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Aus für die HYPO TIROL AlpenVolleys Haching!

Die Hypo Tirol Alpenvolleys sind Geschichte.
  • Die Hypo Tirol Alpenvolleys sind Geschichte.
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INNSBRUCK. Knalleffekt in der Volleyballszene. Das Aushängeschild im österreichischen Volleyballsport beantragt keine Lizenz für die Saison 2020/21. Die Hypo Tirol Volley spielt nur mehr in der zweiten Liga in Österreich und im Nachwuchsbereich.

Aus für die HYPO TIROL AlpenVolleys Haching!

Nach reiflicher Überlegung haben sich die Verantwortlichen der HYPO TIROL AlpenVol­leys Haching entschieden das länderübergreifende Projekt zu beenden und keine Lizenz für die Saison 2020/21 zu beantragen. Hannes Kronthaler: „Die Corona Krise ist nicht der einzige Grund für das Ende, hat jedoch schlussendlich trotzdem den Ausschlag gegeben. Mit unseren dritten Plätzen waren wir sport­lich höchst erfolgreich, auch wenn wir in dieser Saison noch mehr wollten. Auch unsere Auf­merksamkeit und Akzeptanz bei Fans und Medien war okay und sehr schön zu beobachten. Unsere wirtschaftlichen Ziele haben wir aber nicht erreichen können.“

Gescheitert

Mit den zwei Standorten in Innsbruck und in Unterhaching war das Projekt interessant für potenzielle Sponsoren aus Österreich und Deutschland. Der grenzüberschreitende Wirt­schaftsraum war das eigentliche Potential für zusätzliche Werbeetats. Die Möglichkeit für Firmen an der Geschichte der AlpenVolleys mitzuschreiben wurde aber zu wenig erkannt. Jetzt muss man sich eingestehen, dass man an dieser Aufgabe gescheitert ist. Hannes Kronthaler: „Seit Beginn der AlpenVolleys war es das Ziel unser Budget um 30% auf zwei Millionen Euro zu steigen. Dies ist uns nicht gelungen und aufgrund der Corona Krise ist es unwahrscheinlich, dass wir unser bisheriges Budget halten können. Unter diesen Rah­men­bedingungen ist das Risiko zu groß und kann ich als verantwortungsvoller Unternehmer nicht eingehen.“ Am Ende sollte aber auch die Freude über das Erreichte stehen. Die AlpenVolleys waren mit Sicherheit eines der interessantesten und innovativsten Projekte, die es im Volleyballsport je gegeben hat. Auch ist es an der Zeit sich zu bedanken, aber auch bescheiden zu sein. Es gibt sicher schlimmere Schicksale als das Ende der HYPO TIROL AlpenVolleys Haching.

Wie geht es in Deutschland weiter?

Der TSV Unterhaching 1910 e.V., Stammverein und Lizenznehmer der AlpenVolleys, verzichtet auf die Möglichkeit, ohne den Partner aus Österreich eine Mannschaft für die 1. Bundesliga zu melden. „In der aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Situation ist es für den TSV Unterhaching nicht möglich, eine Mannschaft mit einem Etat für die 1. Bundesliga auszustatten“, sagt Mihai Paduretu, Geschäftsführer der Hachinger. „Die letzten Spiele in der Bayernwerk Sportarena waren gut besucht und haben uns gezeigt, dass Erstliga-Volleyball in Unterhaching eine Zukunft haben kann. Wir hoffen sehr, dass wir mit unserer jungen Mannschaft aus der 2. Bundesliga aufsteigen können, sobald sich die wirtschaftliche Lage wieder stabilisiert hat.“ Die Lizenz für die 2. Bundesliga werden die Hachinger ungeachtet der Situation weiter halten. Der TSV wird also in der kommenden Saison als erste Mannschaft in der 2. Bundesliga Süd Männer antreten. In welcher Liga das verbleibende Spielrecht angemeldet wird, ist noch nicht entschieden.

Wie geht es in Österreich weiter?

Das HYPO TIROL Volleyballteam in Österreich wird wie bisher weitergeführt und bleibt in sei­ner jetzigen Form als Verein bestehen. Auch in der Zukunft ist man in allen Nachwuchsklassen engagiert und in der zweiten Österreichischen Bundesliga vertreten. Die Voraussetzungen, sowohl wirtschaftlich als auch sportlich sind für die nächsten 3 Jahre gesichert und garantiert. Hannes Kronthaler: „Mit dem Ende der AlpenVolleys ziehe ich mich aus dem Spitzensport zurück und beende meine Tätigkeit als Manager. Dem HYPO Tirol Volleyballteam stehe ich im Hintergrund als Obmann weiter zur Verfügung. Mittelfristig werde ich auch hier meine Funkti­onen übergeben.“ Auch die Volleyball Bundesliga bringt ihre Enttäuschung über das jähe Aus des Kooperationsprojektes zum Ausdruck. „Wir bedauern den Rückzug der AlpenVolleys Haching. Die Mannschaft war über drei Saisons eine sportliche Bereicherung für die Volleyball Bundesliga und fand über die Zeit auch bei den Fans immer größere Akzeptanz“, sagt VBL-Geschäftsführer Klaus Peter Jung. „Ich möchte mich bei allen Beteiligten, die dieses außergewöhnliche Projekt so erfolgreich gemacht haben, recht herzlich für ihren Einsatz und ihr Engagement bedanken.“ Hannes Kronthaler: „Bedanken möchte ich mich vor allem bei meinen Eltern und Familie. Danke, weil immer und von Anfang an dabei, an unseren Hauptsponsor die HYPO TIROL Bank. Schwer fällt mir der Abschied von meinen langjährigen Weggefährten, meinen Mitarbei­ter, Trainern, Spielern, allen Helfern und Fans. Auch dem TSV Unterhaching, der Volleyball­bundesliga und allen Chefs der Männer Clubs gilt mein Dank, dass sie uns unterstützt haben dieses Projekt wahr werden zu lassen.“

Bleibt zum Schluss nur noch zu sagen: „Wir haben Geschichte geschrieben und Ihr wart dabei!“

Geschichte

Das HYPO TIROL Volleyballteam entwickelte sich aus dem ehemaligen Verein IAC-Volleyball. Seit der Saison 1997/98 spielt der Verein in der ersten Österreichischen Bundesliga und bereits in der Saison 1999/2000 qualifizierte man sich erstmals für den Europa Cup. Seither konnte bereits 10-mal der österreichische Meistertitel und 5-mal der österreichische Cup gewonnen werden. Neben der ersten Mannschaft, welche seit Jahren erfolgreich Spitzensport repräsentiert, erfuhr auch der Nachwuchsbereich in den letzten Jahren eine steile Aufwärtsentwicklung. Knapp über 100 Jugendliche erfahren eine professionelle und leistungsadäquate Ausbildung und nehmen erfolgreich an den Tiroler bzw. Österreichischen Meisterschaften teil. Die größten nationalen Erfolge im Nachwuchsbereich sind die österreichischen Meistertitel 2012/2013 und 2013/2014 in der Altersklasse U21 sowie der Meistertitel in der 2. BL 2016/2017 und der Vizemeistertitel in der darauffolgenden Saison.

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Autor:

Georg Herrmann aus Innsbruck

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