Symposium von "Arche Noah"
EU-Kommission sorgt sich um den Uhudler

In Italien ist Wein aus Direktträgertrauben seit 1931 verboten, berichtete Winzerin Carmen Gasperini (rechts) aus dem Veneto beim Uhudler-Symposium auf Burg Güssing.
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  • In Italien ist Wein aus Direktträgertrauben seit 1931 verboten, berichtete Winzerin Carmen Gasperini (rechts) aus dem Veneto beim Uhudler-Symposium auf Burg Güssing.
  • hochgeladen von Martin Wurglits

Beim internationalen Uhudlersymposium auf Burg Güssing war es einer der großen Diskussionspunkte: Der neue Vorschlag der EU-Kommission, sämtliche derzeit verbotenen Direktträgersorten zu legalisieren. Einen entsprechenden Vorstoß hat die Kommission in einen Vorschlag zur Novellierung der gemeinsamen Agrar-Marktordnung verpackt.

Verbotene Sorten

Konkret geht es um die Sorten Noah, Othello, Isabelle, Jacquez, Clinton und Herbemont, die noch immer von der Weinherstellung ausgeschlossen sind. Die Kommission verweist auf die größere Widerstandsfähigkeit dieser Sorten gegenüber Krankheiten und auf deren bessere Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel.

Österreichischer Umweg

In Österreich sind die sechs zuvor verbotenen Sorten 2016 über einen juristischen Umweg legalisiert worden, und zwar über die Deklarierung als "Obstwein". Zehn weitere Direktträger-Rebsorten, die Edelweinanteile enthalten, hat die Landesregierung via Aufnahme in die Weinbauverordnung legalisiert.

Frankreich als größter Gegner

Eine schnelle Lösung auf EU-Ebene hält Weinrechts-Experte Peter Sommer, der in Güssing als Referent geladen war, für unwahrscheinlich. "Vor allem große Weinländer wie Frankreich scheuen den Konkurrenzdruck und opponieren massiv", betonte der frühere Bundeskellereiinspektor.

EU-weit gebe es bei Wein eine Überproduktion. "Eine Legalisierung aller Direktträger würde die Situation aus Sicht der Franzosen verschärfen, weil die Produktion dieser Weine billiger ist und neue nördlichere Anbaugebiete erschlossen würden", so Sommer.

Ausbau außerhalb des Südburgenlands steigt

Für Österreich rechnet er mit einem deutlichen Ausbau der Uhudler-Produktion, und das obwohl dieser von den südburgenländischen Weinbauern als Wort-Bild-Marke rechtlich geschützt wurde. "Im Nordburgenland und anderen Bundesländern entdecken immer mehr diese Nische", sagt Sommer. Soll der Uhudler auch weiterhin exklusiv dem Südburgenland zugeordnet werden können, rät der Experte zur Kombination eines geographisch definierten Gebietsschutzes im Zusammenhang mit der Obstwein-Deklarierung.

Verein "Arche Noah"

Das Symposium in Güssing veranstaltete der Saatguterhaltungs-Verein "Arche Noah", der sich für die Aufhebung sämtlicher Rebverbote einsetzt. Winzer aus Slowenien, Italien, Frankreich und Rumänien kamen nach Güssing.

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