Nachhaltigkeit
„Reparieren statt wegwerfen“: 20. Repair Café in Hermagor
- Die Initiatoren des Projekts: Nina Groschacher, Katharina Lasser und Elisabeth Lasser (von links)
- Foto: Privat
- hochgeladen von Stella Sabitzer
„Reparieren statt wegwerfen“ – unter diesem Motto findet am Samstag, 12. September, das 20. Repair Café in Hermagor statt. Von 9 bis 12 Uhr kann jeder beim Mittleren Stadtsaal vorbeikommen, um seine Sachen reparieren zu lassen.
HERMAGOR. Doch wie ist diese Idee überhaupt entstanden und was steckt dahinter? Ganz einfach: Die drei Frauen Katharina Lasser, Nina Groschacher und Elisabeth Lasser waren im Jahr 2020 bei einer Veranstaltung, die sich mit dem Thema Kreislaufwirtschaft beschäftigte. Dort wurde auch ein anderes Repair Café aus Viktring vorgestellt und das nahmen sie als Motivation. „Wir haben damals beschlossen, dass wir das auch in Hermagor machen wollen“, erzählt Elisabeth Lasser. Die ehrenamtlichen Experten dafür waren schnell gefunden, doch Corona war damals eine Herausforderung für sie.
Gäste dürfen mithelfen
Zum Termin kann grundsätzlich jeder hinkommen. „Wir können aber keine Garantie geben, dass es repariert werden kann“, betont Lasser. Je nach Anliegen werden die Besucher von den ehrenamtlichen Damen an die Experten zugewiesen. Manche haben dabei den Fokus auf Schneiderei, Holz oder Elektronik. „Die Gäste können dann zuschauen und sich Expertentipps einholen, um es möglicherweise selbst reparieren zu können. Es ist sozusagen Hilfe zur Selbsthilfe“, so die Mitgründerin. Wenn Experten Reparaturen durchführen können, dürfen die Gäste mithelfen, außer bei komplexeren Sachen wie Elektronik. „Da dürfen die Gäste nicht hingreifen.“ Neben der Reparatur sorgt der Rest des Teams für die Bewirtung, um die Wartezeit zu verkürzen.
Alte Geräte bekommen eine zweite Chance
Doch was wird eigentlich alles repariert? Von Kaffeemaschinen über Kassettenrekorder und Radios bis hin zu verschiedenen Haushaltsgeräten wie Stabmixern oder Bügelmaschinen ist alles dabei. „Die Geräte sind meistens schon lange in den Haushalten und die Besitzer haben wirklich Interesse daran, dass es wieder funktioniert“, erklärt Lasser. Eine Reparatur wäre sonst oft zu kostenintensiv. Der Wegwerfgesellschaft soll damit entgegengewirkt werden und die Geräte sollen so lange wie möglich benutzt werden können.
Oft reicht schon ein kleiner Handgriff
Laut der Mitgründerin kann dabei etwa bei drei Viertel der Geräte wieder etwas repariert werden. „Der Klassiker ist oft, dass Kaffeemaschinen nicht richtig gereinigt oder nicht entkalkt wurden“, schildert sie. Auch lockere Schrauben, die einfach ein bisschen nachgezogen werden müssen, gehören zum Alltag. „Die Experten sehen nach, ob eine Reparatur Sinn oder eben keinen Sinn macht.“
Viermal im Jahr wird repariert
Angenommen wurde das Repair Café ziemlich gut. Doch wie die Gründerinnen herausgefunden haben, hängt es stark von Jahreszeit und Temperaturen ab. „Aber im Großen und Ganzen haben wir um die 20 Gäste“, betont Lasser. Manchmal kommen Personen auch mit mehreren Gegenständen. Das Repair Café findet vierteljährlich statt. „Wir freuen uns über Spenden“, sagt Lasser. Mit dem Geld werden die Experten auf ein Essen eingeladen, der Rest wird an soziale Zwecke gespendet.
Bewusstsein schaffen
Warum ist es wichtig, Dinge zu reparieren, anstatt sie gleich wegzuwerfen? „Natürlich, um dieser Wegwerfgesellschaft entgegenzuwirken“, fasst Lasser abschließend zusammen. Vor allem bei den jüngeren Generationen versuchen sie, ein Bewusstsein dafür zu schaffen. Denn meistens sind es Personen im fortgeschrittenen Alter, die ihre Sachen zum Repair Café bringen.
Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.