vorzug gibt: Es wird wichtig sein, unsere Soldaten bestmöglich auszubilden, um die Fülle an Aufträgen auch in Zukunft erfolgreich bewältigen zu können. Die Tilly-Kaserne ist für ihr Engagement und ihre Qualität in der Ausbildung bekannt.“ Außerdem sind hier, so Atteneder, die Bedingungen ideal. „Mit der Kaserne Freistadt haben wir eine Arbeitsstätte für 55 Bedienstete. Hier bilden wir kostengünstig und mit hoher Qualität junge Soldaten aus. An diesem ausgezeichneten Ausbildungszentrum sollte nicht gerüttelt werden“, fordert Betriebsrat Atteneder. Bürgermeister Christian Jachs sieht einen Zusammenhang zwischen Kaserne und Volksbefragung: „Schon seit Jahrzehnten sind in der Freistädter Kaserne Soldaten stationiert. Das sorgt für regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze im gesamten Raum Freistadt. Fällt die Wehrpflicht, dann fällt auch die Kaserne Freistadt.“

Tilly-Kaserne:
Für 365 Soldaten ist die Freistädter Tilly-Kaserne ein ideales Ausbildungszentrum. Seit 2005 werden hier mit großem Erfolg Berufssoldaten ausgebildet. Die Tilly-Kaserne sichert 55 Arbeitsplätze in der wirtschaftlich schwachen Region Freistadt.

Kaserne Freistadt ideal
als Ausbildungszentrum

FREISTADT. „Die Ausbildung darf nicht nur in Kasernen stattfinden, sondern vielmehr muss sie vor Ort auf Wiesen, Wälder, urbanem Gelände etc stattfinden. Hier in Freistadt erreichen wir alle wichtigen Ausbildungsstätten in wenigen Gehminuten. Teure Busfahrten zu Ausbildungsstätten fallen in Freistadt definitiv nicht an. Wir sparen somit Geld und Zeit“, erklärt Offizierstellvertreter Reinhard Atteneder.
Durch moderne Infrastruktur und hohes Engagement erarbeitete sich das Ausbildungszentrum Tilly-Kaserne Freistadt einen ausgezeichneten Ruf. „2007/2008 wurden in ganz Österreich über 400 einjährig Freiwillige, das sind Offiziersanwärter, in verschiedenen Kasernen ausgebildet. Davon rund 120 in Freistadt. Am Ende der Ausbildung wurden diese Soldaten einer gemeinsamen, einheitlichen Bestenauswahl unterzogen. Platz 1 bis 4 ging an Freistädter, unter den Besten 20 waren 14 Freistädter“, meint Atteneder stolz. Es gibt in der Kaserne modernste Ausstattung und einen eigenen Übungsplatz in idealer Lage. Übrigens: Die Feuerwehren der Region nutzen schon seit längerem die idealen Schulungsbedingungen für ihre Grundlehrgänge.

Kommentar:
Hoffentlich zählt auch die Qualität

Dass die Tilly-Kaserne für die Wirtschaft im Bezirk wichtig ist, steht außer Zweifel, ist aber nicht zentraler Punkt der Volksbefragung am 20. Jänner. Auch wenn die Bevölkerung für die Beibehaltung der Wehrpflicht votiert und eine solche Entscheidung - wie versprochen - von der Regierung akzeptiert würde, ist die Schlacht um den Standort noch lange nicht geschlagen. Welche Kasernen im Zuge einer Reform geschlossen werden, darüber wird am grünen Tisch entschieden. Bleibt zu hoffen, dass nicht trockene Zahlen, sondern auch das Niveau mit entscheidend sind. Wenn es um Qualität geht, kann die Tilly-Kaserne punkten. Bei österreichweiten Prüfungen landen die in Freistadt ausgebildeten Soldaten stets im Spitzenfeld. Und tüchtige Soldaten wird man bei jeder Form der Landesverteidigung brauchen.

Autor:

Elisabeth Hostinar aus Freistadt

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