Caritas
Kärnten verschwendet jährlich 37.500 Tonnen an Lebensmitteln

Das Ökosoziale Forum Kärnten, die Caritas Kärnten und der Verein Best of the Rest setzten sich gegen Lebensmittelverschwendung ein
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  • Foto: kk/Caritas Kärnten
  • hochgeladen von Kathrin Hehn

Anlässlich des Welthungertages 2018 klärt die Caritas Kärnten über die Auswirkungen von Konflikten, Klimawandel und Lebensmittelverschwendung auf den Hunger in der Welt auf.

KÄRNTEN. Nachdem die Zahl der hungerleidenden Menschen in den letzten Jahren zuerst zurückging, stieg sie nun wieder auf 821 Millionen an.

Klimawandel als Grund für Hungersnot

Gründe für den Hunger in der Welt sind dabei unter anderem der Klimawandel sowie die Lebensmittelverschwendung.
Besonders in Afrika südlich der Sahara zeigt der Klimawandel deutliche Auswirkungen. Bereits mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung sieht sich mit einer mittelschweren bis schweren Narungsmittelunsicherheit konfrontiert, so Alexandra Blatting, Leiterin der Caritas Auslandhilfe in Kärnten.

Ursache für CO2 Emissionen

Unsere Lebensweise wirkt sich zunehmen auf den Klimawandel aus, denn Lebensmittelverschwendungen sind weltweit für circa 3,3 Gigatonnen CO2 Emissionen verantwortlich.
Für Bernhard Rebernig vom Ökosozialen Forum Kärnten ist der verantwortungsvolle Umgang mit Lebensmittel daher nicht nur eine ethische Frage, sondern auch eine Frage des Klimaschutzes.

37.500 Tonnen verschwendete Lebensmitteln

Die Verschwendung von Lebensmitteln hat in der westlichen Welt bereits ungeahnte Züge angenommen. Laut Elke Oberhauser vom Verein Best of the Rest werden in Österreich jährlich 577.000 Tonnen an Lebensmitteln weggeworfen.
In Kärnten sind es etwa 70 Kilogramm pro Person und Jahr. Das sind 37.500 Tonnen an weggeworfenem Essen jährlich. Dabei entstehen etwa 36 Prozent der Abfälle in privaten Haushalten und 30 Prozent in der Außer-Haus-Verpflegung. Lediglich 15 Prozent der Lebensmittelabfälle entstehen in der Produktion.

Besondere Rolle des Einzelhandels

Eine tragende Rolle bei dem Problems spielt der Lebensmitteleinzelhandel. Obwohl sein Anteil an der gesamten Lebensmittelverschwendung mit 13 Prozent eher gering ausfällt, werden trotz allem jährlich 35.600 unverkauftes Brot und Gebäck weggeworfen. Dieses wird vom Handel an die Lieferanten retourniert.
Allein die Retourwaren sind für sechs Prozent der verschwendeten Lebensmittel verantwortlich. Für Rebernig landet unser tägliches Brot viel zu häufig im Müll, weshalb das Retourwaren-System dringen abgeschafft werden sollte.

Abfälle reduzieren

Bis 2030 will Österreich seine  Lebensmittelabfälle gemäß den Vorgaben der UNO um die Hälfte verringern. Für die Caritas Kärnten, der Verein Best of the Rest und das Ökosoziale Forum ist aber auch die Landespolitik gefordert Maßnahmen gegen die Verschwendung von Lebensmitteln zu setzten.
Sie erhoffen sich einen Aktionsplan zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen soweit der Einflussbereich der öffentlichen Hand zulässt.

In einem Schreiben wollen die drei Organisationen allen Parteien im Landtag folgende Ansatzpunkte vorschlagen:

  • Schulungsmaßnahmen gegen Lebensmittelverschwendungen von Einkaufsverantwortlichen und Personal in Küchen
  • Einführung variabler Portionsgrößen
  • Bewusstseinsbildung zur Vermeidung von Lebensmittelmüll im Projekt Gesunde Küche
  • Ausbau der Weitergabe von Essens- und Buffetresten an soziale Einrichtungen
  • Einführung eines Wettbewerbs zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung

Tipps für Konsumenten

In österreichischen Haushalten laden jährlich etwa 300 Euro an Lebensmitteln im Müll. Mit diesen Tipps kann man einfachen Tipps kann Lebensmittel und Geld sparen.

Bewusst Einkaufen
Am Besten schreibt man eine Einkaufsliste (und hält sich daran). Bei Großpackungen und Mengenrabatten sollte man sich gut überlegen, ob man die Menge wirklich braucht.

Haltbarkeit beachten
Lebensmittel sind nach Ablauf des Mindeshaltbarkeitsdatums nicht automatisch ungenießbar. Daher sollte man zuerst einen genießbarkeitstest machen und sie erst danach wegscheißen.

Kreativ Kochen
Aus Essensresten kann man oft neue kreative Gerichte machen. Auch überreifes Obst oder altes Brot können noch weiterverarbeitet werden.

Autor:

Kathrin Hehn aus Kärnten

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