Mobilität
Kontaktlos zahlen in Bus und Tram? Junge Volkspartei Ibk fordert „Tap and Go“
- Gibt es in Innsbruck genug Ticketkaufmöglichkeiten für die Öffis? Die JVP ist nicht der Meinung und fordert ein zusätzliches "Tap and Go"-System nach einem Wiener Vorbild.
- Foto: IVB
- hochgeladen von Lucia Königer
Die Junge Volkspartei Innsbruck sieht beim Ticketkauf in den Öffis Verbesserungsbedarf und fordert ein kontaktloses Bezahlsystem. Die IVB verweisen auf zahlreiche bestehende Kaufmöglichkeiten und sehen derzeit keinen dringenden Bedarf.
INNSBRUCK. Einsteigen, Bankomat- oder Kreditkarte an das Lesegerät halten und losfahren: Dieses Prinzip möchte die Junge Volkspartei Innsbruck auch in den Bussen und Straßenbahnen der Stadt etablieren. Die JVP fordert ein Pilotprojekt für ein sogenanntes „Tap-and-Go“-System.
„Ein Tap-and-Go-Modell ist überfällig, damit aus unfreiwilligen Schwarzfahrern wieder zahlende Kunden werden“,
sagt JVP-Bezirksobfrau Sophia Quirchmair. Aus Sicht der JVP ist der Ticketkauf derzeit vor allem für Gelegenheitsfahrende und Gäste nicht immer einfach. Seit 2020 gibt es in den Fahrzeugen selbst keine Möglichkeit mehr, ein Ticket zu kaufen.
- In einer Nachtverteilaktion machte die JVP Innsbruck auf die Forderung aufmerksam.
- Foto: Quirchmair
- hochgeladen von Lucia Königer
Als Vorbilder nennt die JVP unter anderem Wien sowie die Südtiroler Städte Bozen und Meran. Dort ist kontaktloses Bezahlen im öffentlichen Verkehr bereits möglich beziehungsweise wird erprobt.
„Wenn Wien und unsere Nachbarregion Südtirol das schaffen, muss das auch in Innsbruck möglich sein“,
so Quirchmair.
- JVP-Bezirksobfrau Sophia Quirchmair
- Foto: JVP
- hochgeladen von Lucia Königer
IVB sehen derzeit keinen dringenden Bedarf
Bei den Innsbrucker Verkehrsbetrieben (IVB) ist eine Einführung eines zusätzlichen „Tap-and-Go“-Systems derzeit allerdings nicht geplant. Man verweist auf die bereits vorhandenen Möglichkeiten: Rund 50 Vorverkaufsstellen, mehr als 100 Ticketautomaten an IVB-Haltestellen sowie rund 550 Parkscheinautomaten mit Ticketfunktion stehen zur Verfügung. Zusätzlich können Tickets über den IVB-Ticketshop sowie die Apps „IVB Tickets“ und „wegfinder“ gekauft werden. In Kürze sollen dort auch Apple Pay und Google Pay als Zahlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Aus Sicht der IVB gibt es derzeit keinen dringenden Bedarf für ein weiteres System. Ein großer Teil der Fahrgäste nutzt Zeittickets, mehr als 60.000 Innsbruckerinnen und Innsbrucker gelten bereits als Stammkunden.
Auch die Kosten spielen eine Rolle. Für ein NFC-basiertes „Tap-and-Go“-System müssten die Einstiegsstellen entsprechend umgerüstet werden. Zudem wäre das System nur eine Ergänzung zu den bestehenden Vertriebskanälen, da für die Nutzung ein kontaktloses Zahlungsmittel erforderlich wäre.
Keine Hinweise auf „unfreiwillige Schwarzfahrer“
Die Aussage der JVP, dass Fahrgäste aufgrund fehlender Kaufmöglichkeiten unfreiwillig ohne gültiges Ticket unterwegs sein könnten, können die IVB nicht bestätigen. Aus Kundenkontakten und Kontrollen seien keine Fälle bekannt, in denen fehlende Ticketkaufmöglichkeiten als Grund für ein fehlendes Ticket angegeben wurden.
- IVB-Geschäftsführer Ekkehard Allinger-Csollich stand MeinBezirk Rede und Antwort.
- Foto: IVB
- hochgeladen von Lucia Königer
Der Anteil der Personen, die bei Kontrollen kein gültiges Ticket vorweisen können, sei seit Jahren konstant und mache nur einen „äußerst geringen Anteil“ der Fahrgäste aus. Die IVB sehen darin daher kein größeres Problem.
An den Haltestellen werde zudem über die Möglichkeit des Online-Ticketkaufs informiert. Für den Kauf eines Einzeltickets im Ticketshop sei keine Registrierung notwendig.
Technik wird weiter beobachtet
Ganz vom Tisch ist das Thema bei den IVB dennoch nicht. Das Unternehmen erklärt, laufend neue Möglichkeiten beim Ticketverkauf und bei den Bezahlmöglichkeiten zu prüfen. Dazu gebe es auch einen Austausch mit anderen Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbünden.
Das von der JVP angeführte Wiener Modell sei allerdings derzeit nur ein Pilotprojekt an ausgewählten U-Bahn-Stationen und noch kein flächendeckendes System. Auch internationale Lösungen seien aufgrund unterschiedlicher Tarifsysteme und Ticketkaufmöglichkeiten nicht ohne Weiteres mit Innsbruck vergleichbar.
Ob sich daran künftig etwas ändert, bleibt damit offen. Die IVB betonen jedenfalls, den Zugang zum öffentlichen Verkehr möglichst einfach gestalten zu wollen und Verbesserungsmöglichkeiten im Vertrieb laufend zu prüfen. Dabei stehe man auch mit den Eigentümern und der Stadt Innsbruck in Abstimmung.
Ähnliche Beiträge auf MeinBezirk:
Link einfügen
Video einbetten
Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.
Karte einbetten
Social-Media Link einfügen
Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.
Code einbetten
Beitrag oder Bildergalerie einbetten
Foto des Tages einbetten
Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten
Du möchtest selbst beitragen?
Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.