72. Bezirksschützenfest
Ausladung der Stadtmusikkapelle Hall sorgt für Kontroverse
- Die Ausladung der Speckbacher Stadtmusikkapelle am Bezirksschützenfest sorgt im Vorfeld für breite Diskussionen.
- Foto: Speckbacher Stadtmusik Hall
- hochgeladen von Stefan Fügenschuh
Eine Ausladung der Speckbacher Stadtmusikkapelle Hall vom bevorstehenden Bezirksschützenfest in Hall sorgt derzeit für Diskussionen. MeinBezirk hat bei der Speckbacher Stadtmusikkapelle Hall sowie beim Veranstalter nachgefragt.
HALL. Das Bezirksschützenfest am Sonntag, 28. Juni 2026 in Hall, steht heuer im Zeichen eines besonderen Jubiläums: 75 Jahre Schützenbezirk Hall sowie das 72. Bezirksschützenfest Hall. Doch ein Thema überschattet derzeit das bevorstehende Event. Hintergrund ist die Ausladung der Speckbacher Stadtmusikkapelle Hall von der Veranstaltung aufgrund eines männlichen Marketenders.
Musikkapelle enttäuscht
Wie die Obfrau der Speckbacher Stadtmusikkapelle Hall, Claudia Posch auf MeinBezirk-Anfrage bestätigt, wurde vom Bezirksschützenverband Hall im Mai 2026 telefonisch nachgefragt, ob die Kapelle plane bei der Veranstaltung auch mit männlichen Marketendern auszurücken. Nachgefragt wurde deshalb, weil die Speckbacher Stadtmusik im März 2026 beim Schützenjahrtag zum ersten Mal mit männlichen Marketendern ausgerückt ist. Die Befürchtung: die Teilnahme von männlichen Marketendern könnte negative Auswirkungen auf das Fest haben. Posch teilte dem Verband daraufhin mit, dass sie nicht ausschließen könne und wolle, dass männliche Marketender dabei sind, „zumal jedenfalls einer der Marketender ein fixes Mitglied in der Kapelle ist und ihm ein Mitwirken keinesfalls verwehrt werden solle, schon gar nicht aufgrund seines Geschlechts", zeigt sich Posch verwundert. Daraufhin wurde die Stadtmusik vom Bezirkschützenfest ausgeladen.
„Die Speckbacher Stadtmusik Hall hat sich Anfang des Jahres 2026 bewusst dafür entschieden, die Funktion der Marketender sowohl für Frauen als auch für Männer zu öffnen. Dies nicht nur, um einen soliden Mitgliederstand zu gewährleisten, sondern vielmehr, um ein Zeichen für die Geschlechtergleichbehandlung zu setzen. Eine Ausladung einzelner Mitglieder aufgrund ihres Geschlechts widerspricht somit nicht nur den Grundsätzen der Gleichbehandlung, sondern auch dem Bestreben des Vereins, allen Mitgliedern die Teilnahme an den Ausrückungen im Vereinsjahr zu ermöglichen", so das Statement der Kapelle.
- Die Obfrau der Speckbacher Stadtmusik Hall, Claudia Posch, zeigt sich über die Ausladung verwundert.
- Foto: Speckbacher Stadtmusik Hall
- hochgeladen von Michael Kendlbacher
Vermeidung von Provokation
Auf Nachfrage beim Veranstalter Schützenbezirk Hall als eigenständigem Verein, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme, dass die Bezirksleitung des Schützenbezirkes Hall und das Festkomitee in mehreren Sitzungen über den Einsatz einer Musikkapelle mit Marketender beim Jubiläums-Schützenfest diskutierten. Auslöser war der Auftritt der Speckbacher Stadtmusikkapelle Hall beim Schützenjahrtag im März 2026, der innerhalb von Schützen- und Musikkreisen kontroverse Reaktionen auslöste. „Im Zusammenhang mit der landesweiten basisdemokratischen Entscheidung, künftig keine Frauen als Gewehrschützinnen zuzulassen, sowie der Befürchtung, dass dadurch erneut ein entsprechender Konnex hergestellt werden könnte, wurde seitens des Schützenbezirkes entschieden, die Speckbacher Stadtmusikkapelle Hall vom bevorstehenden Bezirksschützenfest auszuladen. Dabei spielte die Teilnahme eines männlichen Marketenders eine zentrale Rolle, da durch neuerliche Diskussionen und öffentliche Kontroversen befürchtet werden", so Major Kurt Mayr, Bezirkskommandant des Schützenbezirkes Hall. Zudem gab es ein weiteres Gespräch zwischen Vertretern der Speckbacher Stadtmusik Hall und dem Festkomitee. „Dabei wurde der Speckbacher Stadtmusik Hall mitgeteilt, dass sie beim Bezirksschützenfest selbstverständlich willkommen sei, sofern sie ohne Marketender ausrückt, um erneute Kontroversen zu vermeiden", so Mayr abschließend.
- Die Stadtpolitik kritisiert die Entscheidung und warnt vor Diskriminierung im Vereinswesen.
- Foto: Speckbacher Stadtmusik Hall
- hochgeladen von Michael Kendlbacher
Kritik aus der Stadtpolitik
Auch vonseiten der Stadtpolitik zeigt sich Vizebürgermeisterin Julia Schmid (SPÖ und parteifreie) über die Vorgehensweise verwundert: „Tradition darf niemals als Vorwand für Ungleichbehandlung und Diskriminierung dienen. Dass die Speckbacher Stadtmusik vom Bezirksschützenfest in Hall ausgeladen wurde, ist im Jahr 2026 nicht nachvollziehbar. Gerade Vereine und Traditionsverbände sprechen oft von Gemeinschaft, Zusammenhalt und gegenseitigem Respekt. Diese Werte müssen aber für alle gelten – unabhängig vom Geschlecht. Wer Menschen ausschließt, weil sie nicht in ein veraltetes Rollenbild passen, sendet keine zukunftsfähigen Signale."
Mehr dazu
Weitere NEWS aus dem Bezirk findest du hier.
Link einfügen
Video einbetten
Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.
Karte einbetten
Social-Media Link einfügen
Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.
Code einbetten
Beitrag oder Bildergalerie einbetten
Foto des Tages einbetten
Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten
Du möchtest selbst beitragen?
Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.