02.06.2017, 21:14 Uhr

Rettungshunde Trainingswoche in der Ramsau vom 24-28.05.2017

Wie jedes Jahr brachen wir auch heuer wieder hochmotiviert zu unserer Rettungshunde Trainingswoche in die Ramsau auf. Fahrgemeinschaften wurden gebildet, Hunde verladen, Gepäck hochprofessionell gestapelt um möglichst viele Zwei und Vierbeiner in möglichst wenigen Fahrzeugen unterzubringen. Nachdem diese erste Herausforderung von allen bravourös gemeistert wurde, die Hunde versorgt, im Heustadl untergebracht und das Gepäck verstaut war, starteten wir, nach einem leckeren Abendessen, auch schon mit den ersten drei Gruppenarbeiten. Uschi, Horst und Roman brachten uns das Thema „Dominanzgesten“ auf sehr eindrucksvolle und vor allem humorvolle Weise näher. Uschi führte ein Interview mit Herrn Scharf (Roman inklusive Dekodackel) und Herrn Lustig (Horst mit Stoffvorführrotti). Sie diskutierten über ihre Ansichten bezüglich Hundeerziehung und Dominanz. Die oft extremen Meinungen der Beiden, gepaart mit ihrem überraschenden komödiantischen Talent, lockerte die Stimmung mit so manchen Lacher auf. Nach einer kurzen Diskussion ging es auch schon mit der zweiten Gruppe weiter. Silke, Klaudia und Michael präsentierten ihre Arbeit zum Thema „Körpersprache Hundeführer“. Bei ihrer gelungenen Beschreibung des Themas konnte sich jeder genaue Vorstellungen machen und sich auch Großteils sein eigenes Verhalten in Bezug auf Körpersprache vor Augen führen. Auch dieser Vortrag endete mit Applaus für das Team und einer kurzen Diskussion zum Thema. Als letzte Gruppe dieses Abends erläuterten Günther, Sergiu und Trixi die „Körpersprache des Hundes“. Anhand von Bildern wurden die verschiedenen Ausdrucksformen in der Körperhaltung (Spielaufforderung, Entspannung, Aggression …) erklärt und mit einem anschließenden „Gruppentest“ wurde die Aufmerksamkeit der Zuhörer überprüft. Da alle den Test erfolgreich bestanden ging der Abend nahtlos in den geselligen Teil über.

Der Donnerstagmorgen startete für Michael mir einer Überraschung. Als er aus dem Fenster seines hofseitig gelegenen Zimmers schaute, blickte ihm aus dem gegenüberliegenden Stadlfenster sein Basko entgegen. Nach dem dieses Trugbild (schließlich sollte er, wie alle anderen Vierbeiner, brav in seiner Box sein) auch nach dem Aufsetzen seiner Brille nicht verschwand, stellt Michael für die Strecke Zimmer/Hundeunterkunft einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf. Beim Erreichen des Stadls/Tatortes wurde er von Basko freudig empfangen. Auch der Grund der Befreiung war schnell entdeckt. Ein heimtückisch explodierendes, flauschiges Schafwollbett hat die Seite der Gitterbox gesprengt und den unschuldig schlummernden Basko herausgeschleudert. Zum Glück hat Basko dieses Fiasko unversehrt überstanden und wurde von Michael aus sicherheitstechnischen Gründen in seiner Box im VW Bus einquartiert. Nach dem Frühstück brachen wir zur Ochsenalm auf. In zwei Gruppen erarbeiteten wir mit unseren Hunden das schwierige Gelände in weiten Schlägen und die Hundeführer hatten Mühe mit ihren topmotivierten und trotz der starken Steigung blitzschnellen Hunden Schritt zu halten. Nach einem stärkenden Mittagessen beim Ochsenalm Wirt Herfried starteten wir am Nachmittag mit den älteren Hunden die Wegrandsuche. Drei Opfer wurden ohne Sicht der Hundeführer und der Hunde versteckt und der Hund ohne Kommando losgelassen. Während eines gemütlichen Spaziergangs wurden von unseren Hunden alle Opfer quasi im Vorbei gehen erfolgreich aufgespürt. Auch Wanderer konnten die Hunde nicht von ihrem Job ablenken. Trotz der Beteuerungen von uns Älteren hatten die Youngsters unter uns ein flaues Gefühl dabei ihre jungen Hunde zu schicken. Die Opfer zeigten sich kurz und verschwanden hinter Bäumen und ausnahmslos alle Hunde meisterten diese Aufgabe souverän und zur vollsten Zufriedenheit ihrer Hundeführer. Müde und glücklich über die super Leistungen unserer Vierbeiner fuhren wir zurück zum Trillerhof wo wir zuerst die Hunde versorgten und uns anschließend ein verdientes Abendessen gönnten. Nach einer kurzen Pause startete der zweite Teil der Gruppenarbeiten mit Lydia, Christian und Doris. Ihr Thema war „Beschwichtigungssignale“ und die Größe ihrer Pergament Schautafel machte einige Umbauarbeiten nötig. Nach ihrer Beschreibung der einzelnen Signale durften einige von uns einzelne vorbereitete Fotos den entsprechenden Signalen zuordnen um das eben Gehörte visuell zu verdeutlichen. Den Abschluss bildeten Gerhard, Lisa und Claudia die uns ausführlich über die „Angewohnheiten der Hundeführer“ ob zu Hause oder bei Training informierten. Bereits Bekanntes wurde durch etliche neue Aspekte ergänzt und jeder konnte sich mit dem Thema identifizieren.

