Sistranser Bürgerinitiative kämpft erneut gegen Bebauungsplan
- Foto: Sistrans lebenswert
- hochgeladen von Michael Kendlbacher
Die Sistranser Bürgerinitiative möchte auch gegen den neu aufgelegten Bebauungsplan ankämpfen. Letzte Woche übergab die Bürger-Bewegung 170 Einsprüche gegen das Wohnprojekt, an die Gemeinde.
SISTRANS. Ein privater Bauträger plant im Ortsteil Puitnegg eine Wohnanlage mit 15 Einheiten und Tiefgarage. Doch ein Teil der Sistranser Bevölkerung fordert die Gemeinde auf, das Projekt zu überdenken. Wie die BEZIRKSBLÄTTER berichteten haben sich letzten Herbst Proteste gegen das Wohnprojekt gerichtet. Ein neuer Bebauungsplan, der vom Gemeinderat mit Ende Juni einstimmig beschlossen wurde, ist laut Armin Brugger (Sprecher der Bürgerinitiative) nur minimal verändert worden. Zahlreiche Einwände wurden nicht berücksichtigt, weshalb die Bewegung erneut Unterschriften sammelte, um gegen das Projekt anzukämpfen. Insgesamt wurden letzte Woche 170 Einsprüche an die Gemeinde übergeben. „Es war schwierig im Sommer so viele Einsprüche zu sammeln. Es freut uns, dass dies wieder gelungen ist. Wir hoffen, dass der Gemeinderat nun dieses Bauvorhaben gründlich prüft und überdenkt", so Brugger. Die Bewegung kritisiert im Wesentlichen, dass nur frei finanzierte Wohnungen entstehen sollen. Eine Nachverdichtung würde man nur unterstützen, wenn diese auch auf ein Verkehrskonzept beruht. Anstatt der Anlage, würde man lieber eine überwiegende Bebauung, mit frei stehenden Ein- und Zweifamilienhäusern sehen. „Andere Gemeinden zeigen bereits, wie mit reinen Investorenprojekten umgegangen werden kann. Bauen für Anlegerwohnungen treibt die Preise. Nur wenige profitieren. Diese Unart verfestigt sich auch in Sistrans.“ Weiters wird von der BI gefordert, dass die Verkehrsbelastung in der Kirchgasse nicht noch mehr ansteigen dürfe. „Die Leute befürchten einen Präzedenzfall und wünschen sich zuerst ein Verkehrskonzept“, betont Brugger.
Kritik nicht nachvollziehbar
BM Josef Kofler versteht die Aufregung um das geplante Projekt nicht und weist noch einmal auf die Vertragsraumordnung hin. „Wir haben Baurichtlinien seit 2001 und entsprechend dazu wird das Projekt eingereicht. Eines ist mir gleich aufgefallen: Viele Bürger, die unterschrieben haben, hatten damals den gleichen Anspruch für sich selber gestellt. Sprich: selber will ich es beanspruchen, aber danach darf keiner mehr kommen", so Kofler. Dass die direkten Nachbarn keine Freude haben werden, ist dem Ortschef klar, „aber es gibt Baurichtlinien und auch der Bauwerber braucht Rechtssicherheit", führt Kofler weiter aus. „Die Baumassendichte von 1,4 war schon damals festgelegt und ist sehr wenig. Und auch im Vergleich zum vorigen Bebauungsplan ist das Gebäude niedriger geworden." Würde man einen geförderten Wohnbau hinstellen, wäre eine Baumassendichte von 2,2 vorgesehen. In Punkto Verkehrsbelastung, sieht der BM keine Schwierigkeiten. „Man kann natürlich alles von einem anderen Gesichtspunkt sehen. Wenn man gegen ein Projekt ist, sucht man natürlich Argumente."
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