Kaleda 2026
Die Heiligen Drei Könige zogen wieder durch die Ortschaften
- hochgeladen von Carmen Rienzner
Wenn die Nacht vom fünften auf den sechsten Jänner anbricht, erwacht in Matschiedl und auf der Windischen Höhe eine jahrhundertealte Tradition zu neuem Leben. Auch heuer machten sich die Verkleideten der Kaleda wieder auf, um von Haus zu Haus zu ziehen, den leuchtenden Stern zu tragen und das alte Lied „Mi želimo“ in die winterliche Dunkelheit zu singen.
MATSCHIEDL. Die Luft war klar, der Schnee knirschte unter den Schuhen, und aus den Häusern drang der Duft frisch gebackener Kekse. Aufgeregte Gespräche, Lachen und das Stimmen der Stimmen erfüllten den Hof, während sich die Gruppe für ihren nächtlichen Gang bereit machte.
Rollen und Rituale
Angeführt von der Šmarjeta, die den drehbaren Stern trägt, zogen die drei Könige, der Šakl mit dem Gabensack und der Männerchor los. Jedes Mitglied trug seine feste Rolle, und die Choreographie war minutiös eingeübt: Das Betreten der Häuser, das Drehen des Sterns, das kniende Kreuz der Schwerter – alles folgte alten Vorgaben, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden.
Gesang in vierstimmiger Harmonie
Das Herzstück der Kaleda ist das traditionelle Lied „Mi želimo“. Während die Könige selbst schweigen, erhebt sich der volle Klang des Männerchores durch die dunklen Stuben, nur von den Kerzen in den Kronen erleuchtet.
Begegnungen von Haus zu Haus
Mit dem feierlichen Ruf „Kralje so prišli!“ kündigte die Šmarjeta den Einzug ins Haus an. Nach dem Lied und dem symbolischen Ritual des Knieens und Kreuzens folgte eine kleine Bewirtung durch die Hausleute. Wärme, Gemeinschaft und eine spürbare Freude erfüllten jeden Raum, bevor die Gruppe weiter zum nächsten Haus zog.
Gemeinschaft und gelebte Tradition
Für die Bewohner von Matschiedl und der Windischen Höhe ist die Kaleda längst mehr als nur ein Brauch: Sie verbindet Nachbarn, fördert den Zusammenhalt und lässt das kulturelle Erbe lebendig werden. Gemeinsame Proben vor der Kaleda-Nacht und die Nächte des Sternsingens sind wertvolle Begegnungen, die auch 2026 wieder das Dorfleben bereichert haben.
Ein winterlicher Höhepunkt
Die Nacht war kalt, die Schritte auf dem Schnee fest und sicher, doch die Wärme der Musik und die festliche Atmosphäre machten jede Minute des nächtlichen Gangs unvergesslich. Mit ihrem Besuch der Häuser haben die Kaleda-Sänger einmal mehr gezeigt, dass alte Traditionen in Matschiedl und auf der Windischen Höhe lebendig bleiben und Generationen miteinander verbinden.
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