11.10.2014, 01:29 Uhr

Kundgebung "Solidarität für Kobane"

Wien: Hofburg | Neben dem kurdischen Kulturverein riefen rund 30 weitere Vereine, darunter Asyl in Not, KPÖ, VsStö und andere zu einer Solidaritätskundgebung "Solidarität Rojava" auf. Laut Veranstalter folgten bis zu 7000 Demonstrierenden, dementgegen bestätigte die Landespolizeidirektion Wien rund 2000 Teilnehmer. Das Gerücht, dass sich "Islamisten" zur Ausübung von Gewalt unter die friedlich demonstrierenden KundgebungsteilnehmerInnen "einschleusten" erhärteten sich nicht, und lief die gesamte Demonstration weitergehst friedlich. Die Wiener Polizei sprach von "programmgemäß und friedlich", es gab lediglich fünf Verwaltungsanzeigen. Weiters wurden eine Schreckschusspistole, drei Messer und eine "bedenkliche Fahne" sichergestellt, gab die Polizei in einer Aussendung bekannt.
"Wenn Kobane fällt, wird es zu Aufständen der Kurden in der Türkei kommen..." befürchtete Bervian Aslan, Grüne Nationalratsabgeordnete und gebürtige türkische Kurdin. Die Demonstration, die vom Museumsquartier über den Ring bis zum Ballhausplatz zog, richtete sich nicht nur gegen den Terror der IS-Miliz und die Salafisten, auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wurde in Sprechchören "Terrorist" genannt. "Der Angriff auf Kobane ist von der Türkei organisiert", sagte ein 35-Jähriger Kurde, der vor fünf Jahren aus Syrien floh. "Kurdistan ist in Gefahr - von allen Seiten werden wir angegriffen, weil wir Öl und reiche Städte wie Kobane haben. Wir brauchen kein eigenes Land, aber wir wollen Freiheit." Tatsächlich gefährde die Türkei den Friedensprozess mit der kurdischen Bevölkerung, wenn sie im Konflikt um Kobane weiterhin so passiv bleibe, warnte Aslan und nahm Österreich in die Pflicht, zu handeln: "Als neutrales Land, das sich für Menschen- und Frauenrechte einsetzt, muss sich Österreich fragen, welchen Stellenwert es in der internationalen Politik einnimmt, wenn es Völkermord nicht verhindern kann". Aslan forderte "die Aufhebung der Grenzblockaden in der Türkei, humanitäre Hilfe und dass den Menschen die Chance auf Selbstverteidigung gegeben wird". Inmitten der Fahnen mit Porträts von Kurdenführer Abdullah Öcalan und PKK-Symbolen ragte auch ein kleines Grüppchen von Regenbogen-Fahnen in die Höhe, welche von Mitgliedern des Vereins "Queer-Solidarität von MigrantInnen und AsylwerberInnen" getragen wurden. Hier sei es eher unüblich, aber in seinem Heimatland Türkei trete die PYD (Partei der Demokratischen Union) oft gemeinsam mit Aktivisten der homo-/bi-/transsexuellen Szene auf, berichtete ein 24-jähriger Informatik-Student.Stimmungsvideo
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Lucia Zeiger aus Innere Stadt | 11.10.2014 | 11:52   Melden
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