31.01.2012, 17:03 Uhr

Schallender Zorn gegen WKR-Ball

Buh-Rufe für Ball-Gäste

Begab man sich am Freitag, dem 27. Jänner, in die Innenstadt so spürte man auf Anhieb die angespannte Atmosphäre. - Der Ball des Wiener Korporationsringes (WKR) fand statt und lockte nicht nur zahlreich adrett gekleidete Gäste in die Hofburg sondern vor allem auch tausende Demonstranten auf die Straßen und zum Heldenplatz.



Fragwürdiges Datum

Verschiedene Organisationen, wie etwa die israelitische Kultusgemeinde oder die Hochschülerschaft sowie linke Gruppierungen forderten bereits im Vorfeld zum Protest auf. Besondere Motivation lieferte heuer die markante Terminwahl des Burschenschafter-Balls: vor 67 Jahren wurde genau an diesem Tag das Konzentrationslager in Auschwitz befreit. Man ist sich einig, es handle sich hierbei um pure Provokation.

Zwischen Friedlichkeit und Alkohol

Etwa 3000 Teilnehmer verbündeten sich gegen die rechte Veranstaltung und taten auf unterschiedliche Weise ihren Unmut kund: ruhig gesinnte Demonstranten, die mittels Plakaten ihre Meinung zum Ausdruck brachten vermischten sich mit Protestlern, die lautstark durch Parolen und Buh-Rufen ihr Missfallen äußerten. Tanzgruppen lieferten auf künstlerische Art ihren Beitrag während sich Andere wiederum mit Hilfe von Alkohol auf radikalere Maßnahmen einstimmten.

Situation spitzte sich zu

Zunächst verlief die Demonstration recht friedlich, es wurden lediglich einige Knallkörper und Raketen gezündet. Auch der Sitzstreik, der zwei Bussen die Zufahrt verwehrte, erfolgte ohne rabiate Übergriffe. Doch je später der Abend wurde und damit auch der Promille-Gehalt vieler Personen stieg, umso mehr erfuhr die Gegenaktion zum WKR-Ball an Aggressivität.

Fehlverhalten

Ballgäste konnten sich nicht mehr ihren Weg durch die Menge bahnen, ohne dabei massiv beschimpft , bespuckt oder gar getreten zu werden. Die Polizei musste sie eskortieren um ihre Sicherheit zu gewährleisten.
Auch die Einsatzkräfte selbst wurden des öfteren verbal als auch körperlich attackiert.

Fazit

Bis auf neun Verletzte und 20 Festnahmen kam es zu keiner großen Eskalation wie im Jahre 2010. Ein riesiges Polizeiaufgebot wurde eingesetzt, um Ausschreitungen zu vermeiden. Jedoch wird nun Kritik am Vorgehen der Ordnungshüter von allen Seiten immer lauter.
Der Burschenschafter-Ball fand heuer höchstwahrscheinlich zum letzten Mal in der Hofburg statt.
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