17.09.2014, 16:19 Uhr

Im Hort darf man auch einmal grantig sein

Besonders wichtig ist den Betreuern der Respekt anderen Menschen und deren Eigentum gegenüber.
11:30 Uhr. Die Schulglocke schrillt. Sogleich setzt Fußgetrappel ein. Die Küchenhilfe hält schon die Schöpflöffel für den ersten Ansturm hungriger Schulkinder bereit, die nach dem Vormittagsunterricht den Hort in Bad Schallerbach besuchen. Der zweite Schwung wird eine Stunde später erwartet. Die Speisen, zubereitet vom Kurheim Austria, treffen meist den Geschmack der jungen Menschen. Ein „Mag ich nicht“ gibt’s ohnehin nicht ohne Probieren. Zur Entwicklung aller Geschmacksgruppen ist es den Pädagogen wichtig, dass jedes Kind alle Gerichte zumindest kostet. Und was übrig bleibt, wird gerne am Nachmittag zur Jause verputzt.
Den Schülerhort des OÖ Hilfswerks unter der Leitung von Esther Hoffmann gibt es bereits seit dem Jahr 2009. Aus Platzmangel wird das Mittagessen der Volksschüler gemeinsam mit den Schülern der Neuen Mittelschule eingenommen. Die Nachmittagsbetreuung erfolgt im Hort allerdings nur für die 53 Kinder der ersten bis vierten Schulstufe.
In drei Gruppen, in denen auf die bunte Durchmischung geachtet wird, werden von 13:00 bis 14:00 Uhr Haus- und Hortaufgaben erledigt, bevor es zum Spielen geht. Pädagogisch geschultes Personal steht für Fragen bereit. Weil der Hort sich familienergänzend und nicht -ersetzend versteht, obliegt das Lernen für Schularbeiten und Tests, das Lesen sowie die Kontrolle der Aufgaben den Eltern.
Die Freizeitphase am Nachmittag ist zum einen von einem Jahresthema und saisonalen Festen im Jahreskreis geprägt, im Vordergrund stehen aber immer das freie Spiel und die Bewegung im Freien. Die Vermittlung von Werten und Verhaltensweisen ist Teil des Betreuungskonzeptes und des Bildungsauftrags der Hort- und Freizeitpädagogen und fließt immer in die Arbeit mit Kindern ein.

Hoffmann: „Einzeln sind wir Worte, gemeinsam ein Gedicht.“

Nach diesem Leitspruch setzen die Hortbetreuer den Schwerpunkt für ihre Erziehungsaufgabe. „Soziale Kompetenzen treten in unserer schnelllebigen Zeit immer mehr in den Hintergrund, aber oft entsteht aus einer Gemeinschaft mit vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten Großartigeres, als ein Einzelner jemals erreichen könnte“, so die Motivation, die hinter dem Leitsatz steht.
Angesprochen auf ihre emotionale Reaktion in schwierigen Situationen, meint die studierte Pädagogin: „Ich darf grantig sein. Ich darf auch wütend sein. ABER: Ich muss echt sein.“
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