Grüne vehement gegen weitere finanzielle Belastung für Studierende

(kr). Der jüngste Vorstoß von Unirektor Tilmann Märk, Studierende zusätzlich finanziell zu belasten, stößt dem Grünen Bildungssprecher Ahmet Demir sauer auf. „Teuere Mieten, hohe Lebenserhaltungskosten und die Verschärfung der Mietzinsbeihilfe in Innsbruck bringen viele Studierende finanziell derzeit schon in eine prekäre Lage. Wer nicht aus einem einkommensstarken Elternhaus kommt, muss jeden Euro zweimal umdrehen“, kritisiert der Grüne Abgeordnete.
Dem Vorschlag von „sozial verträglichen“ Belastungen hält Demir entgegen, dass jede Belastung die soziale Ungleichheit verstärke. „Jeder weiß, dass Menschen aus Scham auf staatliche Unterstützungen verzichten. Außerdem: Wer mehr arbeiten muss, kommt weniger zum Studieren. Mit jedem zusätzlichen Semester steigt aber die Uni-Abbruchrate rasant an. Zusätzliche Belastungen verschärfen automatisch die soziale Schieflage“, so Demir.
Der Bildungsabschluss in Österreich ist nach wie vor maßgeblich davon abhängig in welchem Elternhaus Kinder aufwachsen. Je geringe der Bildungsgrad der Eltern, desto niedriger die Chancen auf einen hohen Abschluss der Kinder. So beginnen 83 Prozent der AkademikerInnenkinder ein Studium, aber nur 23 Produzent der Nicht-AkademikerInnenkinder.
Ablehnend steht Demir dem Vorschlag auch in Bezug auf den bürokratischen Aufwand gegenüber. Hier ergeben sich viele problematische Fragen: „Welche Unterlagen wären zu erbringen? Wie soll nachgeprüft werden, wer aus einem gut situierten Elternhaus kommt und unterstützt wird und wer vielleicht gar keine Unterstützung bekommt?“
Für Demir sei Bildung das höchste Gut um langfristig den Wohlstand in Österreich zu halten. „Wir fallen aktuell bei allen internationalen Rankings zurück. Aber statt mehr Menschen zu Studienabschlüssen zu motivieren, werden Vergraulungsvorstöße gemacht. So werden in Österreich langfristig keine Jobs gehalten.“ Mit Kontingentierungen, straffen Studienplänen und Belastungen werde darüber hinaus die Ökonomisierung der Bildung und Wissenschaft vorangetrieben. „Die Studien orientieren sich immer mehr daran, was die Wirtschaft will und immer weniger daran, was für unsere Gesellschaft gut ist. Wir erleben im universitären Bereich leider eine Fehlentwicklung nach der anderen. Es braucht endlich eine Trendwende in Richtung sozial, fair, offen und qualitativ hochwertig “, so der Grüne Bildungssprecher.

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