Heidenreichstein
Funkamateure sind allzeit bereit (mit Video)

Vorsitzender Rainer Gangl an seiner Funkapparatur.
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  • Vorsitzender Rainer Gangl an seiner Funkapparatur.
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Der Amateurfunk ist kein einfaches Hobby, im Ernstfall ist er unser Draht zur Außenwelt.

HEIDENREICHSTEIN. Hochwasser, Erdbeben, Sturm oder Blitzeis: Egal in welcher Krisensituation, bei einem Ausfall der Strom- und Telekommunikationsnetze sind Funkamateure die ersten, die wieder Kontakt zur Außenwelt herstellen können. 6.000 von ihnen gibt es in ganz Österreich. Der Bezirk Gmünd ist mit Gruppen in Schrems und Heidenreichstein gut gewappnet. "Selbst der Blaulichtfunk geht nur für beschränkte Zeit. Er wird mit Batterien gespeist und wenn es keinen Strom mehr gibt, werden die Batterien leer. Handyfunk, Glasfaser, alles ist dann ratzfatz weg", weiß Rainer Gangl, Vorsitzender des Amateurfunkclubs Heidenreichstein, der Anfang 2006 gegründet wurde.

Zum Helfen verpflichtet

Die Funkamateure der Burgstadt gehören mit einer Gruppe zwar immer noch dem Landesverband an, doch sind grundsätzlich ein eigener Verein. Sie zählen sich zu den wenigen in Niederösterreich, die sich im Bestreben nach mehr Autonomie vom Verband gelöst haben. Aktuell hat der Verein 39 Mitglieder, im Alter von 27 bis 80 Jahren. Diese stammen großteils, aber nicht nur, aus dem oberen Waldviertel. Und sie alle sind verpflichtet im Ernstfall zu helfen: "Im Katastrophenfall müssen wir unsere Gerätschaften und unser Wissen zur Verfügung stellen und sind verpflichtet Notrufe weiterzuleiten. Was da drinnen steht interessiert uns nicht, wir sind nur die Übermittler", führt Gangl aus.

Funker brauchen Bewilligung

Voraussetzung um funken zu dürfen, ist die Amateurfunkbewilligung. 20 Mitglieder haben die Heidenreichsteiner Funkamateure bereits ausgebildet. Gangl, der seine Lizenz im Jahr 1970 erhalten hat, ist sich sicher: "Das schafft jeder." Interesse vorausgesetzt.
Denn der Amateurfunk ist nicht nur für den Ernstfall gedacht - vor allem ist er ein Hobby. Als Gangl im Beisein der Bezirksblätter einen Funkspruch in die weite Welt schickt, meldet sich am anderen Ende der Italiener Maurizio. Die beiden tauschen sich über das Wetter aus und plaudern kameradschaftlich. Rainer Gangl hält das in seinem Logbuch fest: "Mich interessiert es später noch, mit wem ich gesprochen habe", erklärt er. Aus welchem Land der Gesprächspartner kommt, verrät sein Kürzel. "Wir kennen nur Vornamen und Rufzeichen. Familiennamen sind für uns Schall und Rauch", schmunzelt Gangl, dessen Rufzeichen OE3RGB lautet. OE steht für Österreich, die 3 für Niederösterreich. Verwendet wird das internationale Buchstabieralphabet, genau wie im Flugverkehr.

Spannend ist, dass sich die Funkbedingungen ständig ändern. Abends kommt Gangl wie er sagt, "locker nach Amerika", tagsüber ist diese Distanz kaum zu erreichen. Der Amateurfunk ist seine große Leidenschaft, jeder Funkspruch dient aber auch der Übung. "Je mehr man übt, desto besser wird das Gehör dafür. Das ist wichtig für den Katastrophenfall, wenn alles hektischer abläuft als im Normalbetrieb."

Zur Sache

Die Zukunft des Funkamateurclubs Heidenreichstein ist dank intensiver Nachwuchsarbeit gesichert. Laut dem Vorsitzenden gibt es bereits potenzielle Nachfolger für seine Funktion. Zusätzliche Miglieder sind aber stets willkommen. Ihr Interesse ist geweckt? Dann schauen Sie auf der Homepage des Clubs vorbei.

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