Schwangerschaftsabbrüche
Positive Resonanz aus der Innsbrucker Politik und sozialem Bereich
- Schwangerschaftsabbrüche sind an einem Standort der Tirol kliniken ab sofort möglich.
- Foto: pixabay/goodinteractive (Symbolfoto)
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Seit Montag, dem 4. Mai sind an einem Standort der Tirol Kliniken Schwangerschaftsabbrüche möglich. Die Abbrüche können innerhalb der Fristenlösung durchgeführt werden. Seitens der Stadtregierung befürwortet man die landespolitische Entscheidung.
INNSBRUCK. Das Thema Schwangerschaftsabbrüche in Tirol schlug medial bereits öfter große Wogen. Zuletzt als bekannt wurde, dass der einzige Arzt in Tirol, der Schwangerschaftsabbrüche anbietet, spätestens 2028 in Pension gehen wird.
Einigung bei Schwangerschaftsabbrüchen
Jetzt konnte man sich auf Landesebene einigen: Seit dem 4. Mai wird ein Standort der Tirol Kliniken Schwangerschaftsabbrüche im Rahmen der Fristenlösung ermöglichen. Den genauen Standort an den Tirol Kliniken will man derzeit bewusst noch nicht nennen, jedoch ist mit einem Innsbrucker Standort zu rechnen.
Im Zukunftsvertrag der Stadt
Auf Nachfrage betont Vize-Bürgermeisterin Mayr, dass ein Angebot für Schwangerschaftsabbrüche im Koalitionsprogramm der Stadt Innsbruck, dem Zukunftsvertrag, klar befürwortet wird.
"Im Gesundheitskapitel heißt es dazu, dass wir auf das Land Tirol einwirken wollen, um einen niederschwelligen und qualitätsgesicherten Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen mit psychosozialer Begleitung ermöglichen wollen.",
erläutert Mayr.
Für Mayr stehe zudem außer Frage, dass Frauen jene Unterstützung erhalten müssen, die sie brauchen. "Frauen haben die bestmögliche medizinische Versorgung verdient, und zwar in allen Lebenslagen. Daher müssen wir Frauen in der Politik uns parteiübergreifend und vehement für Frauen und ihre Anliegen einsetzen."
- Auf Nachfrage betont Vize-Bürgermeisterin Mayr, dass ein Angebot für Schwangerschaftsabbrüche im Koalitionsprogramm der Stadt Innsbruck, dem Zukunftsvertrag, klar befürwortet wird.
- Foto: Mayr
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Für die Landesrätinnen Hagele und Pawlata findet Mayr Worte des großen Respekts. Sie hätten trotz schärfsten Gegenwind und teils heftigen persönlichen Angriffen nicht locker gelassen.
ALi: „Ein längst fälliger Schritt“
Neben der SPÖ Innsbruck begrüßt auch die Alternative Liste (ALi) die Einführung von Schwangerschaftsabbrüchen an öffentlichen Kliniken.
„Für uns ist klar: Der Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen ist ein Grundrecht und zentral für Selbstbestimmung,“
so Gemeinderätin Evi Kofler (ALi) .
Die jetzige Entscheidung wäre das Ergebnis jahrelangen Engagements und politischen Drucks. Jedoch müsse man weitergehen, mahnt ALi. Dass Schwangerschaftsabbrüche als Privatleistung gelten, bleibt der Zugang sozial unausgewogen. Seitens der Alternativen Liste forderte man deswegen nach wie vor Schwangerschaftsabbrüche flächendeckend in die öffentliche Gesundheitsversorgung zu integrieren.