Am Freitag verabschiedeten wir uns von Roman und Lydia, die zur Hochzeit ihres Sohnes nach Hause fuhren. Uschi musste leider auf ein Begräbnis war aber am Abend wieder bei uns. Diesen Tag trainierten wir im Wald beim Trillerhof weite Schläge und das Überqueren eines Weges als natürliches Hindernis, wobei sich der Helfer kurz zeigte und dann im Versteck verschwand. Je nach Ausbildungsstand durften die Hunde zusehen oder wurden nach der Helfersichtung weggedreht bevor sie geschickt wurden. Das Verbellen des Opfers stand bei dieser Übung nicht im Vordergrund, dennoch wurde das Auffinden der Helfer von etlichen Bellern verlautbart. Uschis Chief wurde von Gerhard mit in den Wald genommen und war für jede Streicheleinheit dankbar um den Trennungsschmerz vom Frauli zu überwinden. Auch heuer bespaßte uns Uschi wieder mit lustigen Spielen, die im Eifer des Gefechts Rugbyartige Ausmaße annahmen. Durch besondere Zuseher Reaktionen konnten Sportverletzungen verhindert werden.

Einer Wanderung zu den Spiegelseen stand am Samstag auf dem Programm. Da ich leider ein kurzes Gesundheitliches K.O hatte durfte Jack mit Günther und Atilla wandern gehen. Wie jedes Jahr fehlte auch heuer der Schnee nicht und stellte die Trittsicherheit von Hunden und Hundeführern auf die Probe. Alle Hunde benahmen sich auch bei Gegenverkehr von Menschen, Hunden und Kindern auf dem schmalen Steig vorbildlich und wurden von den erschöpften Hundeführern bei der Rückkehr zum Trillerhof versorgt, bevor sich Herrchen und Frauchen bei einem Eiskaffee entspannten. Als Abendessen gab es Ripperl auf der Sattelberg Hütte. Da das Fitnessprogramm für diesen Tag bereits Opfer gefordert hatte (Muskelkater, Erschöpfung usw…) wurde die Strecke mit dem Auto zurückgelegt. Um 21 Uhr startete die Besprechung zu Nachtsuche mit anschließendem Abmarsch zum Wald. Es ist immer wieder erstaunlich wie wenig sich die Hunde durch die Dunkelheit aus dem Konzept bringen lassen und die Opfer gleich schnell wie bei Tageslicht finden. Die Herausforderung bei einer Nachtsuche liegt definitiv beim Menschen. Alle Hunde lösten sich gut vom Hundeführer und suchten in Rekord Zeit ihre Opfer. Müde und Zufrieden mit unseren Hunden trafen wir uns noch zu einer kurzen Nachbesprechung, bevor wir unsere Batterien für den letzten Tag noch einmal aufluden.
Am Sonntag nach dem Frühstück wurde demokratisch über den Tagesplan abgestimmt. Die Entscheidung fiel auf die Planai und so wurden Rucksäcke gepackt, Maulkörbe und Hunde verstaut und los gings. Im Parkhaus wurden die Hunde ordnungsgemäß mit Maulkorb ausgestattet und je zwei Hunde und Hundeführer teilten sich eine Seilbahn Gondel. Oben angekommen ging der größte Teil der Gruppe den kleinen Rundweg. Günther, der durch eine Sportverletzung vom Vortag gehandicapt war, beschloss mir im Schatten Gesellschaft zu leisten. Auch Silke die trotz Creme einen ordentlichen Sonnenbrand hatte und Michael schlossen sich uns an. Nach einer kurzen Bespaßung unserer Hunde am kinderfreien Spielplatz relaxten wir im Schatten und genossen die tolle Aussicht. Nach der gemeinsamen Rückfahrt zum Trillerhof und dem Versorgen der Hunde wurde fleißig gepackt und wir genossen noch einmal Hildas Kochkünste bevor wir uns für dieses Jahr verabschiedeten.

Liebe Hilde, lieber Norbert wir möchten uns auch heuer wieder für eure freundliche Aufnahme und euer Verständnis bei den zeitweiligen nächtlichen Ruhestörungen unserer Hunde bedanken. Es ist durchaus nicht selbstverständlich überall mit 15 Hunden so herzlich willkommen zu sein. Besonders dankbar sind wir natürlich, dass wir auch weiterhin in den Genuss deiner Kochkünste kommen liebe Hilde, obwohl du normalerweise nur mehr Frühstück anbietest. Wir alle freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen bei der nächsten Trainingswoche in der Ramsau.
Trixi
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