07.10.2014, 00:00 Uhr

Imster Gemeinden nehmen Flüchtlinge auf

Vielerorts sträuben sich Kommunen gegen die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen. Nicht so im Bezirk Imst. Zahlreiche Gemeinden engagieren sich, für manche Gemeinden in den hinteren Tälern drängt sich diese Frage erst gar nicht auf. Der Sölder Bürgermeister und Gemeindeverbands-Präsident Ernst Schöpf meint dazu: "Die Gemeinden in Tirol stehen der Flüchltingthematik generell recht offen gegenüber, obwohl man schon anmerken muss, dass niemand laut 'hier' geschrien hat, als sich vor zwei Monaten die Dringlichkeitsfrage stellte. Trotzdem wird oft auch abseits der Öffentlichkeit schnell eine Lösung gefunden, wie in Sautens, oder vor einiger Zeit in Roppen." Der Roppener Dorfkapo Ingo Mayr erklärt: "Wir haben einige Familien schon vor Jahren privat untergebracht und damit überhaupt keine Probleme gehabt. Insgesamt muss man manche Bürgermeister aber noch mehr für die Dramatik sensibilisieren." In Sautens wurde unlängst der leer stehende "Sautnerhof" adaptiert, schon im Oktober werden dort 20 Asylwerber untergebracht. Bürgermeister Fredi Köll dazu: "Wir sind froh, dass wir helfen können und betrachten dies auch als unsere Pflicht. Um die Integration der Flüchtlinge wird sich die Gemeinde kümmern. Es gibt zwar nur begrenzte Möglichkeiten, diese werden wir aber nutzen." Thomas Schatz hat bis vor kurzem das Flüchtlingsheim in Mötz und Telfs (mit-)geleitet. Er ortet eine "scheinheilige Diskussion, die nur den restriktiven Kurs der Regierung kaschieren soll." Schatz weiter: "Schon vor einem Jahr wurde eine Generalstrategie verfasst, passiert ist nichts und eine Gesamtlösung ist weit außer Sicht. Trotz vieler Defizite muss aber auch gesagt sein, dass die Heime in Mötz und Telfs bestens funktionierten und werder die befürchteten Probleme auftraten, noch der Integrationsgedanke vergessen wurde." Im Imster Flüchtlingsheim "Sonneninsel" logieren derzeit 69 Flüchtlinge, die auf einen positiven Asylbescheid warten, großteils zur Untätigkeit verdammt. Stadtchef Stefan Weirather sagt: "Wir haben keine Probleme mit den Flüchtlingen, die anfänglichen Befürchtungen haben sich in Luft aufgelöst. Allerdings ist situationsbedingt auch eine intensivere Betreuung wichtig."
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