Sozialbereich begrüßt Entscheidung
Auch die Beratungsstelle Frauen im Brennpunkt begrüßt die Entscheidung. Geschäftsführerin, Claudia Brinbaum, dazu:
„Wir begrüßen ein qualitätsvolles Angebot für Schwangerschaftsabbrüche an einer öffentlichen Einrichtung . Was sich für uns nicht ändert: Wir begleiten Frauen* ergebnisoffen, unabhängig davon, welche Entscheidung sie treffen. Entscheidend bleibt, dass sowohl Beratung als auch medizinische Versorgung für alle Frauen* zugänglich sind.“
- Frauen im Brennpunkt Geschäftsführerin Claudia Birnbaum.
- Foto: Birgit Pichler
- hochgeladen von Lucia Königer
Ebenfalls befürwortet man beim Verein Aranea die politische Entscheidung. Geschäftsführerin MMag.a. Katharina Lhotta betont:
"Das neue Angebot an der Klinik Innsbruck ist ein wichtiger erster Schritt für die Gesundheitsversorgung für Frauen*, den wir klar begrüßen. Gleichzeitig zeigen unsere Erfahrungen in der Beratung bei Aranea täglich: Der Bedarf an niederschwelliger, unabhängiger Information und Unterstützung bleibt hoch."
Man bedauert bei Aranea, dass die Kosten von der Person, die den Abbruch braucht, nach wie vor selbst zu tragen sind. "Und Tirol besteht auch nicht nur aus Innsbruck, daher ist es wichtig, weiterhin auch an Angeboten in den Bezirken zu arbeiten."
Trotzdem wäre die Möglichkeit, Abbrüche direkt an der Klinik durchzuführen ein wichtiger Meilenstein für eine optimale Gesundheitsversorgung von Frauen* und Mädchen*.
Nach wie vor wären aber wichtige Themen wie eine fundierte Aufklärung zu Sexualität, Verhütung und Schwangerschaft in Schulen und der Erwachsenenbildung, die Kostenübernahme von Verhütungsmitteln durch die Sozialversicherung, sowie kostenlose bzw. leistbare und leicht zugängliche Angebote für Schwangerschaftsabbrüche in öffentlichen Einrichtungen und bei niedergelassenen Ärzt*innen, aktuell sein.
Abschließend betont die Geschäftsführung von Aranea: "Langfristig ist auch klar: Schwangerschaftsabbruch gehört nicht ins Strafgesetzbuch. Die Richtung stimmt – jetzt braucht es konsequente Umsetzung."
Eine finanzielle Frage?
Die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch sind weiterhin privat zu zahlen. Hier kann allerdings der Unterstützungstopf ("Notfallfonds") für die Finanzierung greifen.
So erhält man Zugang zum Angebot:
- Eine Frau stellt mittels Schwangerschaftstest eine ungewollte Schwangerschaft fest.
- Optional erfolgt die Kontaktaufnahme mit einer Gynäkologin/einem Gynäkologen.
- Besteht der Wunsch nach einem Schwangerschaftsabbruch, wendet sich die Frau an eine Beratungseinrichtung.
- Die Beratung erfolgt bei Bedarf ergebnisoffen und unabhängig.
- Die Beratungseinrichtung informiert über Versorgungsangebote in Tirol: bei der eigenen Gynäkologin/dem eigenen Gynäkologen (Termin ist selbst zu vereinbaren), bei niedergelassenen GynäkologInnen (Termin ist selbst zu vereinbaren), in den Tirol Kliniken (Terminorganisation erfolgt über die Beratungseinrichtung)
- Bei Inanspruchnahme des Angebots der Tirol Kliniken erfolgt die Kontaktaufnahme durch die Beratungseinrichtung.
- Die Tirol Kliniken vergeben innerhalb von drei Werktagen einen Ersttermin und melden diesen an die Beratungseinrichtung zurück.
- Die Beratungseinrichtung informiert die Frau über den Ersttermin und die weiteren Schritte.
- Die Kosten eines Schwangerschaftsabbruchs sind grundsätzlich von den betroffenen Frauen bzw. Familien selbst zu tragen. Eine Finanzierung durch das Land Tirol erfolgt nicht.
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