Rauchmühlbrücke wird erneuert
Drei Wochen Totalsperre auf der Weststrecke
- Seit über 60 Jahren im Einsatz: Die alte Rauchmühlbrücke trägt täglich rund 270 Züge
- Foto: ÖBB/Sailerbrothers
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Die stark befahrene Rauchmühlbrücke bei Innsbruck wird erneuert. Ab Jänner 2026 kommt es zu einer dreiwöchigen Sperre der Weststrecke – mit Schienenersatzverkehr, Umleitungen und Einschränkungen für Pendlerinnen und Pendler.
INNSBRUCK. Über die Rauchmühlbrücke in der Hallerstraße rollen täglich rund 270 Züge und das Bauwerk steht seit mehr als 60 Jahre im Dauereinsatz. Die Brücke hat nun das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht und wird in den kommenden Monaten vollständig erneuert.
Neue Brücke entsteht neben der alten
Die Bauarbeiten der ÖBB laufen seit dem Frühjahr. Derzeit wird das neue Tragwerk – 29 Meter Spannweite und 11 Meter Breite – direkt neben der Brücke, an der Hallerstraße vormontiert und soll im Jänner 2026 wird schließlich millimetergenau in seine endgültige Position gebracht werden. Dabei werden rund 1.400 Tonnen Stahl und Beton mit speziellen Hebebühnen an ihren Platz geschoben.
- Mit durchfahrbaren Hebebühnen werden die 1.400 Tonnen schwere Stahlkonstruktion präzise an ihren Platz geschoben
- Foto: ÖBB/Sailerbrothers
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Sanierung unter Denkmalschutz
Besondere Aufmerksamkeit gilt den Widerlagern (Unterbau) der Brücke, die unter Denkmalschutz stehen. „Wir müssen die bestehende historische Bausubstanz bestmöglich erhalten“, erklärt Manuel Kieninger, Regionalleiter der ÖBB-Infrastruktur. „Die Steine der Widerlagerverkleidung werden einzeln abgetragen, nummeriert und anschließend originalgetreu wieder eingebaut.“ So soll sichergestellt werden, dass das Bauwerk nicht nur technisch, sondern auch optisch den historischen Charakter behält.
- Historische Bausubstanz unter Denkmalschutz: Die Widerlager der Rauchmühlbrücke werden sorgfältig erhalten
- Foto: Martina Obertimpfler
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Drei Wochen Stillstand auf der Hauptverkehrsader
Die heikelste Phase steht Anfang kommenden Jahres bevor: Vom 7. bis 29. Jänner 2026 wird die Weststrecke zwischen Innsbruck Hauptbahnhof und der Haltestelle Rum komplett gesperrt. In diesem Zeitraum müssen Gleise, Schotter, Schwellen und Oberleitungen abgetragen werden, bevor das alte Brückentragwerk entfernt und das neue eingehoben werden kann. Für Pendlerinnen und Pendler bedeutet das eine große Herausforderung: „Wenn die Hauptschlagader des Tiroler Bahnverkehrs unterbrochen ist, spürt man das sofort“, betont Werner Dilitz, ÖBB-Regionalmanager Personenverkehr. „Wir bitten alle Fahrgäste um Verständnis – wir tun alles, um die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten.“
- Werner Dilitz (ÖBB Personenverkehr) und Manuel Kieninger (ÖBB Infra) informierten über die Bauarbeiten an der Rauchmühlbrücke und die Auswirkungen auf den Bahnverkehr
- Foto: ÖBB/Gasser-Mair
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Änderungen im Nahverkehr
- Die Züge der Linien S 4 und CJX 1 fallen zwischen Innsbruck Hbfund Hall in Tirol aus.
- Als Schienenersatzverkehr fahren Busse im 15-Minuten-Takt. Die Fahrzeit zwischen Innsbruck Hbfund Hall in Tirol beträgt ca. 27 Minuten.
