Bezirkspolizeikommandant
„Kein Tag ist wie der andere“: Neuer Polizeichef im Gespräch
- Hauptmann Christoph Michelitsch
- Foto: Polizei Kärnten
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Neue Aufgabe, neue Herausforderungen: Seit Anfang August ist Christoph Michelitsch Bezirkspolizeikommandant in Hermagor. Wie waren die ersten Wochen für ihn und was möchte er bewegen?
HERMAGOR. Sechs Jahre war Christoph Michelitsch beim Bundesheer tätig, bevor es ihn 2009 zur Polizei verschlagen hat. Nach mehreren Stationen ist er nun als Bezirkspolizeikommandant in Hermagor angekommen. „Gerade zu Beginn steht natürlich das Kennenlernen von Land und Leuten im Mittelpunkt. Mir ist es wichtig, möglichst rasch persönlichen Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen sowie zu den lokalen Behörden aufzubauen und die bestehenden Netzwerke weiter zu stärken“, sagt Michelitsch. Ein besonderes Anliegen ist es ihm, dabei die bestehenden Netzwerke weiter zu stärken.
Sicherheit im Bezirk
Darüber hinaus möchte er verstehen, welche Besonderheiten es in polizeilicher Hinsicht im Bezirk gibt und wo die jeweiligen Herausforderungen liegen. Hermagor sei laut ihm ein sehr sicherer Bezirk. „Das ist in erster Linie der hervorragenden Arbeit der Kolleginnen und Kollegen zu verdanken, die täglich für die Sicherheit der Bevölkerung sorgen“, betont er.
Sicherheit weiterhin im Fokus
Umso mehr geht es ihm darum, den hohen Sicherheitsstandard im Bezirk auch in Zukunft auf diesem Niveau zu halten. „Das betrifft alle Bereiche der Polizeiarbeit – von der Kriminalpolizei über die Verkehrspolizei bis hin zur Sicherheitspolizei“, erläutert er. Dabei möchte er auf der Arbeit der Kollegen aufbauen, Bewährtes fortführen und, wo es sinnvoll ist, auch neue Impulse setzen. „Entscheidend ist für mich, dass die Bevölkerung auch weiterhin das Gefühl hat, in einem sicheren Bezirk zu leben und sich auf ihre Polizei verlassen zu können“, hebt er hervor.
Zusammenarbeit über die Grenze
Ein weiterer Schwerpunkt liegt für ihn auf der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Italien. „Aufgrund der geografischen Lage des Bezirks gibt es doch zahlreiche polizeiliche Berührungspunkte. Ich möchte daher versuchen die Kontakte zu den italienischen Polizeibehörden weiter auszubauen und eine möglichst enge Vernetzung zu entwickeln.“ Gerade bei grenzüberschreitender Kriminalität, im Verkehrsbereich oder bei größeren Einsatzlagen könne eine gute Zusammenarbeit über die Staatsgrenze hinweg einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit leisten, so der Kommandant.
Herausforderungen in Hermagor
Doch welche Herausforderungen gibt es aktuell im Bezirk? Laut Michelitsch liegt eine der größten derzeit im Bereich der Internetkriminalität. "Diese hat sich in unterschiedlichsten Ausprägungen entwickelt und auch vor einem Bezirk wie Hermagor nicht Halt gemacht."“ Hier müsse die Polizei mit der technischen Entwicklung Schritt halten und die Bevölkerung für die Gefahren sensibilisieren. Auch der Tourismus spielt im Bezirk eine Rolle. Das Nassfeld ist mittlerweile nahezu ganzjährig ein touristischer Hotspot, wodurch laut dem Beamten auch eine gewisse Begleitkriminalität entstehe, die entsprechende polizeiliche Aufmerksamkeit erfordere.
„Führen durch Vorbild“
Bei der Führung seiner Mitarbeiter setzt er auf den Grundsatz „Führen durch Vorbild“. „Eine Führungskraft sollte nichts von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verlangen, was sie nicht selbst bereit ist vorzuleben. Das betrifft für das betrifft für ihn Einsatzbereitschaft, Verlässlichkeit, Professionalität, einen respektvollen Umgang und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. "Dazu gehört für mich auch, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung dafür zu übernehmen – denn die schlechteste Entscheidung ist oft, keine Entscheidung zu treffen", unterstreicht er.
Spontan zur Polizei
Aber wieso wollte er gerade Polizist werden? „Zu meinem Weg zur Polizei bin ich eher spontan gekommen.“ Während seiner Bundesheerzeit wollte er eigentlich Offizier werden und hatte auch bereits mit der Ausbildung begonnen. Der Wunsch, beruflich etwas Neues auszuprobieren, und die damalige Personalsituation beim Bundesheer haben ihn schließlich dazu bewogen, sich 2009 bei der Polizei zu bewerben.
„Die Polizei hatte ich damals ehrlich gesagt nicht unbedingt auf meinem beruflichen Plan. Rückblickend war es aber eine Entscheidung, die ich keine Sekunde bereut habe.“
Christoph Michelitsch, Bezirkspolizeikommandant in Hermagor
"Kein Tag ist wie der andere"
Was ihn persönlich an der Polizeiarbeit fasziniert, ist vor allem deren enorme Vielfalt. „Kein Tag ist wie der andere, und man weiß oft am Beginn eines Dienstes nicht, was einen erwartet.“ Genau diese Mischung aus Verantwortung, unterschiedlichen Aufgaben und dem unmittelbaren Kontakt mit Menschen macht den Beruf für ihn nach wie vor spannend. „Dazu kommt, dass sich die Anforderungen laufend verändern und man sich selbst ständig weiterentwickeln muss“, fügt der Polizist hinzu.
Musik als Ausgleich
Aber nicht nur die Polizeiarbeit liegt ihm. In seiner Freizeit ist er musikalisch aktiv. „Die Musik ist für mich ein sehr wichtiger Ausgleich zum Polizeialltag.“ Als Kapellmeister könne er sich mit etwas beschäftigen, das völlig andere Anforderungen mit sich bringt als sein beruflicher Alltag. „Besonders schätze ich dabei das gemeinsame Musizieren und die Arbeit mit einem Orchester. Man verfolgt ein gemeinsames Ziel, muss aufeinander hören und als Gruppe funktionieren.“ Das sei einerseits ein schöner Ausgleich, andererseits seien dabei durchaus Parallelen zur Führungsarbeit erkennbar.
- Als Kapellmeister findet Christoph Michelitsch einen Ausgleich zum Polizeialltag.
- Foto: Trachtenkapelle Molzbichl
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Ziele für das kommende Jahr
Neben dem musikalischen Ausgleich hat er dennoch einiges im nächsten Jahr vor. „Wenn wir in einem Jahr wieder sprechen, möchte ich vor allem sagen können, dass ich gemeinsam mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die hohe Sicherheit im Bezirk Hermagor weiterhin gewährleisten konnte.“ Ein weiterer Schwerpunkt ist für ihn die Kriminalprävention. Straftaten müssten nicht nur verfolgt werden, sondern man müsse möglichst früh ansetzen und die Bevölkerung – gerade auch im Bereich Cybercrime und bei neuen Betrugsformen – entsprechend sensibilisieren. Darüber hinaus möchte er bis dahin die Zusammenarbeit mit den Gemeinden, Behörden und Einsatzorganisationen weiter intensivieren und auch die grenzüberschreitende Vernetzung mit den italienischen Nachbarn ausbauen.
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