Kritik an Verschiebung
Bahnhof Imst-Pitztal: „Die Region wird vertröstet“

Raum und Zeit ist relativ: Der Bahnhof Imst-Pitztal sollte in den kommenden Jahren modernisiert werden. | Foto: Perktold
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  • Raum und Zeit ist relativ: Der Bahnhof Imst-Pitztal sollte in den kommenden Jahren modernisiert werden.
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Die neuerliche Verschiebung des Bahnhofsprojekts Imst-Pitztal sorgt für deutliche Kritik. Der Milser Bürgermeister und Wirtschaftsbund-Obmann Bernhard Schöpf spricht von einem „falschen Signal für das Tiroler Oberland“.

IMST. Sollte sich bestätigen, dass die Inbetriebnahme nun erst im Jahr 2038 erfolgen soll, würde sich eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Region um weitere Jahre verzögern.
Der Milser Bürgermeister und Wirtschaftsbund-Bezirksobmann Bernhard Schöpf spricht von einem „falschen Signal" für das gesamte Tiroler Oberland.
„Seit Jahren wird von den Menschen verlangt, verstärkt auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Gleichzeitig werden genau jene Projekte verschoben, die dafür notwendig sind. Für diese Entscheidung habe ich kein Verständnis“, erklärt Schöpf.
Besonders kritisch sieht er die Situation am Bahnhof Imst-Pitztal. Die Parkplatzkapazitäten seien seit Jahren unzureichend und würden die Nutzung des öffentlichen Verkehrs zusätzlich erschweren. Wer morgens mit dem Auto zum Bahnhof fahre, finde häufig keine freien Stellplätze mehr vor.

Situation ist untragbar

„Menschen aus der Region sagen mir immer wieder: ‚Ich komme gar nicht erst in die Versuchung, mit dem Zug nach Innsbruck zu fahren, weil man ohnehin keinen Parkplatz am Bahnhof bekommt.‘ Das zeigt deutlich, dass die derzeitige Situation viele Menschen davon abhält, auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen.“
Von der Verzögerung betroffen seien nicht nur Pendlerinnen und Pendler, sondern auch Schülerinnen und Schüler, Seniorinnen und Senioren sowie die regionale Wirtschaft und der Tourismus.
Schöpf verweist zudem darauf, dass die betroffenen Gemeinden ihre Beiträge bereits geleistet hätten. Die erforderlichen Gemeinderatsbeschlüsse zur Mitfinanzierung der Planungskosten seien gefasst worden. „Wir Gemeinden haben unsere Hausaufgaben gemacht. Die Region hat Verantwortung übernommen und ein klares Bekenntnis zu diesem Projekt abgegeben. Jetzt müssen Bund und ÖBB liefern.“

Richtiges Signal gefragt

Gleichzeitig betont Schöpf, dass sich seine Kritik nicht gegen das Land Tirol richte. Auch das Land habe seinen Beitrag zu den Planungskosten bereits beschlossen. Laut den Zahlen im aktuellen ÖBB-Rahmenplan seien auch die Mittel des Bundes für die Planungen vorgesehen, sodass diese nicht verzögert werden sollten.
„Das ist ein wichtiges Signal. Gerade bei Infrastrukturprojekten dieser Größenordnung dauern Planungen und Genehmigungen nicht Wochen, sondern Jahre. Deshalb ist es entscheidend, dass jetzt keine weitere Zeit verloren geht. Bund und ÖBB sind gefordert, dieses Projekt nicht erneut auf die lange Bank zu schieben.“ Neben der Umsetzung der Planungen brauche es jedoch unabhängig vom geplanten Umbau des Bahnhofs kurzfristige Lösungen für die angespannte Parkplatzsituation. Für Schöpf steht fest: „Wer die Verkehrswende ernst meint, muss den Bahnhof Imst-Pitztal umsetzen – nicht irgendwann, sondern jetzt.“
Die neuerliche Verzögerung löse in der Region zunehmend Unverständnis aus. Aus Sicht Schöpfs brauche es gerade in wirtschaftlich starken und wachsenden Regionen eine moderne und leistungsfähige Infrastruktur. Ein weiteres Hinauszögern wichtiger Projekte sende das falsche Signal an Bevölkerung, Wirtschaft und alle, die täglich auf funktionierende Mobilität angewiesen sind.
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