Kunstrasendiskussion
Aus für Plastik-Platz trifft Gemeinden

Kork wäre eine umweltfreundliche Alternative.
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  • Kork wäre eine umweltfreundliche Alternative.
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Die Debatte über das Mikroplastikverbot durch die EU und die daraus folgenden Auswirkungen auf die Kunstrasensportflächen trifft auch die Gemeinden ganz unvorbereitet.

MILS/SISTRANS (mk). In den letzten Jahren wurde von vielen Gemeinden auf Kunstrasenplätze bei Sportanlagen gesetzt. Vor allem die Trainingseinheiten der Fußballvereine werden meist auf diesen "Zweitplätzen" neben einem Rasenplatz durchgeführt, so auch in den Gemeinden Mils, Absam, Rum und Sistrans. Die EU-Kommission lässt derzeit prüfen ob bestimmtes Mikroplastik, das bewusst in die Umwelt freigesetzt wird, nicht mehr zugelassen und insgesamt verboten werden muss. Das soll ab 2022 geschehen. Unter dieses Gesetz würde dann auch das als Füllstoff (Infill) verwendete Kunststoffgranulat für Kunststoffrasensysteme fallen das in sehr vielen Gemeinden zum Einsatz kommt. Der Füllstoff (SBR) auf den Kunstrasenplätzen besteht zu fast 100 % aus wiederverwerteten Autoreifen. Die Gummikügelchen stehen im Verdacht, krebserregend zu sein, da sie neben Zink auch sogenannte Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthalten.

Gemeinden warten ab

Die betroffenen Gemeinden der Region haben sich bis dato noch wenig mit dem Thema auseinandergesetzt. Auf Anfrage der Bezirksblätter erklärt der Bürgermeister von Mils, Peter Hanser: „Ein Rasenplatz bringt sehr viel mehr Pflegeaufwand mit sich. Man sollte sich jetzt nicht den Kopf zerbrechen. Schauen wir erstmal, wie andere Gemeinden damit umgehen, dann werden auch wir das Problem lösen." In der Gemeinde Sistrans wartet man auf eine Übergangslösung. Der Bgm. von Sistrans, Josef Kofler, sagt dazu: „Ich gehe davon aus, dass es eine Übergangslösung gibt. Ich frage mich schon, ob hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Man sollte nämlich auch den Reifenabrieb bei Pkw mitbedenken. Damals hat es keine andere Alternative gegeben. Ich warte erstmal ab und dann werden wir entsprechend handeln. Von den Kosten her sehe ich da kein Problem. Dem Trainer des SV Hall, Akif Güclü, scheint die Debatte um das Füllmaterial der Kunstrasenplätze wohl entgangen zu sein. „Wir trainieren jeden Winter in Mils. Dass da ein Verbot kommen soll, war mir nicht bekannt. Sollte es wirklich umweltschädlich sein, werde ich das natürlich unterstützen. Dann brauchen wir auf jeden Fall eine Lösung für Tirol."

Europaweite Debatte

Die EU-Kommission hat die ECHA beauftragt bis 2020 zu prüfen, ob bestimmte Granulate, die bewusst in die Umwelt freigesetzt werden, verboten werden müssen. Die Folge war eine europaweite Diskussion. Der Präsident des Tiroler Fußballverbandes, Josef Geisler, sieht die Situation folgendermaßen: „Der ÖFB und die Kaderverbände müssen den Umweltschutz berücksichtigen. Auf den Umweltschutz und die Gesundheit der Spieler ist zu achten, ja, jedoch muss es auch weiterhin möglich sein, ungehindert Fußball spielen zu können." Ob die Kommission ein Verbot von Plastik-Einstreumaterial für Kunstrasensportplätze vorschlagen wird, steht noch nicht fest. Sie hat aber das Granulat ins Visier genommen, das auf den Kunstrasen verteilt wird.

Alternative Kork

Alternativen gibt es bereits. Einige Vereine setzen dabei auf Kork. Der ist zwar teurer, aber auch sparsamer, weil viel weniger Verfüllmaterial benötigt wird als beim Kunststoffgranulat.

Mehr dazu 

https://www.meinbezirk.at/innsbruck/c-lokales/footballer-bauen-auf-kork-und-kokos_a3531006

Autor:

Michael Kendlbacher aus Hall-Rum

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