Olympiasieger Mario Matt gab Rücktritt bekannt

Slalom-Ass Mario Matt gab in St. Anton am Arlberg seinen Rücktritt bekannt.
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ST. ANTON/FLIRSCH (otko). In einer Pressekonferenz gab Mario Matt am Donnerstag in St. Anton am Arlberg seinen sofortigen Rücktritt vom alpinen Ski-Sport bekannt.
Nach seinem Trainingssturz bei der Ski-WM in Vail/Beaver Creek hat sich der 35-Jährige ein Knochenmarködem im Sprunggelenk zugezogen. "Ich habe alles versucht um Fit zu werden. Auch die Schmerzen haben den Start nicht verhindert. Bis zum Ausfall war ich zudem zeitlich gut dabei", berichtete Matt. Nach eineinhalb Wochen sei der Schmerz aber nicht besser geworden und eine genauere Untersuchung in Innsbruck hat dann gezeigt, dass die Verletzung schlimmer sei als erwartet. "Bei einer starken Belastung könnte das Sprungelenk brechen und daher ist ein Start in der heurigen Weltcup-Saison nicht mehr möglich", so Matt.

Richtige Zeitpunkt

Im "Karl Schranz Zielstadion" von St. Anton, wo Matt 2001 erstmals einen Slalom-Weltmeister-Titel errang, gab er vor versammelter Presse schließlich seinen Entschluss bekannt: "Ich werde meine Karriere beenden, da ich gespürt habe, dass das Skifahren für mich nicht mehr das allerwichtigste ist. Unter diesem Umständen will ich nicht mehr weitermachen." Nach seinem Olympiasieg habe er lange überlegt und nach der Beratung mit der Familie hat er sich doch für einen Weitermachen entschieden. "Ich habe heuer alles versucht. Trotz der vielen Ausfälle bin ich von Anfang an in einer guten Form gewesen. Obwohl ich keine Ergebnisse am Papier habe, weiß ich, dass ich noch mit den Schnellsten mitfahren kann", unterstrich der 35-Jährige.

Höhen und Tiefen

Das Flirscher Slalom-Ass kann auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. 1999 gab er in Kranjska Gora sein Weltcup-Debüt und insgesamt feierte er 15 Weltcupsiege. Karrierehöhepunkte waren die Weltmeistertitel von 2001 und 2007 sowie der Olympiasieg von 2014. "Es war seine schöne Zeit. Höhepunkt war für mich der WM-Titel in St. Anton. Daheim Gold und Silber zu holen ist etwas ganz besonderes", so Matt. Trotzdem hat es auch Tiefen gegeben: "Nach meiner Verletzung habe ich nicht aufgegeben und weiter gearbeitet und gekämpft. Daher hat der zweite Weltmeistertitel 2007 für mich auch eine große Bedeutung", blickte Matt zurück.

"Rennpferd" hört auf

ÖSV-Präsident Peter Schröcknadel und ÖSV-Sportdirektor zollten Matt großen Respekt und sagten Danke. "Du hast uns viel Freude bereitet und uns viel gegeben. Der Olympiasieg war das größte und auch der WM-Titel in St. Anton war wunderbar", lobte der ÖSV-Präsident. Für den Skiverband sei der Rücktritt natürlich Schade. "Ich habe die Hoffnung gehabt, dass er weiterfährt", so Schröcksnadel.
Auch ÖSV-Sportdirektor Pum dankte für die wunderschöne gemeinsame Zeit: "Du hast dem ÖSV und den Skifans viele Erfolge geschenkt. Am Mario gibt es drei herausragende Dinge: seine coole, zurückhaltende Art mit dem trockenen Schmäh, zweitens die Carving-Skitechnik, die er in den Rennsport eingeführt hat und drittens sein Kämpferherz. Trotz deiner Verletzung hast du dich wieder nach vorne gekämpft, da können sich die Jungen etwas abschauen."
"Schade, dass solche Spitzenleute aufhören. Es ist nicht nur ein sportlicher sondern auch menschlicher Verlust", meinte ÖSV-Herrenchef Andreas Puelacher. Künftig Matts jüngster Bruder Michael (21) in die erfolgreichen Fußstapfen treten. Marios 32-jähriger Bruder ist als Skicrosser aktiv.

"Keine Langeweile"

Schon während seiner aktiven Zeit hat sich Mario Matt ein zweites Standbein aufgebaut. Seit 2011/02 betreibt er eine erfolgreiche Araber-Pferdezucht in seinem Heimatort. "Es macht viel Spaß und künftig werde ich mehr Zeit dort verbringen", freut sich Matt. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Andrea betreibt er zudem die Apres-Ski-Bar „Krazy Kanguruh“ in St. Anton. "Ich habe künftig genug Beschäftigung und mir wird sicher nicht langweilig", versichert Matt. Zum Schluss bedankte er sich bei Eltern, beim ÖSV, bei den Trainern und Betreuern und bei seinen Fans für die Unterstützung.

"Danke Mario!"

LH Günther Platter und LHStv. Josef Geisler loben nach Bekanntgabe des Rücktritts von Mario Matt vom aktiven Skirennsport seine besonderen Leistungen als Sportler und Vorbild besonders für junge Menschen.
„Mit Mario Matt verlässt ein langjähriger, erfahrener und sehr beliebter Tiroler Skistar die große Bühne des alpinen Rennsports. Er hat nicht nur wegen seiner sportlichen Leistungen für Tirol Skigeschichte geschrieben. Er hat auch als bescheiden gebliebener Mensch und Vorbild für unsere Jugend einen besonderen Stellenwert im internationalen Skisport. Darum sage ich ihm für all seine Verdienste ein herzliches Danke“, erklärt LH Günther Platter.
„Matt hat mit seinen Erfolgen auch den Ruf Tirols als Wintersportland in die Welt hinausgetragen und damit einen bedeutenden Beitrag für den Tourismus geleistet. Nicht zuletzt wecken Sportidole wie er auch die Motivation für unsere Jugend und sind Ansporn, das Skifahren zu lernen und als Freizeitbetätigung auch im Erwachsenenalter beizubehalten“, wies der Tourismusreferent auf die Bedeutung des Skisports in Tirol hin. "Sein Einsatz, seine Disziplin und seine menschliche Art verdienen Respekt. Gratulation zu den großartigen Leistungen im harten Skiweltcupzirkus. Für seine weitere private und berufliche Zukunft wünsche ich ihm alles Gute", so Geisler.

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