KEINHEITSBRAUN
Kunst gegen die Vereinheitlichung der Viaduktbögen
- Wo alles gleich wird, setzt HNRX auf Unterschiede.
- Foto: Manuel Kokseder
- hochgeladen von Pascal Pali
Mit seinem Projekt „KEINHEITSBRAUN“ setzt der Tiroler Künstler HNRX ein Zeichen für Vielfalt im öffentlichen Raum. Was als Einzelarbeit begann, entwickelt sich zunehmend zu einer künstlerischen Intervention gegen die Vereinheitlichung der Viaduktbögen.
INNSBRUCK. „Ich bin sehr happy darüber, dass KEINHEITSBRAUN dieses Jahr wieder weiter wachsen durfte“, meint der Künstler. Kern des Projekts ist die Gestaltung ausgewählter Viaduktbögen in der Stadt. Zwei neue Bögen wurden 2026 umgesetzt, nachdem bereits im Vorjahr erste Arbeiten realisiert wurden. Für Maximilian Prantl, alias HNRX, ist dabei wichtig: Seine Arbeit versteht er bewusst als "Kunst im öffentlichen Raum“, nicht etwa als klassische Streetart oder Graffiti.
Hintergrund ist eine Entwicklung der letzten Jahre: Immer mehr Bögen werden saniert und mit einheitlichen Cortenstahl-Fassaden versehen. Was früher ein buntes, lebendiges Nebeneinander war, droht optisch zu verschwinden.
„Im Kern geht es darum, die ehemals "bunte" Bogenmeile zu erhalten und für Vielfalt in der bekannten Kulturlandschaft“
erklärt Prantl.
- Künstler HNRX gestaltet im Rahmen von "KEINHEITSBRAUN“ die Viaduktbögen in Innsbruck neu.
- Foto: Manuel Kokseder
- hochgeladen von Pascal Pali
Zeichen gegen Gentrifizierung
Die Viaduktbögen gelten seit Jahren als Ort für Subkultur, kreative Betriebe und niederschwellige Begegnung. Genau diese Vielfalt sieht der Künstler gefährdet. Mit KEINHEITSBRAUN will er gegensteuern: Farbe, Individualität und künstlerischer Ausdruck sollen stärker ins Stadtbild zurückkehren.
Das Projekt versteht sich nicht nur als ästhetische Aufwertung, sondern auch als Impuls für die breite Gesellschaft. Themen wie Gentrifizierung, urbane Identität und kulturelle Vielfalt werden bewusst angesprochen und in den öffentlichen Diskurs gebracht.
- "KEINHEITSBRAUN“ will die bunte Identität der Bogenmeile bewahren
- Foto: Manuel Kokseder
- hochgeladen von Pascal Pali
Wachstum und Resonanz
Seit der ersten Gestaltung eines Bogens im Jahr 2015 hat sich die Idee kontinuierlich weiterentwickelt. 2025 wurde KEINHEITSBRAUN offiziell als Projekt gestartet, seither wächst die Initiative stetig. Die Resonanz sei durchwegs positiv, sowohl von Passantinnen und Passanten als auch von Pächterinnen und Pächtern weiterer Bögen, die laut Prantl aktiv Interesse an einer Gestaltung zeigen.
- "Kunst im öffentlichen Raum“ (so beschreibt HNRX seine Arbeit bewusst).
- Foto: Manuel Kokseder
- hochgeladen von Pascal Pali
Mehr als nur Wandbilder
Ein wichtiger Bestandteil von KEINHEITSBRAUN ist neben den großflächigen Arbeiten auch die visuelle Kommunikation. Logo, Plakate und grafische Ausarbeitungen sind Teil des Gesamtkonzepts und tragen die Botschaft über den konkreten Ort hinaus weiter.
Langfristig ist es denkbar, die Bevölkerung stärker einzubinden, etwa durch Workshops oder gemeinschaftliche Gestaltungsaktionen. So könnten die Viaduktbögen wieder zu dem werden, was sie laut HNRX eigentlich sein sollen: ein lebendiges, sich ständig weiterentwickelndes Kunstprojekt.
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