- Die Züge der Linie REX 2 fahren mit Zusatzhalt in Hall-Thaurweiter bis zur Haltestelle Rum. Dort ist mit einem gültigen Ticket das Alternativangebot der Innsbrucker Verkehrsbetriebe nutzbar. Für die direkte Fahrt zum Hauptbahnhof Innsbruck nutzen Fahrgäste am besten den Schienenersatzverkehr ab dem Bahnhof Hall in Tirol.
- Während der Hauptverkehrszeit werden einzelne Züge in beiden Richtungen durch den Umfahrungstunnel Innsbruck direkt zum Hauptbahnhof Innsbruck geführt. Informationen dazu bietet die elektronische Fahrplanauskunft.
- Die Haltestelle Innsbruck Messe wird während der Streckensperre nicht bedient. Alternativ steht dasAngebot der Innsbrucker Verkehrsbetriebe zur Verfügung.
Änderungen im Fernverkehr
- ÖBB-Fernverkehrszüge fahren im Zweistundentakt durch den Umfahrungstunnel Innsbruck. Dies gilt auch für ausgewählte Züge der WESTbahn. So bleiben trotz der Sperre die Direktverbindungen Wien – Innsbruck – Bregenz erhalten.Zwischen Wien und Innsbruck ist mit einer zusätzlichen Reisezeit von bis zu 50 Minuten zu rechnen. Zwischen Wien und Bregenz verlängert sich die Reisezeit um rund eine Stunde.
- Alle RJX-Verbindungen, die nicht durch den Umfahrungstunnel Innsbruck fahren, verkehren nur von/bis Jenbach. Die Anbindung mit dem Hauptbahnhof Innsbruck erfolgt als Schienenersatzverkehr und die Reisezeit verlängert sich um bis zu 40 Minuten.
- Für die RJX-Züge Wien – Zürich fährtzwischen Innsbruck und Jenbach ein Schienenersatzverkehr mit Bussen. Dies bedeutet allerdings eine Fahrzeitverlängerung von rund einer Stunde.
- Die Züge der Interregio Linie Ennstal (Graz Hbf – Innsbruck Hbf) beginnen und enden in Jenbach. Die Anbindung mit dem Hauptbahnhof Innsbruck erfolgt per Bus.
- Züge des Brenner-Fernverkehrs (von/nach Venedig, Bologna, Verona, München) fahren über die Umfahrung Innsbruck. Der Halt in Innsbruck entfällt. In Steinach am Brenner wird ein Zusatzhalt mit S-Bahn-Anschluss von/nach Innsbruck Hbf eingerichtet. Die Fahrzeit zwischen Wörgl und Brenner bleibt unverändert.
- Nightjet- und EuroNight-Verbindungen auf der Ost-West-Achse (Wien – Bregenz/Zürich und Graz – Klagenfurt – Zürich) werden während der Sperre großräumig umgeleitet. Alle Halte im Tiroler Abschnitt entfallen. Ersatzweise fahren SEV-Busse zwischen Wörgl, Jenbach und Innsbruck.Aufgrund der geänderten Streckenführung verlängern sich die Fahrzeiten um bis zu 90 Minuten.
- Die Nightjets 420/421 (Innsbruck – Amsterdam/Hamburg) werden ab/bis Wörgl geführt und durcheinen Schienenersatzverkehr zwischen Innsbruck und Wörgl ergänzt.
Zahlen, Daten, Fakten
- 2 × 50 Tonnen Bestandstragwerk abtragen
- 500 m³ Betoneinbau
- 110 Tonnen Bewehrungsstahl
- 225 Tonnen Stahlträger
- 325 m² Brückentragwerk
- 29 m Spannweite
- 11,25 m Breite einschließlich Randbalken
- 80 Laufmeter Randbalken, seitlich vorgefertigt
- 3 Stück Oberleitungsmasten, Adaptierung der Oberleitungsanlage
- 100 Laufmeter Gleise inkl. Schotterbett demontieren und montieren
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