Kein sicherer Radwege, keine Abstellplätze
Radverkehr vom Boznerplatz zum Bahnhof vergessen
- Die Radlobby kritisiert die Situation für Radfahrerinnen und Radfahrer zwischen Hauptbahnhof und Bozner Platz.
- Foto: Radlobby/Mitterböck
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Kritik an der Situation für Radfahrerinnen und Radfahrer zwischen Hauptbahnhof und Bozner Platz kommt von der Radlobby. Kritisiert wird, dass bei der Planung keine sichere Radachse berücksichtigt und keine Abstellplätze am Bozner Platz errichtet wurden.
INNSBRUCK. Die neue Passage soll eine wichtige Verbindung zwischen Bahnhof und Innenstadt darstellen. Für viele Innsbruckerinnen und Innsbrucker sowie Pendlerinnen und Pendler gehört dieser Weg zum Alltag. Von der Radlobby wird kritisiert, dass bei der Planung keine sichere Radachse berücksichtigt wurde. Gerade für Menschen, die täglich mit dem Fahrrad unterwegs sind, bleibt die Situation damit unverändert schwierig. Aus Sicht der Radlobby wäre im Zuge des Neubaus des RAIQA-Quartiers eine einfache und kostengünstige Lösung möglich gewesen. Diese hätte umgesetzt werden können, ohne andere Verkehrsformen wesentlich zu beeinträchtigen. "So bleibt die Verbindung vom Bahnhof in die Innenstadt weiterhin eine Lücke im Radnetz. Für Radfahrerinnen und Radfahrer wird der Abschnitt als unsicher bewertet."
- Radlobby: keine sicheren Verkehrswege und fehlende Abstellmöglichkeiten
- Foto: Radlobby/Symboldbild
- hochgeladen von Georg Herrmann
Verkehrspolitik ohne Verantwortung
Aktuell sind keine sicheren, zeitnahen Lösungen für den Radverkehr aus der Innenstadt zum Südtiroler Platz, etwa über die Brixner Straße oder die Brunecker Straße, in Sicht. Dass 2033 vielleicht eine Unterführung von Wilten nach Pradl kommen soll, ersetzt nicht die aktuelle Erreichbarkeit für die anderen Verkehrsachsen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis am Weg zum Hauptbahnhof der nächste schwere Unfall passiert. Ohne sichere, getrennte Radwege müssen die Menschen auf gefährlichen Kreuzungen zwischen Lastwagen und Schienenstraßen weiterhin ihr Leben riskieren. Das ist keine verantwortungsvolle Verkehrspolitik, betont die Radlobby in einer Aussendung.
- Am Bozner Platz gelten verschiedene Regelungen.
- Foto: MeinBezirk
- hochgeladen von Georg Herrmann
Fehlende Abstellmöglichkeit
Wer mit dem Rad zum Boznerplatz kommt und dort abstellen will, hat ein Problem. Geordnete Radbügel fehlen auf Grund der gewünschten Optik und neue städtische Hinweisschilder, die auf ein Abstellverbot von Fahrrädern hinweisen, verdeutlichen den geringen Stellenwert der Menschen mit Rad und das oft fehlende Verständnis für das Wesen des Radverkehrs an sich. "Wer die Platzgestaltung über notwendige Abstellplätze stellt, nimmt ungeordnetes Parken bewusst in Kauf und macht den Radverkehr künstlich zum Problemfall. Das ist vor allem wirtschaftlich riskant. Laut einer Kaufkraftstudie der Stadt Innsbruck sind es gerade die Menschen mit Rad, die am häufigsten in der Innenstadt einkaufen. Diese Fakten werden zum Leid der Innenstadt-Kaufleute ignoriert", teilt die Radlobby in der Aussendung weiter mit.
Forderung nach einer Kurskorrektur
"Innsbruck braucht eine Verkehrsplanung, die alle mitnimmt, niemanden vergisst und vor allem Sicherheit bietet." Die Radlobby, der Verein für Alltagsradverkehr, fordert eine sofortige Kurskorrektur, damit die Verkehrsteilnehmenden in erster Linie am Fahrrad keine Angst mehr haben müssen. "Wir alle wollen, dass die Menschen, die wir lieben, am Abend sicher nach Hause kommen."
Veranstaltungstipp
Wer sehen möchte, wie moderne Verkehrsplanung wirklich funktioniert, ist herzlich zum Filmabend im Leokino eingeladen. Am Mittwoch, den 29. April 2026, zeigen wir um 19:00 Uhr die Dokumentation „Cycling Cities“. Der Film zeigt eindrucksvoll, wie Städte wie Utrecht, Gent oder Kopenhagen den Turbo beim Radverkehr gezündet haben. Im Anschluss diskutieren wir mit spannenden Gästen über die Chancen für Innsbruck. Der Eintritt ist frei.
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