Premiere in NÖ
Schrems möchte sich als Stadt der Feuchtgebiete bewerben
- Der Naturpark Hochmoor Schrems steht im Zentrum des Vorhabens. Schrems soll in naher Zukunft als Stadt der Feuchtgebiete gelten.
- Foto: Stiftung COMÚN/Laura Boob
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Die Stadt Schrems möchte als erste deutschsprachige Stadt "Wetland City" werden und damit mehr als nur ein Zeichen für die Umwelt sowie Niederösterreich setzen. Der Bewerbungsprozess sei jetzt im Gange.
SCHREMS/BEZIRK GMÜND. Was im Dezember 2024 im Gemeinderat beschlossen wurde, wird nun, Mitte Juni, in die Tat umgesetzt. Schrems möchte sich hinter insgesamt 74 Städten in 27 Ländern weltweit einreihen und als "Wetland City" gekührt werden. Um eine Stadt der Feuchtgebiete zu werden, bedarf es einiges an Arbeit und Engagement in den kommenden Jahren. Im Jahr 2028 soll die Akkreditierung dann abgeschlossen sein. Davor soll die endgültige Bewerbung bis Herbst 2026 eingereicht werden. Bis dahin sei noch einiges zu tun.
- Das Unterwasserreich Schrems. Der Wasserminister sehe großes Potenzial in der Stadt Schrems und ihrem Moor: "Alle können ihren Beitrag zum Erhalt dieser wertvollen Ökosysteme leisten, die lokale Bevölkerung und die Wirtschaft ebenso wie Verwaltungsbehörden auf allen Ebenen. Nur so können Feuchtgebiete, wie Moore und Auen, ihre Funktionen beim Klimaschutz wahrnehmen." (Archivbild)
- Foto: Naturparke Niederösterreich/weinfranz.at
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Ob man den begehrten Titel erhält, entscheidet die internationale Konvention zum Feuchtgebietsschutz, auch Ramsar-Konvetion genannt. Um den Status der "Wetland City" zu erreichen, wurde von Bürgermeister David Süß (ÖVP) ein lokales Komitee ins Leben gerufen, das sich direkt mit dieser wertvollen Aufgabe auseinandersetzen solle. Neben einer aktiven Vereinigung von 25 Freiwilligen, die das Fachwissen und verschiedene Ansichten bündeln soll, sind bereits dieses Jahr viele Aktivitäten geplant, die den Erhalt des Ökosystems weiterhin sichern sollen, um so als Stadt der Moore geehrt zu werden. Schrems würde damit Vorreiter für ganz Niederösterreich werden.
Naturjuwele erhalten
Bundesminister Norbert Totschnig (ÖVP), zuständig für Wasser- und Forstwirtschaft, und Susanne Rosenkranz als Landesrätin für Naturschutz (FPÖ), verfolgen den Ablauf der Bewerbung mit großer Freude. Moore seien wahre Multitalente, wenn es um den Klimaschutz gehe, denn sie regulieren den Wasserhaushalt, bieten einen Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten und steuern gegen die Erderwärmung an, so Rosenkranz. Für den Wasserminister sei der Schutz der Feuchtgebiete ebenfalls von großer Bedeutung: "Schrems zeigt eindrucksvoll, wie Naturschutz und regionale Entwicklung Hand in Hand gehen können."
- Die Mitglieder des Komitees arbeiten daran, die Auszeichnung möglich zu machen. Die gemeinnützige Stiftung COMÚN unterstützt ebenfalls.
- Foto: Stiftung COMÚN/Laura Boob
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Die zentrale Koordination des Vorhabens soll Sebastian Bohrn Mena übernehmen, der selbst in der regionalen Stiftung COMÚN beteiligt sei. Weitere Größen aus Wirtschaft und Politik wollen sich ebenfalls in diesen Prozess einbringen. Zu ihnen zählen unter anderem Birgit Trojan, Doris Schreiber und Ernst Wurz. Das ökologische Know-How stellen zahlreiche Expertinnen und Experten wie etwa der Moorbiologe Axel Schmidt oder Waldbotschafterin Hermine Hackl zur Verfügung.
2028 soll auch eine Landesausstellung zum Thema "Wasserwelt Waldviertel" stattfinden, bei der die Akkreditierung von Schrems als "Wetland City" der absolute Höhepunkt wäre.
Bewusstsein in Bevölkerung stärken
Doch um das Ziel zu erreichen, sei nicht nur das Komitee gefragt. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger aus Schrems können bei der Ausarbeitung der Bewerbung mitwirken. So sollen sie sozusagen als Botschafterinnen und Botschafter der Wichtigkeit der Feuchtgebiete und Moore in der Region fungieren. Workshops und Schulungen sollen das Interesse und Verständnis der Menschen wecken, sich für den Lebensraum einzusetzen.
"Wir beginnen damit bei den Kindern in den Volksschulen. Schon die Kleinsten hier im nördlichen Waldviertel können stolz darauf sein, dass sie aus einer Region stammen, in der es Feuchtgebiete von international herausragender Bedeutung gibt", so Sebastian Bohrn Mena als Koordinator der Aktion.
- Der Auftakt der Mitmach-Aktivitäten findet im August statt.
- Foto: Stiftung COMÚN/Media
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Dazu sind drei große Veranstaltungen in den nächsten zwölf Monaten geplant, allen voran ein Familienfest am 15. August im Moorbad Schrems von 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos. Weitere Infos findest du hier.
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