Osterbrauchtum
"Alte Bräuche kommen ab"

Karl Antensteiner mit einem selbstgebundenen prächtigen Palmbuschen. | Foto: Weymayer
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  • Karl Antensteiner mit einem selbstgebundenen prächtigen Palmbuschen.
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Auch aus dem Bezirk Kirchdorf ist das Palmbuschenbinden in den Wochen vor Ostern nicht wegzudenken. Das Binden erfordert viel Erfahrung und Geschick und geht auf eine lange Tradition zurück.

SPITAL AM PYHRN. Jahr für Jahr bindet Karl Antensteiner vulgo „Pölzgut“ aus Oberweng um die 50 Palmbuschen. „Mein Schwiegervater hat immer schon für unsere Buben Palmbuschen gebunden“, erklärt er. „Ich selbst habe die Tradition vor rund 15 Jahren übernommen.“ Wie lange es den Brauch noch in dieser Form geben wird, ist aber unklar. „Die Leute legen zwar noch viel Wert darauf, aber leider kommen die alten Bräuche immer mehr ab“, bedauert Antensteiner.

Schradl, Buchs & Segenbaum

Aus welchen Bestandteilen der Palmbuschen besteht, ist genau überliefert. Auf den fingerdicken Haselnuss-Stock wird ein Strauß aus Palmkätzchen, Schradl (Stechpalme), Kranewitten (Wacholder), Segenbaum, Eichenlaub sowie Ulmen- und Haselnusszweigen gebunden. „Ich stecke auch Buchsbaumzweige dazu. Die waren aber nicht immer dabei“, erklärt Karl Antensteiner. Befestigt wird alles mit einer der Länge nach gespaltenen Weidenrute. Sie wird vorher in Wasser eingelegt, damit sie sich gut biegen lässt. Als Zierde wird auch ein Apfel hineingesteckt. Pro Buschen hat Karl Antensteiner rund eine halbe Stunde Arbeit – die Zeit zum Sammeln der Zweige mit eingerechnet. Weil das meiste rund ums Haus zu finden ist, hält sich der Aufwand dafür allerdings in Grenzen.

Nach der Weihe am Palmsonntag werden die Palmbuschen an Nachbarn, Godnleute, gute Bekannte und ein paar Wirtshäuser verteilt. „Früher haben sich die Bauernburschen mit dem Verkauf ein wenig Geld dazu verdient“, sagt Antensteiner. „Meistens war es so, dass der Vater fürs Binden zuständig war und die Buben fürs Verkaufen.“ Zum Brauchtum gehört auch, dass die geweihten Palmbuschen in den Getreidefeldern, im Stall und im Haus aufgestellt wurden. „Vor allem früher war das für die Leute sehr wichtig“, weiß der Landwirt.

Segen für Haus und Hof

Palmbuschen bringen dem Brauch nach Segen für Haus und Flur und schützen das ganze Jahr über vor Unwettern und Hagelschlag. Sie sollen ein Zeichen des Lebens und der Erinnerung an Christus sein. Wer den geweihten Apfel isst, kann mit Gesundheit rechnen. Bereits im Altertum wurden Palmen als heilige Bäume verehrt. Buchsbaum und Weide galten schon bei den alten Römern als heilkräftige Pflanzen.

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