10.10.2014, 08:00 Uhr

Rascher Rückfall nach Haftentlassung

Richter Markus Grünberger (Foto: Probst)

Ein 18-Järhiger musste sich wegen Sachbeschädigung, Einbruch und tätlichem Angriff gegen einen Polizeibeamten vor Gericht verantworten.

ST. PÖLTEN (ip). „Wir haben ja schon öfter das Vergnügen gehabt“, begrüßte der St. Pöltner Richter Markus Grünberger einen 18-jährigen fünffach vorbestraften Kenianer, der nach seiner Haftentlassung Anfang Mai 2014 noch einige Verwaltungsstrafen abzudienen hatte. Eine Woche nach seiner Entlassung begann er abermals Straftaten zu sammeln.

Straftaten meist betrunken verübt

„Ich habe es nicht geschafft, nichts zu trinken und straffrei zu bleiben“, beteuerte der Bursche, der diesmal mit einer langen Liste an Ladendiebstählen, Sachbeschädigung, Einbruch und tätlichem Angriff gegen einen Polizeibeamten konfrontiert wurde. „Wenn ich anfange zu trinken, kann ich nicht mehr aufhören“, begründete der Angeklagte Aktionen, bei denen er meist hochpreisige Alkoholika in diversen Geschäften mitgehen ließ. Er selbst konnte sich an viele Fakten nicht so genau erinnern, da er meist stark betrunken ans Werk ging.

Auto zu Schrott gefahren

Neben dem Diebstahl von Handys, dem Einschlagen der Fensterscheibe bei einer Bekannten und dem Zertrümmern einer Hinweistafel der ÖBB am Bahnhof St. Pölten, flippte er auch bei einer Anhaltung durch Polizeibeamte aus. „Es ist so viel passiert, ich kann mich gar nicht mehr erinnern“, beteuerte er auch im Zusammenhang mit seiner Randale in der Polizei-Aufnahmezelle, wo er ein Telefon zertrümmerte. „Das ist in 1.000 Fetzen am Boden gelegen“, schilderte ein Beamter die Situation.
Schließlich hatte auch die Freundin seiner Mutter Pech. Sie überließ ihm für drei Tage ihre Wohnung. In Begleitung von zwei Saufkumpanen entdeckte er den Autoschlüssel der Frau und nahm den PKW in Betrieb, den er kurz danach an einem Baum zu Schrott fuhr. Die Unfallursache – „ …, weil ich betrunken war und gar keinen Führerschein habe!“

Offene Fragen und das Fernbleiben einiger Zeugen machten die Vertagung des Prozesses, bei dem der Angeklagte mit einer stationären Alkoholtherapie liebäugelt, notwendig.
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