24-Jährige gründete Schule in Ghana: „Es ist einfach mein Weg“

Verena Rösslhumer aus Pupping im Gespräch mit der BezirksRundschau im Café Vogl am Eferdinger Stadtplatz.
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EFERDING. Im Dorf Pepawani in Ghana verhilft die 24-Jährige Kindern und Jugendlichen durch Bildung zu einem besseren Leben. Im Interview spricht Verena Rösslhumer über ihre Erfahrungen.

BezirksRundschau: Sie sind derzeit für sechs Wochen auf Heimaturlaub in Österreich. Wie hat es sich angefühlt, als Sie nach einem Jahr zurück nach Hause gekommen sind?
Verena Rösslhumer: Es war eigentlich keine große Umstellung. Inzwischen war ich ja schon insgesamt fünf Mal in Ghana. Den Kulturschock hat man da nicht mehr. Nur das Essen war ein bisschen ungewohnt, weil ich ein ganzes Jahr kein Fleisch gegessen habe.

Was kommt in Ghana auf den Tisch?
In unserem Dorf werden Fische gegessen. Fleisch gibt es so gut wie gar nicht. Unser Hauptnahrungsmittel ist „Fufu“. Das bekomme ich fast täglich zu essen. „Fufu“ ist weichgekochtes Wurzelgemüse, das zu Brei gemacht und mit Suppe serviert wird. Auch Reis und Bohnen stehen oft am Speiseplan.

Wer ist für das Kochen zuständig?
Wir haben inzwischen eine Schulkantine. Dort kochen zwei Mütter von Schülern. Ich freue mich jeden Tag auf das Essen, auch wenn es nur wenig Abwechslung gibt.

Im letzten Jahr hat sich an Ihrer Schule viel getan. Was waren die Meilensteine?
Wir haben die Schule fertiggebaut. Auch Sport- und Toilettenanlagen sowie ein Brunnen wurden errichtet. Anfang Juli haben wir eine Solaranlage bekommen. Nun gibt es endlich Strom.

Was steht als Nächstes an?
Im Herbst bekommen wir einen Schulbus. Dieser wird von der Privatstiftung „Future Wings“ aus Wels gesponsert. Die Kinder, die künftig vom Bus abgeholt werden, müssten sonst täglich zwei Stunden zu Fuß in die Schule gehen. Derzeit haben wir bereits einen Schüler, der jeden Tag einen eineinhalbstündigen Fußmarsch auf sich nimmt, um am Unterricht teilnehmen zu können.

Unterstützt werden Sie von freiwilligen Helfern – sogenannten „Volunteers“. Wie kommen diese Kontakte zustande?
Die meisten melden sich selbstständig über das Internet. Es handelt sich fast immer um junge Leute aus Österreich. Sie kommen dann für mehrere Monate zu mir nach Ghana. Die Zusammenarbeit vor Ort ist recht lässig. Ich freue mich immer, wenn ich wieder mal richtig österreichisch reden kann. Das tut gut.

Wie steht es um die Sicherheit in Ghana? Sind Sie bisher mit Kriminalität in Berührung gekommen.
Nein, bei uns im Dorf überhaupt nicht. Ghana ist ein friedliches Land. Das einzig Negative, das man bemerkt, sind Neid und Eifersucht von anderen Dörfern. Außerdem ist Korruption leider weit verbreitet.

Gibt es etwas, das österreichische Schüler von Kindern aus Ghana lernen könnten?
Die Kinder in Ghana sind viel freier. Sie sind ständig in der Natur unterwegs und haben Freude am Spielen. Bei uns muss man den Kindern so viel bieten. In Ghana reicht eine Kleinigkeit, und die Kinder strahlen über das ganze Gesicht.

Was planen Sie für Ihre persönliche Zukunft?
Im September fliege ich zurück nach Ghana, um dort ein weiteres Jahr zu verbringen. Das ist einfach mein Weg. Ich könnte nicht hier bleiben, solange ich mir nicht sicher sein kann, dass die Schule auch ohne mich langfristig gut läuft. Außerdem hab ich ja auch eine Verantwortung gegenüber den Spendern und Unterstützern.

Zur Sache:
Unter dem Titel „Chance for Ghana“ informiert Verena Rösslhumer laufend auf ihrer Facebook-Seite über das Schulprojekt. Spenden werden gerne angenommen. Kontonummer: 80001940402, Bankleitzahl: 34180, Raiffeisenbank Region Eferding.

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